28.11.2018 - 17:00 Uhr
Wirbenz bei SpeichersdorfOberpfalz

Glocken läuten wieder zum Gottesdienst

Lange haben Pfarrer Dirk Grafe und die evangelische Gemeinde auf diesen Tag warten müssen. Nach Jahren der Außen- und Innensanierung und Kosten von rund 1,7 Millionen Euro wird die St.-Johannis-Kirche am 2. Dezember wieder geweiht.

Zur Wiederweihe der komplett sanierten evangelische St.-Johannis-Kirche am ersten Adventssonntag hat sich auch Regionalbischof Hans-Martin Weiss aus Regensburg angesagt.
von Autor HAIProfil

Lange haben Pfarrer Dirk Grafe und die evangelische Gemeinde auf diesen Tag warten müssen. Nach Jahren der Außen- und Innensanierung und Kosten von rund 1,7 Millionen Euro wird die St.-Johannis-Kirche am ersten Adventssonntag, 2. Dezember, wieder geweiht. Zur Abendmahlsfeier um 9.30 Uhr kommt auch Regionalbischof Hans-Martin Weiss aus Regensburg.

Nach knapp 50 Jahren war sie überfällig: die komplette Außen- und Innensanierung. 2015 startete die Außenputzerneuerung und Turmsanierung inklusive Glockenstube und -stuhl an dem über 100 Jahre alten Gotteshaus. Zwei Jahre haben diese Gewerke in Anspruch genommen. Seit Sommer 2017 leuchtet auch das rote Ziffernblatt der Kirchturmuhr wieder im Glanz des Sonnenscheins, und drehen die Zeiger ihre Runden. Doch lange konnten die Glocken die Gläubigen nicht zum Gottesdienst rufen.

Denn es folgte unmittelbar die Innensanierung. Dem Erntedankfest 2017 schloss sich die vollkommene Entkernung der Kirche an. "Nur die Mauern im wahrsten Sinne des Wortes standen noch", erinnert sich Grafe. Bis zum Felsengrund, 70 Zentimeter tief, musste der Innenraum ausgebaggert und mit Frostschutz versehen werden. Darauf legten die Arbeiter Luftbetonsteine, und auf diese Sollnhofener Kalksteinplatten mit versteinerten Pflanzen wie Farne und Gräser, die heute noch erkennbar sind. Sie sind eines der vielen Unikate, denn sie sind Bestandteil der Kirche seit ihrer Errichtung 1905. Teils beschädigt, war es allein aus Denkmalschutzgründen eine Verpflichtung, sie zu erneuern.

Dann wurde der Putz abgeschlagen und neuer weißer Putz aufgezogen. Die Farbgebung erfolgte nach einem neuen Konzept. Die alte Farbgebung wurde durch die historisch richtige ersetzt: das Kreuzrippengewölbe, ein Rabitz-Gewölbe, das aufgehängt ist, wurde in Terrakottafarben getaucht, wie es sich für das Gotische und Neugotische gehört.

Modernisiert sind auch Lautsprecheranlage und Beleuchtung. Lediglich der Kronleuchter von 1725 bleibt komplett restauriert erhalten. Alles andere ist umgestellt auf LED-Technik. Waren früher nur die beiden Mittelreihen beheizt, so verfügt die Kirche jetzt über eine neue Heizung über die ganze Kirche und über alle Bankreihen hinweg. Wie Kanzel, Altar und Orgel ist ebenfalls das Gestühl restauriert, indem es zum Teil ausgebessert und an Fehlstellen retuschiert wurde. Der Denkmalschutz sprach auch bei der Kanzel mit. Zierten die Engel bislang den Kanzelkorb, so begleiten sie jetzt dem ursprünglichen Ort entsprechend auf dem Deckel der Kanzel den auferstanden Christus bei seiner Himmelfahrt. In frischen Farben glänzt ebenso der Altar, ein Überbleibsel der Vorgängerkirche mit den vier Evangelisten, der der Werkstatt von Elias Räntz zugerechnet wird. Während bei der Orgel der Korpus vor Ort blieb, wurden deren Pfeifen in Nürnberg einer Generalüberholung unterzogen.

Auf dem Dachboden wieder ausgegraben hat man den jahrzehntelang verschollenen Taufsteindeckel. Frisch restauriert ziert er jetzt wieder den Taufstein. Aufpoliert wurde auch das Kriegerehrenmal von 1921. Eingemeißelt in Treuchtlinger Marmor, erinnern im linken Seitenschiff 37 Namen, geordnet nach den sechs Gemeinden der Pfarrei (Wirbenz, Göppmannsbühl, Guttenthau, Speichersdorf, Zeulenreuth und Kemnath), an die gefallenen oder vermissten Söhne.

In der kalten Jahreszeit haben es jetzt alle Gottesdienstbesucher schön warm. Die Arbeiter haben Leitungen verlegt, um sowohl die ganze Kirche als auch alle Bankreihen zu beheizen.
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