Wunsiedel
24.10.2018 - 15:43 Uhr

Mit den Freunden aus der Steinwald-Allianz

Alles bio, alles regional. Darauf legt Martin Dengler aus Neuhaus wert. Und das ist auch das Motto der Veranstaltung, die er jetzt mit Kollegen aufzieht.

Da staunt der Hohenberger Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts): Vom Aussterben bedroht sind die Hinterwälder Kühe. Bei Martin Dengler grasen sie ungestört auf der Weide. Beim Handwerker- und Erntemarkt am Wochenende haben sie ihren großen Auftritt. Bild: fph
Da staunt der Hohenberger Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts): Vom Aussterben bedroht sind die Hinterwälder Kühe. Bei Martin Dengler grasen sie ungestört auf der Weide. Beim Handwerker- und Erntemarkt am Wochenende haben sie ihren großen Auftritt.

„Gaumenfreuden und Produkte von regionalen Biobauern“ lautet das Motto des Handwerker- und Erntemarkts, der am Wochenende, 27. und 28. Oktober, auf dem Dengler-Hof im Hohenberger Ortsteil Neuhaus steigt.

Bio geht offenbar immer. „Ich musste den Händlern nicht hinterherlaufen“, freut sich Martin Dengler. Obwohl es erst der dritte Markt auf seinem Hof ist, hat er schon mehr Anfragen als freie Plätze. Vielleicht, so vermutet der Landwirt, ist es die mediale Präsenz, die ihm so viel Zuspruch beschert. Das Bayerische Fernsehen und der Bayerische Rundfunk haben unlängst Martin Dengler porträtiert, „weil ich halt eben nicht alles immer größer haben will“.

Und so ist es auch beim Markt: Plätze für Händler stehen nur in begrenztem Umfang zur Verfügung. Bäcker, Metzger und Landwirte werden ihre Biowaren anbieten. Es gibt Dekoartikel und viele Geschenkideen aus Holz, Metall, Stoff oder Schiefer – und davon abgesehen viele andere Dinge zu sehen und erleben. Nicht wenige der Anbieter sind Mitglieder der Steinwald-Allianz. „Das ist eine Öko-Modellregion“, erklärt Dengler. „Ich bin froh, dass sie dabei sind.“ Die Kontakte zu seinen Kollegen kamen zustande weil die Landwirte untereinander gut vernetzt seien. „Der Markt wird vielleicht von mir organisiert“, sagt Martin Dengler. „Aber er wird getragen von meinen Landwirtschaftskollegen.“

Los geht es Samstagmittag. Ab 12 Uhr ist der Markt geöffnet. Die Alphornbläser, die wenig später für den musikalischen Auftakt sorgen, hat Martin Dengler im Allgäu aufgegabelt. Um 16 Uhr werden die Besucher Zeugen eines Almabtriebs. „Eigentlich ist es ja eher ein Auftrieb“, sagt Martin Dengler und muss lachen. „Denn Kühe, Schafe und Ponys müssen bei mir bergauf laufen, um in den Stall zu kommen.“ Um 18 Uhr haben Martin Dengler und eine seiner Kühe ihren großen Auftritt: Der Hofherr persönlich lädt zum Schaumelken ein.

Mit einem Weißwurstfrühstück am Sonntag um 10 Uhr startet der Handwerker- und Erntemarkt in den zweiten Tag. Während die einen ihre Würste zuzeln und sich eine frische Halbe schmecken lassen, trudeln so langsam die Oldtimer auf dem Dengler-Hof ein. Da die meisten historischen Fahrzeuge ein Saisonkennzeichen haben, wird es für viele die letzte Ausfahrt in diesem Jahr sein. „Egal ob Zweirad, Schlepper oder Auto, wer Lust hat, kann einfach kommen“, heißt Martin Dengler Besitzer historischer Fahrzeuge willkommen. Geplant ist ab 13 Uhr eine kurze Ausfahrt über Neudürrlas, Neuenreuth, Stemmas und Steinhaus.

Auf dem Hof lädt der Thiersteiner Pfarrer Knut Meinel die Besucher um 13.30 Uhr zu einer fröhlichen Andacht ein. Auch die sei ein Brückenschlag zum Thema des Marktes, verrät Dengler: „Die Thiersteiner Kirche verpachtet nämlich nur noch an Bio-Bauern. Das passt zu uns.“ Voll zur Sache geht es um 14 Uhr mit einem Schaudreschen. Die Garben sind gebunden, so dass die „Geiersberger Dreschflegel“ ihrem Namen alle Ehre machen können. Martin Dengler wird seine Kartoffelschleuder in Betrieb nehmen, die Feldfrüchte bietet er gleich zum Verkauf an. Der Markt schließt seine Tore am Sonntag um 18 Uhr. An beiden Tagen ist übrigens für einen reichhaltigen Mittagstisch gesorgt.

Ausdrücklich verweist Martin Dengler darauf, dass der Markt bei jedem Wetter stattfinden wird. Für die Besucher steht ein Festzelt zur Verfügung und die Marktstände sind in der ehemaligen Maschinenhalle untergebracht. „Früher standen hier Mähdrescher für Lohnarbeiten. Aber das hat nur Abhängigkeiten gebracht, deswegen habe ich sie abgeschafft,“ sagt Martin Dengler, der sich bewusst dagegen entschieden hat, das übliche „größer ist besser“ mitzumachen. „Dafür habe ich jetzt eine wunderschöne Halle für Märkte wie diesen.“

Voll des Lobes für die Initiative ist der Hohenberger Bürgermeister Jürgen Hoffmann: „Der Markt wird getragen von der Gemeinschaft der Biobauern, das ist eine tolle Geschichte.“ Die Stadt unterstütze den Handwerker- und Erntemarkt, indem sie ihre Marktbuden zur Verfügung stellt. Der Rathauschef hofft auf viele Besucher und Menschen, die sich von Martin Dengler begeistern lassen. Beim BR hat das offenbar funktioniert. Ein Team begleitet den Neuhauser Landwirt ein Jahr lang. Auch den Markt am Wochenende hält es auf Film fest.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.