Die rund 40-köpfige Dorfgemeinschaft feierte am Pfingstmontag den Geburtstag ihres Dorfkreuzes. Die Woppenriether um Dorfsprecher Hans Prößl hatten ein würdiges Festareal für die Gäste der 50-Jahr-Feier aufgebaut. Pfarrer Norbert Götz zelebrierte die Festandacht. „So ein Dorfkreuz ist auch ein Wegkreuz und soll somit ein Wegweiser zu Jesus Christus“, sagte der Geistliche. Dorfsprecher Hans Prößl erinnerte an die Verstorbenen mit den Hausnamen der einzelnen Häuser und Höfe. Veronika Beimler vom Gursnhof sprach die Fürbitten.
Zum Abschluss berichtete Monika Gollwitzer, was dieses Dorfkreuz in den letzten fünf Jahrzehnten alles gesehen und erlebt hat. „Ich war regelrecht ergriffen, als uns die 'Fullertn-Monika' mit auf eine Reise in die Vergangenheit unserer Jugend und Kindheit genommen hat“, sagte eine ehemalige Woppenrietherin. „Früher gab es schon ein Dorfkreuz, ein Relief aus Stahlblech mit Christus und Gottesmutter, schön bunt bemalt. Der alte Kreuzbalken war morsch und konnte nicht mehr restauriert werden“, sagte Gollwitzer.
Weihe im Juni 1972
Deshalb habe man damals beschlossen, ein neues anzuschaffen. Aus dem damaligen Dorfwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ hatte man 300 D-Mark an Prämie erhalten, dies sei der finanzielle Grundstock für den geschnitzten Herrgott, den Adalbert Rösch, ein Künstler aus Weiden schließlich geschnitzt hat. „Die Restkosten für das Dorfkreuz steuerten die Dorfbewohner bei“. Die Weihe erfolgte im Juni 1972 durch den damaligen Waldthurner Pfarrer Andreas Renner.
Viel Prominenz im Dorf
Die Fullertnbäuerin berichtete von der Dorfpflege rund um das Kreuz, durch die Familie Prößl, von Rudi Prößl, der alljährlich das Kreuz streicht und poliert und es in den Wintermonaten, wenn ein beleuchteter Christbaum am Dorfhügel steht, daheim in seinem Haus „wohnen“ lässt. Viel Prominenz sei im Dorf, Bürgermeister Josef Beimler vom Gursnhof, Dr. Nikolaus Globisch mit seiner Kulturscheune ist hier daheim, und am Fullertnhof befindet sich ein viel beachtetes Oldtimermuseum. „Mein verstorbener Mann Alfons, der auch Kulturpreisträger des Landkreises war, hat es aufgebaut und viele prominente Gäste wie Fürstenpaare, hochrangige Politiker, Rundfunk und Fernsehen haben sich für die Fahrzeuge interessiert.“
Woppenrieth sei eben menschlich, kulturell und gesellschaftlich etwas Besonderes. Völkerball, Gummitwist, Seilspringen, Faschingsumzüge, Countryfest, Mofarennen, Maibaumaufstellen, Musikanten- und Oldtimertreffen, Landjugendfeste, Tänze und Aufführungen und vieles mehr hat das Dorfkreuz in dieser Zeit gesehen. Auch die Dorfglocke vom Fullertnhof läutet seit acht Jahren drei Mal am Tag. Die Sprecherin dankte Prößl und „Dorffunkmanagerin“ Renate Hofmann vom Johnhof für ihr uneigennütziges Engagement. So manche Tränen verdrückten „Dorfkinder von damals“, als die Fullertnbäuerin an den früheren Dorfhund „Lassie“ der Familie Prößl erinnerte. Er passte im Schatten des Kreuzes auf die Kinder auf, stellte sich so manchen Lastwagen zum Schutz in den Weg und verhindert somit oft Schlimmeres.
50 Jahre Dorfkreuz
- Weihe: Juni 1972 durch Pfarrer Andreas Renner
- Finanzieller Grundstock: 300 D-Markt aus dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
- Künstler: Adalbert Rösch aus Weiden
- Jährliche Restaurierung: Rudi Prößl













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