04.09.2020 - 13:16 Uhr
WinklarnOberpfalz

Neuer Glanz für Prozessionsfahne bei Windhals

Eine über 100 Jahre alte Prozessionsfahne beim Ortsteil Windhals hat die Familie Schmaderer neu errichtet. Sie haben sich damit eines besonderen Flurdenkmals angenommen.

Die neu errichtete und sanierte Prozessionsfahne.
von Annemarie MösbauerProfil

Volksfrömmigkeit und Glaube wird nicht nur in Kirchen und Kapellen sichtbar. In der Natur zeugen auch Marterl, Bildstöcke, Feld- und Flurkreuze davon. Die Gründe für deren Errichtung sind vielfältig – Ort eines Unglücksfalls, Dank für die Rettung aus bedrohlicher Situation oder für die Genesung von einer schweren Krankheit.

Im Raum Winklarn findet sich eine besondere Form der Kleindenkmale, die sogenannten Prozessionsfahnen. Dabei handelt es sich um einen Blechkasten mit Bild, mit einem aufgesetzten Kreuz auf einer Eisenstange. Ein solches neugestaltetes Denkmal fällt nun dem Wanderer etwa 700 Meter nach der Ortschaft Windhals auf dem Weg nach Muschenried ins Auge. Es befindet sich im Besitz von Albert und Gisela Schmaderer. Die Errichtung geht auf ein Unglück vor ungefähr 120 Jahren zurück: Damals eggte der Ururgroßvater von Albert Schmaderer mit einem Ochsengespann das Feld. Aus ungeklärter Ursache gingen die Zugtiere durch und schleiften den Landwirt mit. Als er später gefunden wurde, kam für ihn jede Hilfe zu spät.

Das damals errichtete Denkmal wurde schon einige Male renoviert. Doch in den vergangenen Jahren hatte der Zahn der Zeit gravierend daran genagt. So entschloss sich das Ehepaar Schmaderer, die Prozessionsfahne neu zu errichten. Sie ließen den Blechkasten sanieren, die Blechtafel bemalte der Kunstmaler Reinhold Hauer aus Trausnitz.

Als Motiv wählten die Besitzer wieder die Mutter Gottes mit Jesuskind. Kreuz, das Vordach in Blechschnittweise und die Heiligenscheine von Maria und dem Jesuskind fasste der Künstler in Gold. Der gestaltete Blechkasten ist mit einer Eisenstange in einem Granitsockel verankert. Die Mutter Gottes schaut herab, als wollte sie den vorbeigehenden Wanderer segnen und ihren Schutz anbieten. Für die Wiederherstellung dieses Kleinods gebührt der Familie Schmaderer großer Dank. Sohn Thomas möchte die Prozessionsfahne demnächst noch mit zwei Buchsbäumen einrahmen.

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