Witzlasreuth bei Kulmain
02.05.2022 - 12:12 Uhr

Witzlasreuther Kapellenverein droht Auflösung

Wie geht's weiter mit dem Witzlasreuther Kapellenverein? Diese Frage versuchten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen zu beantworten. Eine Lösung zeichnete sich aber nicht ab.

"Wir haben in einer Vorstandssitzung bisher vergeblich versucht, für den Weiterbestand des Vereins eine personelle Lösung zu finden. Dies gelang uns bisher nicht", berichtete Vorsitzende Claudia Christl den Mitgliedern des Kapellenvereins im Heim des Heimatvereins. Sie aus zeitlichen, ihr Stellvertreter Joachim Reger und Schriftführer Josef Hofmann aus Altersgründen stünden für diese Ehrenämter nicht mehr zur Verfügung. "Ein dringend notwendiger Generationswechsel ist trotz intensiver Bemühungen unsererseits, Nachfolger zu finden, mangels Bewerbern nicht in Sicht", bedauerte die Rednerin.

Ihr Dank galt allen Helfern und Ehrenamtlichen rund um die Kapelle sowie dem scheidenden Vorstand. Nachdem keine neue Führungsriege in Sicht sei, könnte der bisherige Vereinszweck auch durch eine Arbeitsgemeinschaft erreicht werden.

Zusammen mit Heimatverein?

Die Anwesenden diskutierten die weitere Vorgehensweise. Zur Auflösung des Vereins müsste zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen werden. Dabei hat der Verein über die mögliche Auflösung zu informieren. Ein Zusammenschluss mit dem Heimatverein wäre eine Lösung, die aber erhebliche Hürden mit sich bringen würde. Das Vereinsguthaben würde bei der Auflösung an die Gemeinde mit der Auflage gehen, dieses für den Erhalt der Kapelle einzusetzen. Die Versammlung war sich darüber einig, dass auch ohne Verein der Erhalt der Kapelle durch die engagierten Ortsbewohner gesichert werde. Joachim Reger ergänzte, dass in den drei vergangenen dreijährigen Wahlperioden vergeblich versucht wurde, Nachfolger zu finden.

Die Vorstandschaft wird letztmals versuchen, die Mitglieder wachzurütteln, und eine Führungsmannschaft zu finden. Andernfalls muss der Auflösungsprozess in Gang gesetzt werden.

Nach dem Totengedenken, vor allem für Justine Bauer, hatte Christl einen kurzen Abriss des Vereinsgeschehens seit Oktober 2021 gegeben. Coronabedingt musste das für Juli 2021 geplante Kapellenfest ausfallen. Zudem fanden wegen der Pandemievorschriften in der kleinen Ortskapelle keine religiösen Veranstaltungen statt. "Seitens des Bistums gibt es keine Corona-Auflagen mehr, sondern nur mehr Empfehlungen. Maskentragen ist keine Pflicht mehr. Es kann wieder gesungen und Weihwasser gereicht werden", berichtete Christl. Auch das Binden der Osterkrone fiel aus.

Sie trug vor, dass Salpeter im Sockelbereich der Kapelle ausblüht und damit Putz und Farbe schädigt. Es wird eine Farbe zum Testen aufgetragen. Kassierin Barbara Trotter-Reindl berichtete von einem kleinen Jahresminus. Ihr bestätigten Siegfried Vetter und Dieter Brunner eine vorbildliche Kassenführung.

Strauch statt Nadelbaum

Die Versammlung war sich einig, dass die Tradition der Fronleichnamsprozession von Witzlasreuth nach Kulmain wieder aufgenommen wird. Auch Maiandachten finden wieder statt. Der geschädigte Nadelbaum vor der Kapelle wird heuer entfernt und durch einen Blühstrauch sowie ein Setzrohr für Weihnachtsbäume oder Fahnenmast ersetzt. Bürgermeister Günter Kopp meinte, dass der Erhalt der Kapelle durch die Ortsbewohner mit und ohne Vereine funktioniere. Sie sei der religiöse und kulturelle Mittelpunkt des Ortes und habe mit 205 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal inne.

Hintergrund:

Der Kapellenverein

  • Gründungsdatum: 27. Februar 1989
  • Gründungsort: ehemaliges Wirtshaus „Wonger“
  • Mitgliederzahl: derzeit 71
  • aktuelle Vorsitzende: Claudia Christl
 
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