05.11.2020 - 12:18 Uhr
WinklarnOberpfalz

Marktrat Winklarn skeptisch gegenüber Machbarkeitsstudie

In den unrenovierten Gebäuden des Thammer-Anwesens könnte das „Zentrum für Baukultur und Denkmalpflege“ seine Heimat finden. Dafür müsste zunächst eine Machbarkeitsstudie veranlasst werden. Der Marktrat ist nicht begeistert von der Idee.

Eines der Gebäude das in der Machbarkeitsstudie für das „Zentrum für Baukultur und Denkmalpflege“ im Thammer-Anwesen beleuchtet werden sollte.
von Annemarie MösbauerProfil

Im öffentlichen Teil der Marktratssitzung in Winklarn standen die Debatte um eine Machbarkeitsstudie für ein „Zentrum für Baukultur und Denkmalpflege“ im Thammer-Anwesen. Auf Antrag von Marktrat Michael Merthan wurde dieser Punkt vom nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil verlegt. Bürgermeisterin Sonja Meier erläuterte den Grundgedanken, den möglichen Ablauf, die Nutzung und die Finanzierungsmöglichkeiten. Die Ministerien für Finanzen und für Heimat und Denkmalschutz boten der Marktgemeinde das Projekt an. Es soll der Vernetzung des ostbayerischen Raumes mit Tschechien dienen.

Vorteil für ganzen Markt

Der Förderzeitraum beträgt zwei Jahre mit zwei Schritten: Machbarkeitsstudie und Projektantrag am Ministerium. In der Machbarkeitsstudie werden die Aufgabengebiete des Zentrums grob abgesteckt und dokumentiert. Dazu gehören unter anderem die Vernetzung von Handwerkern, die in der Denkmalpflege aktiv sind, Ausstellung von Restaurierungsarbeiten, zeigen von alten Handwerkstechniken, wie Kalkputzen, Kontakte herstellen zum Frauenhoferinstitut und der OTH Regensburg und zur Uni Bamberg mit dem Studiengang „Denkmalpflege“, Zusammenarbeit mit dem Freilandmuseum Neusath-Perschen, dem Archeo Zentrum Bärnau, dem Zentrum für Baukultur und Denkmalpflege in Plasy, dem Technischen Nationalmuseum Prag und Kontakt zu Thierhaupten. Weiter soll ermittelt werden: welche Ausstattung ist notwendig, welches Personal wird benötigt, kann sich der Markt dieses Projekt grundsätzlich leisten und welche Fördermöglichkeiten gibt es. Sonja Meier versprach, dass all diese Punkte in der Machbarkeitsstudie behandelt und beantwortet werden. Eine Realisierung bringe viele Vorteile für die Marktgemeinde, so die Bürgermeisterin. Durch die Aktivitäten, Kurse und Seminare werden die örtlichen Nahversorger (Bäcker, Metzger und Gaststätten) gestärkt.

Gremium hat Bedenken

Zu dieser Nutzungsform kamen jedoch Bedenken aus den Reihen der Markträte. Michael Merthan sah diese Machbarkeitsstudie als Einbahnstraße aus der man nicht mehr herauskommt. Er schlug vor, auch andere Nutzungsmöglichkeiten auf diesem Areal ins Auge zu fassen. Auch Benedikt Hutzler regta an mehrere Varianten der Nutzung zu prüfen und sich nicht auf eine Schiene festzulegen. Dritter Bürgermeister Robert Eibl wollte wissen ob der Auftrag neu ausgeschrieben wird, wenn angeblich die Pläne schon in der Schublade von Architekt Schönberger liegen und bezahlt sind. Dazu antwortete Sonja Meier: "Es gibt dazu keine Pläne, es wurden lediglich eine Aufmaßung und eine Befundung gemacht, die auch gefördert wurden." Zeige die Machbarkeitsstudie, dass die Realisierung schwer möglich ist, sei keine Rückforderung zu befürchten, antwortete Sonja Meier. Andreas Sorgenfrei schlug vor zweigleisig zu fahren, die Machbarkeitsstudie machen zu lassen und parallel nach anderen Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. Die Mehrheit der Markträte lehnte dies aber ab. Über das weitere Vorgehen muss die Kommune noch entscheiden.

Bauanfragen zum Teil genehmigt

Die Bauvoranfrage zum Bau eines Einfamilienhauses mit angrenzender Garage der Gemarkung Schneeberg (nähe Kirchplatz) kann erst nach einem Ortstermin des Bauausschusses entschieden werden, da sich die Voranfrage im Außenbereich befindet und nicht erschlossen ist.

Das gemeindliche Einvernehmen zur Bauvoranfrage zur Errichtung eines landwirtschaftlich genutzten Lagers bzw. Maschinenhalle mit darüber liegender Wohnung und einer integrierten Wohnung im Erdgeschoss der Gemarkung Winklarn wurde erteilt. Über die Grundstücksangelegenheit wurde jedoch keine Entscheidung getroffen.

Feierliche Einweihung des Thammer-Hauses

Winklarn
Brauereigebäude von der Hofseite her gesehen.
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