13.06.2019 - 10:15 Uhr
WinklarnOberpfalz

Markt Winklarn steht vor großen Herausforderungen

Mit ihrem Gesamt-Haushalt kratzt die Marktgemeinde Winklarn heuer an der Fünf-Millionen-Marke. Unter anderem sind einige großen "Brocken" an Investitionen zu stemmen. Die Abwassergebühren müssen demnächst neu kalkuliert werden.

Mit veranschlagten Baukosten in Höhe von 800 000 Euro bildet die Sanierungsmaßnahme "Thammer-Anwesen" den größten Posten im Winklarner Vermögenshauhalt. Der Marktgemeinderat besichtigte mit Architekt Christian Schönberger den "Fletzboden" im Flur des Thammerhauses. Dort wurden unter dem bisherigen Bodenbelag alte Granitplatten freigelegt und neu verlegt.
von Johanna BaierProfil

Ein umfangreiches Paket an Maßnahmen hat die Marktgemeinde im laufenden Jahr und auch in 2020 noch zu bewältigen. In ihrem Ausführungen informierte Kämmerin Regina Hildebrand über erfreuliche Mehreinnahmen, denen allerdings auch „große Brocken“ an Ausgaben gegenüberstehen. „Sofern die Kosten im geplanten Rahmen bleiben, können diese Projekte auch verwirklicht werden“ so die Kämmerin, die dem Gremium den Haushaltsplan 2019 erläuterte. Nachdem das umfangreiche Zahlenwerk bei den Räten bereits zur Vorberatung auf dem Tisch lag, waren wichtige Zusammenhänge und Fragen schon abgeklärt.

Während der Verwaltungshaushalt mit rund 2,58 Millionen Euro abschließt, umfasst der Vermögenshaushalt 2,33 Millionen Euro. Bei den Einnahmen konnte bei der Schlüsselzuweisung eine Erhöhung um rund 19 000 Euro verbucht werden, die Einkommenssteuerbeteiligung fällt im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 000 Euro höher aus (siehe Info-Box). Der Straßenunterhaltszuschuss lag wie im Vorjahr bei 54 900 Euro. Da der Pachtzins für den Steinbruch Winklarn erhöht wurde, kann auch diese Einnahme angepasst werden. Sehr positiv für den Markt ist die Erhöhung des Gewerbesteueransatzes auf 415 000 Euro, veranschlagt waren 250 000 Euro.

Trotz dieser Mehreinnahmen können aus dem Verwaltungshaushalt voraussichtlich nur 117 847 Euro an den Vermögenshaushalt zugeführt werden. „Zu gering“ monierte Kämmerin Regina Hildebrand. Im Vorjahr lagt die Summe noch bei 621 354 Euro. Ursache seien höhere Ausgabensätze für Straßenunterhalt, Instandhaltungszuschüsse für die Jagdgenossenschaften und die geplanten Kanalschachtregulierungen bei den Abwasseranlagen. Außerdem werde die Gewerbesteuerumlage an die erhöhten Mehreinnahmen angepasst (2019: 130 000 Euro / 2018: 56 911 Euro). Da die Abwasseranlagen Winklarn und Schneeberg seit einigen Jahren nicht mehr kostendeckend arbeiten, ist zum nächsten Vertragszeitraum eine Neukalkulation der Gebühren nötig. Auch für die Abwasseranlage Muschenried werde heuer ein Defizit erwartet. Auslöser sind Kanalschachtregulierungen und Klärschlammentsorgung.

Anschließend wurden die größeren Projekte im Vermögenshaushalt erläutert, darunter auch noch laufende und heuer bereits abgeschlossene Maßnahmen. Die Sanierung des Thammer Anwesens schlägt mit satten 800 000 Euro Baukosten zu Buche. Da sich das Vorhaben „Erstellung eines Kanalkatasters mit Kamerabefahrung“ zeitlich verschoben hat, muss heuer mit Gesamtkosten von 230 000 Euro gerechnet werden. Weitere hohe Ausgaben fielen durch den Ankauf des Tanklöschfahrzeugs für die Feuerwehr Schneeberg an, es wurde Grunderwerb getätigt (150 000 Euro) und der Außenbereich des Bauhofs saniert (200 000 Euro). Die Abwasseranlage Muschenried verursachte vermehrt Kosten durch Sanierungsbedarf, und der Eigenanteil beim Bundesförderprogramm Breitbandversorgung stellt ebenfalls einen erhöhten Kostenfaktor dar (180 000 Euro).

Der Schuldenstand zum Jahresende 2019 wird unwesentlich verändert bei 774 414 Euro liegen, für heuer ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 150 000 Euro vorgesehen. Die Tilgung beträgt 174 384 Euro, um etwa 70 000 Euro mehr als 2018. Zwar für die Leistungsfähigkeit der Gemeinde von geringerer Bedeutung ist die Pro-Kopf-Verschuldung, doch informierte Regina Hildebrand von einer Abnahme von 568 auf 551 Euro.

Nach Beratung des Zahlenwerks wurde dem Finanzplan, dem Investitionsprogramm und dem Haushaltplan 2019 das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die Kämmerin erläuterte auch die wichtigsten Rechnungsergebnisse und die über- und außerplanmäßigen Ausgaben des vergangenen Haushaltsjahres. Auch diesen wurde zugestimmt.

Eckdaten:

Einwohnerzahl (Stand: 30. Juni 2018): 1 406 Personen.

Verwaltungshaushalt: 2,58 Millionen Euro Euro; Vermögenshaushalt: 2, 33 Millionen Euro Euro; Realsteuern (Grund-/Gewerbesteuer): 527 000 Euro; Schlüsselzuweisung: 587 000 Euro; Einkommenssteuer: 630 000 Euro; Kreisumlage: 555 000 Euro; Verwaltungsumlage: 245 000 Euro; Schulverbandsumlagen: 104 000 Euro/86 000 Euro; Rücklagenentnahme: 983 371 Euro; Rücklagen: 332 892 Euro. (bej)

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