21.02.2020 - 17:18 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Wirte fahren Forester

Das Auto für den Wirt? Kommt schon seit Generationen aus Japan. Den Forester schätzen der Forst-, der Land- und der Teichwirt. Weil er ein Durch-dick-und-dünn-Kumpel ist.

Test des neuen Subaru Forester am Rande des Lausitzringes
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Subaru ist weltgrößter Hersteller von Allradautos, und daran kann auch die verhagelte Bilanz des Jahres 2019 von Subaru Deutschland nichts ändern. Nur knapp 6000 Subaru wurden im vergangenen Jahr neu zugelassen, bedauert Geschäftsführer Volker Dannath. Nicht, dass er nicht mehr hätte verkaufen können: Japan kam einfach nicht mit der Lieferung nach: Naturkatastrophen und Qualitätsprobleme waren die Ursachen.

Mit dem nahezu komplett neuen Forester soll nun alles besser werden. Es gebe genügend Autos, verspricht Dannath, und die stünden spätestens ab 7. März frisch poliert beim Händler.

Aber was steht da genau? Ein 4,63 Meter langes SUV, das den Zusatz e-Boxer im Namen trägt. Richtig vermutet: Subaru kombiniert den bekannten Vierzylinder-Boxer mit einem 16,7-PS-E-Motor, der direkt und platzsparend am Getriebe sitzt. Der macht den Wagen zwar nicht zum E-Mobil (und damit auch nicht förderfähig), soll aber beim Anfahren und Beschleunigen ein wenig mithelfen. Mildhybrid nennt man Fahrzeuge dieser Gattung. Geladen wird mit Hilfe des Verbrenners und von Energie, die beim Verzögern entsteht. Den Forester gibt es nur in dieser Antriebsform, also mit 150 PS. Er kann sogar ein bisschen rein elektrisch fahren - einen guten Kilometer, wie Subaru sagt.

Handschalter gibt es nicht

Test des neuen Subaru Forester am Rande des Lausitzringes

Ebenfalls alternativlos ist das stufenlose Lineartronic-Getriebe, das den Forester zum Heuler macht, wenn man ihn fordert, beim Dahingleiten aber durchaus Sympathiepunkte sammelt. Permanenter Allrad ist gesetzt beim Forester, und auch das Doppel-Kamerasystem Eyesight, das den Verkehr rein optisch überwacht und die Assistenten steuert. Weil es weder zu Motor noch Getriebe noch Zahl der angetriebenen Räder Alternativen gibt, haben wir Zeit, mit dem Forester ein wenig ins Gelände zu gehen. Wir tun das in den Kuhlen und Hügeln, die den Lausitzring nahe Dresden umgeben. Klettern, waten, schräg fahren: Der Forester kann's, und managt auch die Bergabfahrt selbstständig. Ein Rad auf der Mittelkonsole steuert die Fahrmodi Normal, Schnee und Schlamm. Das ist immer alles drin im Forester. Die günstigste von vier Ausstattungsvarianten heißt "Trend" und bietet bereits elektrische Spiegel, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad, Rückfahrkamera, Audiosystem mit DAB, Apple-Carplay und Android-Auto sowie LED-Licht. 34 990 Euro kostet der günstigste Forester. Das Top-Modell "Platinum" mit allem Pi-Pa-Po steht für 43 490 Euro in der Liste. Dazwischen rangieren der Active (38 890) und der Comfort (39 990). Den Durchschnittsverbrauch gibt Subaru mit 6,7 Litern Super an, was einem CO2-Wert von 154 Gramm pro Kilometer entspricht.

Elektroauto kommt Ende 2022

Damit verfehlt Subaru die EU-Vorgaben - wie fast alle Hersteller - klar. Geschäftsführer Dannath gibt sich gegenüber Oberpfalz-Medien keinen Illusionen hin: "Wir werden Strafe zahlen - rund 1600 Euro pro Auto". Doch es gibt Hoffnung: Für Ende 2022 hat Subaru ein rein elektrisches Fahrzeug angekündigt. Ob's den Geschmack der Wirte trifft? Man wird sehen.

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