14.02.2021 - 09:56 Uhr
WinklarnOberpfalz

Ordenslaufbahn führt von Pondorf nach Südafrika

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Vor über 70 Jahren ist Theresia Schöberl aus Pondorf ins Kloster eingetreten. Im Orden der Mallersdorfer Schwestern setzt sich "Schwester Arnulfina" seit 55 Jahren für Waisenkinder und Bedürftige in Südafrika ein.

Seit 55 Jahren ist die aus Pondorf stammende Ordensfrau Schwester Arnulfina Schöberl für die Mallersdorfer Schwestern in Südafrika tätig. Das Bild zeigt sie mit drei Schützlingen
von Annemarie MösbauerProfil

In ihrer Heimatpfarrei Winklarn ist Schwester Arnulfina Schöberl aus Pondorf, die seit 1966 in der südafrikanischen Stadt Vryheid den Armen Gutes tut, nicht vergessen. Das ganze Jahr über erreichen sie Spenden, besonders zur Weihnachtszeit schicken ihr Verwandte, Freunde, Gönner und auch der Frauenbund und der Seniorentreff einen finanziellen Gruß. Dafür bedankt sich Schwester Arnulfina stets herzlich – per Brief, per Mail oder durch ihren Neffen Markus Schöberl.

Die Ordensfrau wurde 1935 als Theresia Schöberl in Pondorf, am Fuße des Frauensteins, geboren. Mit drei Brüdern und einer Schwester wuchs sie dort auf. Nach dem Besuch der Volksschule in Schneeberg und der landwirtschaftlichen Berufsschule trat sie im Alter von 15 Jahren am 5. August 1950 in das Kloster der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mallersdorf ein. Ihre Tanten Amalberta und Emeberta, Schwestern ihres Vaters, hatten sich ebenso für eine Ordenslaufbahn entschieden: Für die Armen Schulschwestern unterrichteten sie an Gymnasien.

Theresia Schöberl besuchte verschiedene Fachschulen und auch die Pädagogische Hochschule in Eichstätt. Am 21. März wurde sie eingekleidet, und am 1. Oktobrer 1963 legte sie die Ewige Profess ab. Als Schwester Arnulfina unterrichtete sie zunächst in einer Heimschule in Marktl am Inn, bis sie den Entschluss fasste, in die Mission zu gehen. Am 12. Januar 1966 verließ sie Deutschland, per Schiff von Venedig aus ging es durch den Suezkanal, an der afrikanischen Ostküste entlang bis nach Durban, und weiter zu ihrem Ziel nach Vryheid, einer Stadt in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Am 2. Februar 1966 – vor genau 55 Jahren – kam sie dort an.

Drei Oberpfälzer Schwestern kämpfen gegen Hunger und Armut

Nabburg

Die Mallerdorfer Franziskanerinnen hatten 1955 in Vryheid eine Niederlassung gegründet. Die Stadt hat ungefähr 20 000 Einwohner, eine genaue Zahl lässt sich nicht nennen, da es viele Arme und Obdachlose gibt. Schwester Arnulfina arbeitete dort bis zu ihrem Ruhestand, als Lehrerin an einer Volksschule. Sie unterrichte Religionslehre, Erdkunde, Zeichnen, Englisch und Zulu, eine einheimische Sprache. Die Schule ist für Menschen jeglicher Herkunft offen.

Ebenfalls eingebunden war sie in die örtliche Pfarr- und Seelsorgearbeit. "Kranke, Arme, Arbeitslose und behinderte Menschen, missbrauchte und verstoßene Kinder finden bei uns ein Zuhause", erzählte sie einmal bei einem Heimaturlaub.

Bei ihrem Besuch im Jahr 2004 unterzog sie sich einer Hüftoperation, an deren Folgen hat sie allerdings noch immer zu leiden. Bei diesem Heimaturlaub konnte sie auch ihren Bruder Josef auf seinem letzten Weg begleiten. Im Jahr 2008 war sie das letzte Mal in Deutschland. Schwester Arnulfina hat ihr ganzes Leben und ihre Arbeitskraft in den Dienst der Armen und Hilfsbedürftigen im fernen Afrika gestellt.

Wie berichtet wird, verschlechtert die Corona-Pandemie die Lebensbedingungen der HIV-Erkrankten, Aids-Waisen und armen Menschen extrem. Mit dem Unterrichtsausfall fällt auch die Schulspeisung weg und die Bedürftigen müssen Hunger leiden. Die „Nardini Sisters“, wie die Mallersdorfer Schwestern auch genannt werden, helfen mit Lebensmittelpaketen aus, finanziert durch Spenden aus der Heimat.

Schwester Arnulfina macht sich in ihrem Ruhestand weiterhin nützlich: Sie unterrichtet die Ordensjugend und näht und flickt die Kleidung. In ihrem hohen Alter von fast 86 Jahren pflegt sie regen Kontakt per Mail zu ihren Verwandten und Gönnern. Sie freut sich stets über aktuelle Nachrichten und Bilder aus der Heimat. Allerdings befindet sich in ihrem Haus kein PC und sie muss immer ein Stück gehen, um online sein zu können – mit Krücken ein beschwerlicher Weg. Ihre Nachrichten an ihre Neffen beendet sie stets mit „deine" oder "euere Tante Resi".

Spendenkonto

Bankverbindung: Liga-Bank Regensburg; Iban: DE16 7509 0300 0001 1718 87; Verwendungszweck: Arnulfina Schöberl Vryheid. Mit dem Geld wird die Arbeit der Mallersdorfer Schwestern in Südafrika unterstützt.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.