15.07.2020 - 13:10 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Forschung vor der Haustür: Gartenschläfer im Fichtelgebirge auf der Spur

Sarah Beer bei der Anbringung eines Spurtunnels.
von Externer BeitragProfil

Der Naturpark Fichtelgebirge eignet sich als gut bekannter Lebensraum für Gartenschläfer optimal, um mehr über die kleinen Bilche mit der Maske herauszufinden. Nachdem vergangenes Jahr aus Untersuchungsgebieten in ganz Deutschland nur für den Naturpark eine genaue Nahrungsanalyse erstellt werden konnte, steht nun die geeignete Nachweismethode im Fokus.

Aufgrund der Corona-Pandemie war eine Telemetrie, welche den Standort von besenderten Tieren erfasst, durch die Master-Studentin Sarah Beer von der Universität für Bodenkultur in Wien nicht möglich. Nun sind an bekannten „Gartenschläfer-Hotspots“ Spurentunnel aufgebaut, die auch der aufmerksame Outdoor-Sportler entdecken kann.

Fußabdrücke auf Papier

In den schwarzen Plastiktunneln befindet sich ein Holzbrett, welches ein Aktivkohle-Öl-Gemisch als Stempel enthält und die Spuren der Tiere auf einem weißen Papier erfasst. Die Gartenschläfer als sehr gute Kletterer haben im Vergleich zu Mäusen kleine Sohlballen, die sich aufgrund ihrer Abdruckgröße von den Verwandten Siebenschläfer und Haselmaus unterscheiden.

Der Naturpark Fichtelgebirge, der sowohl das Artenschutzprojekt als auch die Masterarbeit von Sarah Beer unterstützt, bittet darum, die Spurtunnel hängen zu lassen und das weiße Papier nicht zu beschmieren: „Ein Blick auf die Abdrücke darf genommen werden, doch bitte legen Sie das Holzbrett wieder flach in den Tunnel.“

Im Fichtelgebirge heimisch

Die Beobachtung der Gartenschläfer ist bereits seit mehr als 50 Jahren im Fichtelgebirge bekannt. Durch die Meldungen von Ehrenamtlichen nahm sich der Naturpark der Thematik vor gut zehn Jahren an. Seitdem sind die niedlichen Tiere ständiger Begleiter der Gebietsbetreuung im Arbeitsalltag. Einige Spurentunnel sind auch außerhalb der bekannten Lebensräume ausgebracht, um weitere Habitate der seltenen Tiere zu erschließen. Der Bestandsrückgang der kleinen Nager betrug innerhalb der vergangenen 30 Jahre immerhin 50 Prozent.

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