08.11.2020 - 11:11 Uhr
Wollau bei PressathOberpfalz

Skifahren in Corona-Zeiten: Oberpfälzer Lifte vor neuen Herausforderungen

Der Wollauer Skilift (Kreis Neustadt/WN) bleibt wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Skikurse soll es aber trotzdem geben. Doch wo öffnen die Lifte überhaupt?

Wie wird die Skisaison in der Region heuer ablaufen? Können die Lifte überhaupt öffnen? Diese Fragen stellen sich die Verantwortlichen in Mehlmeisel und Immenreuth derzeit. In Wollau ist bereits eine Entscheidung gefallen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Es ist das erste Mal seit rund 35 Jahren, dass die Skiabteilung der DJK Pressath den Lift in Wollau nicht aufbauen wird. "Das ist schon traurig. Wir haben ihn jedes Jahr aufgestellt, auch wenn dann kein Schnee lag", bedauert Christian Gareis. Doch dieses Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders. Auf dem kleinen Skihang in Pressath werden keine Ski-, Snowboard-, oder Schlittenfahrer unter der Aufsicht der DJK durch den Schnee kurven. "Heuer ist es nicht so realisierbar, wie es sonst immer war, weil wir das Hygienekonzept nicht halten können", erklärt Gareis die Entscheidung. Skikurse soll es aber dennoch geben – dann allerdings in Mehlmeisel und Immenreuth, wo ein Konzept einfacher sein soll. Circa 75 Anmeldungen gibt es dafür schon – weniger als sonst, aber immerhin. "Oft ist es ja so: Wenn man den Lift ein Mal nicht mehr aufstellt, dann stellt man ihn gar nicht mehr auf. Ich persönlich hoffe aber, dass das nicht passiert", denkt der 44-Jährige schon an nächstes Jahr. Vorerst muss er sich mit der Pause in Wollau allerdings begnügen.

Oft ist es ja so: Wenn man den Lift ein Mal nicht mehr aufstellt, dann stellt man ihn gar nicht mehr auf. Ich persönlich hoffe aber, dass das nicht passiert.

Christian Gareis, Ski-Abteilung DJK Pressath

In Mehlmeisel dagegen bereitet man sich auf die neue Skisaison vor Ort vor. "Es gibt ein Hygienekonzept, das aber immer wieder angepasst werden muss, weil sich die Auflagen jeden Tag ändern", verrät Lothar Huber, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde. Öffnen wolle Mehlmeisel seinen Klausenlift unbedingt, außer es gibt einen erneuten Lockdown. "Was soll in einem Schlepplift schon groß passieren. Da fährt dann halt jeder nur allein", sagt Huber. Eines der drei Terminals zum Lift, nämlich das in der Mitte, bleibe zudem geschlossen, gibt er Einblicke in das derzeitige Konzept. Masken müssten beim Anstellen aufgesetzt werden. Mit Durchsagen sollen die Skifahrer immer wieder an das Einhalten der Regeln erinnert werden. Auch auf Sauberkeit wird streng geachtet. Die Bügel am Lift, die angefasst werden, und die Skifahrerkarten werden stets gereinigt, die Karten sogar mit UV-Licht. Eine Maske sei bei der Abfahrt zwar nicht zwingend notwendig, die Skifahrer hätten bei minus 10 Grad aber meist eh Stoff vor Mund und Nase, meint Huber. Angst, dass sich Szenen wie im österreichischen Ischgl in Mehlmeisel wiederholen könnten, hat er nicht. "Après-Ski gibt es bei uns keines. Die Aufenthaltsräume werden auch gesperrt." Dass die Wollauer Skifahrer in dieser Saison auf Mehlmeisel, oder Immenreuth ausweichen, kann er verstehen. "Bei so kleinen Liften kann kein Abstand eingehalten werden", meint er. Ob dann aber in Mehlmeisel tatsächlich die Ski ausgepackt werden können, müsse bis kurz vor der Saison abgewartet werden.

Schon in der Skisaison 2019/2020 war der Skilift in Wollau nicht in Betrieb

Wollau bei Pressath

Das ist auch in Immenreuth die Devise. "Grundsätzlich tun wir alles, dass geöffnet werden kann. Wir haben ein Konzept entwickelt, das derzeit zur Prüfung beim Gesundheits- und Landratsamt liegt", verrät Bürgermeister Thomas Kaufmann. Während die Mitarbeiter FFP2-Masken tragen sollen, müssten die Skifahrer Mund und Nase nicht bedecken, dafür seien aber die Abstände streng einzuhalten. Pro Sitz dürfte dann auch nur eine Person in den Schlepplift. Sorgen, dass sich Szenen wie in Ischgl auftun könnten, hat auch Kaufmann nicht. "Après-Ski gibt es definitiv nicht. Wir waren aber noch nie ein Partylift. In der Regel sind die Leute gekommen und sind einfach Ski gefahren. Wenn das Konzept entsprechend ausgearbeitet ist und sich alle an die Regeln halten, habe ich keine Angst."

 

 

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