09.08.2018 - 17:43 Uhr
Wirbenz bei SpeichersdorfOberpfalz

Ohne Ruhe keine neuen Taten

"Mach mal Pause!" Was passt zur Urlaubs- und Ferienzeit besser als diese Aufforderung. Unter dieses Motto stellen daher die beiden Kirchengemeinden Speichersdorf und Wirbenz den gemeinsamen Freiluftgottesdienst auf der Tauritzmühle.

Kirchenchor Wirbenz
von Autor HAIProfil

(hai) Der Gottesdienst und die musikalische Gestaltung verliehen der Notwendigkeit der regenerierenden Facette des "Carpe diem" Gewicht. Rollenspiel und Dialogpredigt sorgten dazu für gespannte Aufmerksamkeit. Aber auch auf die Rahmenbedingungen wurde viel Wert gelegt. Um möglichst viel Schatten zu bieten, erfolgte kurzerhand eine neue Anordnung der Bänke und des von den Mesnerinnen Sonja Stangl und Anita Schott dekorierten Altares. Die Wirtsleute Schäffler hatten zusätzliche Sonnenschirme aufgestellt.

Über 300 Besucher hatten sich auf dem Platz rund um die Linde an der Tauritzmühle eingefunden, als der Posaunenchor zur festlichen Intrade ansetzte. "Ein Freiluftgottesdienst in so einer idyllischen Lage ist der ideale Ort in den Ferien- und Urlaubstagen", begrüßte Prodekan Pfarrer Dirk Grafe die große Gemeinde. Urlaub und Ferien seien notwendig, um zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte zu tanken. Der Sonntag führe den Gläubigen Gottes Willen klar vor Augen: "Mach's wie Gott! Mach' auch mal Pause!"

Nach dem Lied "Geh' aus, mein Herz, und suche Freud', in dieser lieben Sommerzeit" betete Stefanie Hopp im Wechsel mit den Gläubigen Psalm 36. Nach dem Tagesgebet durch Vikarin Kathrin Spies stellten Kinder aus beiden Gemeinden das Evangelium von den unterschiedlichen Schwestern Marta und Maria, die zu Gast bei Jesus waren (Lukas 10 38-42), in einem Rollenspiel dar. In einer pfiffigen Dialogpredigt übertrugen Hopp und Spies die doch so unterschiedlichen Charaktere der beiden Schwestern in den Alltag.

Wer wünsche sich nicht, wie Maria zu sein, die Jesus zuhöre und alles um sich herum vergesse. Sie könne abschalten und auch bewusst einmal nichts tun. Doch meist seien die Menschen wie Marta, die nur schufte und keine Zeit zum Hören und Ruhen finde, und damit auch irgendwann kraftlos und mürrisch werde. Aus den Vorwürfen Martas über Marias Untätigkeit klang dann aber auch die Sehnsucht nach eigener Ruhe heraus.

Jesus machte Maria zum Vorbild für die Menschen. Er lenkte den Blick auf den Wert der Auszeit. "Ohne Ruhe und Erholung können wir nicht am Reich Gottes arbeiten, ohne Ruhe gibt es keine guten Ideen und neue Taten", meinte Hopp. Vor dem Handeln müsse das Hören und Durchdenken stehen. Natürlich brauche es die Arbeit und das Sorgen der Marta, sonst würde nichts mehr funktionieren, aber immer im notwendigen Maß, meinte Spieß. Beide Schwestern müssten in jedem Menschen zu Wort kommen, lautete die Botschaft. So wie Gott selbst am siebten Tag geruht habe, schenkte er den Menschen Zeiten der Ruhe und des Kraftschöpfens. "Sei nicht nur immer Marta, sondern auch Maria", appellierten Hopp und Spies an die Gläubigen für die Ferien- und Urlaubszeit.

In den Fürbitten baten auch Heidi Lauterbach, Sonja Stangl und Pfarrer Dirk Grafe um die nötige Ruhe und Erholung, um eine gute Ernte und ein gutes Wetter. Sie gedachten aber auch der vielen Flüchtlinge in der Welt. Der Kirchenchor der Pfarrei Wirbenz unter Leitung von Gertraud Burkhardt und der Posaunenchor Speichersdorf unter Leitung von Alfred Kreuzer sorgten für die musikalische Gestaltung.

Viele Besucher blieben noch zum Frühschoppen und Mittagessen, um im Gespräch den Morgen ausklingen zu lassen. Auch von der Pfarrei Wirbenz angebotene Fair-Trade-Waren fanden regen Absatz.

Posaunenchor
Vikarin Kathrin Spies und Prodekan Dirk Grafe gestalten zusammen mit Religionspädagogin Stefanie Hopp (von links) den Freiluftgottesdienst.
Rund 300 Gläubige kommen zum Freiluftgottesdienst bei der Tauritzmühle.
Rund 300 Gläubige kommen zum Freiluftgottesdienst bei der Tauritzmühle.
Rund 300 Gläubige kommen zum Freiluftgottesdienst bei der Tauritzmühle.
Vikarin Kathrin Spies und Prodekan Dirk Grafe gestalten zusammen mit Religionspädagogin Stefanie Hopp (von links) den Freiluftgottesdienst.
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