Das war genau nach dem Geschmack der Besucher in der voll besetzten Globisch-Kulturscheune. "Stodlmusik mit Geschmack" versprachen Hausherr Nikolaus Franz Fedor Globisch, die Gruppe "Triangel" und die "Pfiffigen Knepf". Globisch führte amüsant und sehr eigenwillig durch das erfrischende Programm.
Mühelos schaffte das Gesangstrio "Triangel" mit Andrea Götz (Sopran), Steffi Daubenmerkl (Mezzosopran) und Doris Völkl (Alt) aus Waldthurn den Einstieg in den Abend. Die drei Sängerinnen boten das berühmte Fahrenberglied des Oberbernriethers Georg Schmidbauer. Das Musikensemble "Pfiffige Knepf" brachte die drei "Wintermänner" aus Sulzbach-Rosenberg auf die Stodlbühne. Sie hatten mit Sabine Pschibl (Vohenstrauß) eine Hackbrettspielerin der Extraklasse in ihren Reihen, die mit Sigi Winter pfiffig, einfühlsam, mitreißend auch die Knopfharmonika spielte und ihre Finger zielsicher über die "Knepf" gleiten ließ.
Eine besondere Note verlieh der Musikgruppe, die ihre Entstehung im Bergstüberl im Pfifferlingstiel hat, Werner Winter mit dem Kontrabass, der den Saiten taktvoll harmonische Töne entlockte. Die ideale Ergänzung war der Jüngste im Bunde, Marco Winter, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Gitarrenvirtuose ist. Das Quartett hat sich echter alpenländischen Volksmusik verschrieben und bot diese mit "Triangel" perfekt.
Die Mischung brachte den Erfolg des Abends. Neben den Künstlern war noch ein weiterer an diesem Abend der Star: der Kulturstodl selbst, der in rustikaler Atmosphäre mit den acht Protagonisten perfekt harmonierte. Die beiden Gruppen boten nicht nur einzeln ihre begeisternden Darbietungen, sondern harmonierten wie beim "Und d'Liab is wia a Bach", "Schau auf's Guade im Leb'n" oder der "Wahren Freundschaft" auch miteinander. Pschibl reihte sich bei Triangel ein und intonierte zusammen das "A ganze Weil".
Die ganze Breite ihres gesanglichen Könnens zeigten die drei "Triangel"-Damen, die an diesem Abend ihr fünfjähriges Bühnenjubiläum feierten und von ihrem "Entdecker" Hans-Peter Reil dafür eine Bildercollage erhielten. Lebensfrohe Töne schlugen sie beim "Postfrosch" an, wobei sich die Besucher im überfüllten Stodl prächtig amüsierten. Und als die drei Sängerinnen als spezielle Schönheitsköniginnen auftraten, zeigten sie auch ihr grenzenloses schauspielerisches Talent, das das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.
Die drei Waldthurnerinnen besangen die große Wirtshausuhr, die im Stodl zur Deko hing und bei manchem männlichen Besucher persönliche Erinnerungen mit dem verspäteten "Heimkommen vom Wirtshaus" hervorrief. Völkl begleitete ihre Gesangskolleginnen Daubenmerkl und Götz dabei mit der Gitarre. Etwas verwunderlich war es, als die Ansage zu einem Stück Hefe führte.
Für die Sängerinnen war dieses anspruchsvolle Stück eine echte Herausforderung, und das Trio bot dabei neben der guten Laune echten Hörgenuss. Sie beschäftigten sich humoristisch mit "diesem Stück Hefe" und stellten die Problematiken des weiblichen Geschlechts mit der Gewichtsregulierung heraus. Das "aufgehende Hefeproblem um die Hüften" sei aber auch vermehrt bei der Männerschaft festzustellen.
"Ich bin hierher nach Woppenrieth zu Fuß gekommen und hab bei diesen beeindruckenden Darbietungen keinen Schritt bereut", meinte eine begeisterte Konzertbesucherin. Die Künstler wollten mit dem "Leise sinkt der Abend nieder" ihre überwältigten Zuhörer entlassen, nach der geforderten Zugabe blieben sie noch im gemütlichen Vierseitinnenhof des Globisch-Anwesens und ließen sich beispielsweise Bowlen mit den Namen "Pfiffiger Gruß" und Triangelkuss" schmecken. Die Lacher hatte abschließend der Moderator auf seine Seite, als er stellvertretend für Bürgermeister Josef Beimler, der unter den Gästen weilte, kurzerhand launig die Grußworte übernahm.
Woppenrieth bei Waldthurn
18.06.2018 - 11:55 Uhr
Hörgenuss und ein Stück Hefe
von Franz Völkl
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.











Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.