15.08.2021 - 10:21 Uhr
Wölsendorf bei SchwarzachOberpfalz

Wölsendorfer Schützen suchen eine neue Heimat

Das Thema "Auflösung" ist vom Tisch, doch die Schützengesellschaft Nabtal Wölsendorf will sich eine neue Bleibe suchen. Der Verein denkt daran, Räume anzumieten.

Um Auflösung oder Fortbestand der Schützengesellschaft "Nabtal Wölsendorf" ging es in der Generalversammlung im Dorfstodl. Schützenmeister Franz Winter (stehend links), skizzierte die Situation. Rechts im Bild Gauschützenmeister Johann Dirrigl.
von Herbert RohrwildProfil

Seit 55 Jahren ist die Schützengesellschaft „Nabtal Wölsendorf“ im Gasthaus Lorenz „Zum grünen Kranz“ unentgeltlich beheimatet. Der neu vorgegebene Nutzungsvertrag ab Januar 2021 führt aber zu weit greifenden Überlegungen. Zur Disposition stand auch der Fortbestand des Vereins.

Schützenmeister Franz Winter erinnerte bei der Generalversammlung im Dorfstodl in seinem Bericht für die Jahre 2019 und 2020 an die Blütezeit der letzten Jahrzehnte. Inzwischen scheine aber das Interesse an diesem Sport nachzulassen. Auch die Pandemie übe einen negativen Einfluss aus. Die Schießabende seien weniger frequentiert, und auch verschiedenste Angebote konnten den Abwärtstrend nicht stoppen. Erfreulich sei, dass der Mitgliederstand mit 112 Personen, darunter sieben Passive, unverändert sei.

Im November 2020 luden dann Georg und Thomas Lorenz Mitglieder der Vorstandschaft zu einem Gespräch in ihr Gasthaus ein, um eine weitere Nutzung vertraglich zu regeln. Ein Umbau für anderweitige Zwecke ist im Gespräch. Der Schützenmeister befürchtet, dass die entstehenden finanziellen Lasten die Schützengesellschaft in Schwierigkeiten bringen. Die vorübergehend geschlossene Vereinbarung laufe vorerst nur bis Jahresende 2021. Die abgemachte Pauschale ist in zwei Raten zu begleichen.

Vom aktuellen Beitrag verbleiben nur drei Euro beim Verein, verdeutlichte Schützemeister Franz Winter. Der Rest gehe als Abgabe an den Oberpfälzer Schützenbund. Die beabsichtigte Beitragserhöhung bediene größtenteils den neuen Nutzungsvertrag. Fest stehe aber auch, dass die Schützen derzeit auf Dauer keine unabhängige Bleibe haben.

Als Tenor kristallisierte sich heraus, dass trotz Flaute und Raumproblematik keine Pflöcke für eine Vereinsauflösung eingeschlagen werden sollen. Mit dem Vertrag kann auch ein Grundstein für das Fortbestehen gelegt werden. Ein Neubau ist jedenfalls nicht realisierbar. Als Alternativen wurden auch das Anmieten des alten Schulhauses oder des "Berliner Hauses" angesprochen. Für eine solche Regelung sind allerdings Umbaumaßnahmen erforderlich.

Für das weitere Vorgehen waren Stimmzettel vorbereitet. Die 42 anwesenden Mitglieder konnten über drei Alternativen entscheiden. Für die Beitragserhöhung auf 25 Euro für Jugendliche/Passive und 50 Euro für Erwachsene sowie das Anstreben eines alternativen Schützenheims votieren 31 Wahlberechtigte. Zehn Mitglieder plädierten bei gleicher Beitragsanpassung für die Fortsetzung des Schießbetriebs im Gasthaus Lorenz. Nur ein Mitglied war für die Auflösung der Schützengesellschaft „Nabtal Wölsendorf“. Die aktuelle Vorstandschaft soll die Entscheidung satzungsgemäß vollziehen.

Noch amtierender Schützenmeister Franz Winter freute sich über die klare Entscheidung. Seit der letzten Jahreshauptversammlung sei bekannt, dass er sich nicht mehr zur Wahl stelle. Sein Entschluss stehe mit der derzeitigen Situation in keinster Weise im Zusammenhang, versicherte er.

„Ich stehe der Sache positiv gegenüber“, brachte Gauschützenmeister Johann Dirrigl in seinem Grußwort zum Ausdruck. Der Schützenverein stärke und präge das Ortsleben, hob Dritter Bürgermeister Joachim Schießl hervor und sagte die Unterstützung durch die Gemeinde Schwarzach zu. Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit stimmen die Mitglieder der Verschiebung des Tagesordnungspunktes „Neuwahl der Vorstandschaft“ zu.

Schützenvereine und die Pandemie

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.