Wirbenz bei Speichersdorf
16.03.2026 - 11:17 Uhr

„Singen für den Frieden“: Chöre der Kulmregion begeistern in Wirbenz

Rund 100 Sänger der Kulmregion setzen mit einem Konzert in Wirbenz ein starkes musikalisches Zeichen für Frieden. Das Event, bereits zum vierten Mal veranstaltet, sammelt zudem Spenden für Kinderhilfsprojekte.

Mit einem eindrucksvollen musikalischen Zeichen für Frieden und Zusammenhalt setzten am Sonntagnachmittag rund hundert Sänger aus der Kulmregion ihre inzwischen etablierte Konzerttradition fort. Zum vierten Mal hatten evangelische und ökumenische Chöre der Region zu einem gemeinsamen Konzert-Gottesdienst in die St.-Johannis-Kirche in Wirbenz eingeladen. Die Mitwirkenden zogen singend ins voll besetzte Gotteshaus ein und setzten mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ den Auftakt. Pfarrerin Friederike Steiner begrüßte die Besucher und spannte mit ihren Worten den geistlichen Bogen des Nachmittags. Das Motto „Singen für den Frieden“ sei Ausdruck einer tiefen Sehnsucht vieler Menschen nach Versöhnung und Hoffnung in einer konfliktreichen Welt. Musik könne dieser Sehnsucht eine Stimme geben.

Die Konzertreihe hat ihren Ursprung im Jahr 2017, anlässlich des Reformationsjubiläums in der Christuskirche in Speichersdorf. Der große Erfolg führte auf Initiative von Gertraud Burkhardt zu einer Fortsetzung: 2019 und erneut 2024 wurde das Konzertformat in Wirbenz fortgeführt. Nach dem Erfolg im Lutherjahr hatte Pro-Deo-Chorleiterin Gertraud Burkhardt aus Wirbenz 2019 und 2024 mit weiteren Chorleitern die Auftritte organisiert.

Chöre aus Wirbenz, Eschenbach, Grafenwöhr, Speichersdorf, Kemnath und Marktredwitz gestalteten in diesem Jahr das Programm. Den ersten musikalischen Akzent setzten „New Voices“ aus Eschenbach und Grafenwöhr unter Leitung von Walter Thurn. Mit Martin Luthers Friedenslied „Verleih uns Frieden gnädiglich“ schlugen die Chöre eine Brücke zwischen reformatorischer Tradition und aktuellem Anliegen. Besonders eindringlich gelang anschließend „Anker in der Zeit“ von Albert Frey.

Der Männergesangverein 1854 Wirbenz, geleitet von Iris Meier, überzeugte mit warmem Männerchorklang und sorgfältiger Phrasierung. Im Tiroler Volkslied „Fein sein, beinander bleiben“ kam eine bodenständige musikalische Herzlichkeit zum Ausdruck.

Mit viel Schwung zog danach der Kemnather Gospelchor „Just for Joy“ die Zuhörer in seinen Bann. Besonders die Stücke „I’ve got a feeling“ und „Where peaceful waters flow“ entfalteten berührende Wirkung. Das evangelische Projektsextett aus Speichersdorf unter Leitung von Andrea Kühn und mit Dominik Fick am E-Piano brachte „Take a Rest“ und „Deine Hand hält meine Hand und mein Morgen“. Einen musikalischen Höhepunkt bildete der Auftritt des Chores „Good News“ aus Marktredwitz unter der Leitung von Dekanatskantor Michael Grünwald. Besonders die Spirituals „I’ve got peace“ und „Like a mighty river“ überzeugten durch rhythmische Energie. Beim abschließenden Segenslied „The Lord bless you“ entfaltete sich schwebender Chorklang.

Als gastgebendem Chor oblag „Pro Deo“ Wirbenz unter der Leitung von Gertraud Burkhardt der Schlussakkord. Besonders das Schlusslied „Geh unter der Gnade“ wurde vom Publikum mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen.

Miriam Matemba stellte die Arbeit der Kriegskindernothilfe Warmensteinach vor, für die an diesem Nachmittag Spenden gesammelt wurden. 2965 Euro konnten schließlich übergeben werden. Der Verein engagiert sich seit den 1990er Jahren für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten und unterstützt Projekte unter anderem in der Ukraine, in Syrien sowie in Ländern Südosteuropas und Afrikas. Auch das Konzert in Wirbenz stand ganz im Zeichen dieser konkreten Hilfe. Den musikalischen Schlussakkord bildete das „Te Deum“, das der große Gesamtchor aller Mitwirkenden und Konzertbesucher erklingen ließ.

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