16.01.2019 - 14:57 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Erste Erfolge, neue Pläne

Die Gesundheitsregion Plus zieht Halbzeitbilanz: Im Mittelpunkt stehen die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung, die Prävention und die Unterstützung von Senioren.

Landrat Dr. Karl Döhler dankt Nina Ziesel (Mitte) und Martina Busch für ihre Arbeit.
von Externer BeitragProfil

"Endlich habe ich die Möglichkeit, regelmäßig und ohne riesigen Aufwand meinen Facharzt in Marktredwitz zu besuchen", sagt Elfriede aus Selb. Sie hat kein Auto, der Weg in die Facharztpraxis war bisher eine Herausforderung für die 74-Jährige. Nun nutzt sie den Ärzte-Bus, der alle zwei Wochen zwischen Selb und Marktredwitz pendelt. Den Termin beim Facharzt in Marktredwitz vereinbart ihre Hausarztpraxis, und auch der Platz im Bus wird dort für sie reserviert. "Die Resonanz auf den Ärzte-Bus ist super", bestätigen Martina Busch und Nina Ziesel von der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Wunsiedel.

Neue Buslinien

Dieses Projekt der Arbeitsgruppe "Gesundheit im Alter" wurde zusammen mit der Seniorenbeauftragten der Stadt Selb, Dr. Eva Körner, und anderen Hausärzten in Selb umgesetzt. Das Angebot läuft, und auch andere Kommunen im Landkreis haben ihr Interesse bereits angemeldet. "Wir arbeiten an der Ausweitung des Angebots und neuen Linien", sagen Busch und Ziesel. Dies werde eine der Herausforderungen für 2019 sein.

Vor gut zweieinhalb Jahren haben die beiden ihre Tätigkeit aufgenommen. Ihre Ziele: die Gesundheitsversorgung im Fichtelgebirge langfristig sicherstellen, die Gesundheitsförderung ausbauen und das Thema Prävention stärken. Zudem haben sich die beiden den Themen Gesundheit im Alter und Gesundheitstourismus verschrieben. Verschiedenste Projekte haben sie inzwischen angestoßen, wobei man Wert auf Kontinuität legt.

Ein Thema ist, das Fichtelgebirge mit genügend Ärzten und Pflegepersonal auszustatten. Hier hat man 2018 ein Pflegeprojekt an Mittel- und Förderschulen auf den Weg gebracht, das im neuen Jahr umgesetzt wird. Dabei haben die Schüler die Möglichkeit, einen Schnuppertag an einer Kranken- und Altenpflegehilfeschule sowie einer Pflegeeinrichtung zu absolvieren. So soll das Interesse an dem Beruf geweckt werden.

Ein anderer Ansatz war die im Sommer durchgeführte "Doctors' Lounge", bei der Kontakte zwischen Ärzten in der Ausbildung und niedergelassenen Ärzten hergestellt wurden. Hier gibt es erste Erfolge vorzuweisen: Schon jetzt haben erste Ärzte ihre Tätigkeit in Hausarztpraxen der Region aufgenommen. 2019 sollen regelmäßige Treffen zwischen Studenten, Assistenzärzten, niedergelassenen Ärzten und den Kliniken eingerichtet werden. Auch im Bereich Gesundheitsversorgung und Prävention will man an die Erfolge aus 2018 anknüpfen. Der Wettbewerb "10 000 Schritte - das Fichtelgebirge in Bewegung" erfährt eine Neuauflage. So wird 2019 der Verein im Fichtelgebirge gesucht, der in einem festgelegten Zeitraum die meisten Schritte sammelt. Der Spaß an der Bewegung und die Gemeinschaft in der Gruppe werden auch dabei im Mittelpunkt stehen. Als Preis winkt diesmal eine Betriebs- oder Weihnachtsfeier für das Siegerteam. In der jungen Zielgruppe setzt zudem das Projekt Cybermobbing an, das mit den Mittel- und Realschulen angepackt wird. Hier wird im Juli 2019 ein Experte auf dem Gebiet alle fünften Klassen im Landkreis besuchen und im Unterricht für das Thema sensibilisieren und Hilfestellungen aufzeigen.

Gesundheitstourismus

Und noch ein Vorhaben gibt es für das neue Jahr: Das Thema Gesundheitstourismus steht auf der Agenda. Gearbeitet werden soll an einer Broschüre für Unterkunftsanbieter, die die Angebote für Touristen bündeln soll. Der Gesundheitstourismus sei eine wachsende Branche, mit der man mehr und mehr bei den Gästen punkten könne, wie es heißt. Das Ziel sei es, keinen klassischen Werbeprospekt, sondern ein Druckerzeugnis mit detaillierten und fundierten Informationen zu schaffen.

"Die Arbeit der Gesundheitsregion Plus ist ein echter Gewinn für den Landkreis", findet auch Landrat Dr. Karl Döhler. "Die ärztliche Versorgung und die Angebote im Gesundheitswesen sind absolute Standortfaktoren. Unser Ziel muss sein, die bestehenden Anlaufstellen zu erhalten und neue Möglichkeiten zu erschließen." Für die Arbeit von Martina Busch und Nina Ziesel und ihrer Unterstützer sei er sehr dankbar.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.