Winklarn
02.03.2026 - 07:51 Uhr

Gerda Stauner liest im Thammer-Saal Winklarn: Landleben gewürzt mit kraftvollen Elvis-Songs

Großstadt München oder doch Landleben in der Oberpfalz? Auch um diese Frage geht es in Gerda Stauners Roman. Ein aufgefundenes Tonband birgt ein Geheimnis um den King of Rock ’n’ Roll.

Auf feinfühlige Weise fängt Gerda Stauner in ihrem Roman das Landleben in der Oberpfalz ein, während Adi Spangler und Manfred Mederer mit ihren Elvis-Songs mitreißende Live-Musik bieten. Bild: lg
Auf feinfühlige Weise fängt Gerda Stauner in ihrem Roman das Landleben in der Oberpfalz ein, während Adi Spangler und Manfred Mederer mit ihren Elvis-Songs mitreißende Live-Musik bieten.

„Wissen Sie, was Elvis Presley mit der Oberpfalz zu tun hat?“, fragt Gerda Stauner ihr Publikum im vollbesetzten Saal des Thammer-Hauses in Winklarn und erntet dafür fast eine Reaktion der Entrüstung. Aufgrund der Altersstruktur konnten viele Besucher eingefleischte Fans des King of Rock ’n’ Roll sein, der im Roman der Regensburger Autorin eine besondere Rolle spielt. Gerda Stauner tritt an diesem Abend zum dritten Mal in der Region auf, wo sie ihren 2025 erschienenen Roman „Wo ist dieses Glück noch mal?“ vorstellt.

Vor sich hat die Autorin ein Tonbandgerät aus den sechziger Jahren platziert und rechts daneben ein Schwarz-Weiß-Porträt von Elvis. Ein ganz wichtiges Utensil ihres Romans ist ein Tonband von 1958, eine Rarität, die angeblich bei Elvis’ einzigem Konzert während seines Militärdienstes in Grafenwöhr entstanden ist. Getarnt war das Ganze als Privatkonzert für die Belegschaft der Micky Bar, denn seine Plattenfirma erlaubte keinerlei Show-Aktivitäten dieser Art während des Militärdienstes.

Für das Publikum der musikalischen Lesung im Thammer-Saal galt dieses Verbot freilich nicht. Gerda Stauner hatte die Musiker Adi Spangler und Manfred Mederer mitgebracht, und diese bescherten während der Vortragssequenzen Elvis-Songs wie „Wooden Heart“ bei der Eröffnung der Lesung und dann den Millionenseller von 1969 „Suspicious Minds“ oder die Ballade „Burning Love“, wobei die Titel auf die jeweiligen Lesepassagen aus dem Roman abgestimmt waren. Dort zieht Enni aus München in das von ihrer verstorbenen Großtante ererbte Haus im fiktionalen Oberpfälzer Dorf Waidmannsthal, wo sie nach ihrem Weggang aus der Landeshauptstadt nicht nur Freude am Landleben findet, sondern auch eine neue Liebe zu ihrem Freund aus Kindertagen.

Ob Ennis Großtante eine Affäre mit Elvis hatte, blieb zumindest bei der Lesung ein Geheimnis. Das begeisterte Publikum erlebte an diesem Abend eine äußerst gelungene Kombination aus Lesung und Konzert. „Heimatroman, Liebesroman und Hommage an die Oberpfalz“, so fasste die stellvertretende Vorsitzende der Freunde der Kunst, Anne Gierlach, in ihren Dankesworten den literarischen Teil dieses unterhaltsamen Abends zusammen.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.