Kaum eine Straße in unserer Region hat in den vergangenen Jahrzehnten so für Schlagzeilen in den Medien gesorgt wie die Fichtelgebirgsstraße. Grund waren Aus- oder Neubaupläne. Unter den Schlagworten „Fichtelgebirgsautobahn“ oder „B 303 neu“ haben Befürworter und Gegner verschiedene Gruppierungen und Bürgerinitiativen gebildet, Resolutionen an amtliche Stellen verfasst, öffentliche Protestveranstaltungen durchgeführt.
Im Fichtelgebirge verläuft die Bundesstraße 303 (B 303), zugleich Europastraße 48 (E 48), von der Bundesautobahn A 9 bei Bad Berneck in östlicher Richtung durch das Tal des Weißen Mains, an Bischofsgrün und Karches vorbei zum Seehausparkplatz. Dort überschreitet sie die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und den höchsten Punkt von 777 Metern über Normalnull, führt zum Silberhaus und nach Tröstau. Dann läuft sie am Fuße von Kösseine und Luisenburg an Wunsiedel, Marktredwitz, Seußen, Arzberg vorbei und erreicht bei Schirnding die Staatsgrenze.
Stark frequentiert
Die Straße wurde in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Abschnitten ortsumgehend, kreuzungsfrei oder dreispurig ausgebaut, da sie seit der Grenzöffnung 1989 zu einer stark frequentierten Fernverkehrsstraße geworden ist. Sie trägt nicht nur den landschaftsbezogenen Namen Fichtelgebirgsstraße, sondern ist auch ein Abschnitt der europaweiten „Burgenstraße“. Die Bundesstraße war wegen des geplanten Ausbaus zur „Fichtelgebirgsautobahn“ oftmals Streitobjekt von Bürgerinitiativen.
Erstmals wurde 1862 eine Straßenverbindung zwischen Bad Berneck und Wunsiedel angelegt, die „Maintalstraße“. Der Bau der Fichtelgebirgsstraße wurde später als „Ostmarkstraße“ begonnen; das Gesamtkonzept in der ursprünglichen Form blieb unvollendet. Zur Stärkung der ostbayerischen Region plante man im Februar 1934 einen völlig neuen Straßenzug von Hof durch die bayerische Ostmark bis nach Passau. Damit sollte in diesem strukturschwachen Landstrich der Fremdenverkehr durch die Anbindung an die Industriegebiete von Sachsen und Thüringen gefördert werden.
Wegen der Planung der Autobahn Berlin-München wurde die Trassenführung dann verlegt. Beginn der Ostmarkstraße war nun die Autobahnausfahrt westlich von Bad Berneck mit Führung durch das Fichtelgebirge, südlich an Marktredwitz vorbei, über den Steinwald nach Erbendorf, Weiden und weiter in Richtung Passau. 1937 wurde mit dem Bauabschnitt Bad Berneck-Wunsiedel begonnen. 1941 mussten die Arbeiten eingestellt werden, weshalb der Abschnitt Sichersreuth-Steinwald-Erbendorf nicht mehr verwirklicht wurde und auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zur Debatte stand.
Touristische Höhepunkte
Die Fichtelgebirgsstraße ist nicht nur eine wichtige West-Ost-Verbindung, an der Straße liegen auch einige touristische Höhepunkte und Parkplätze als günstige Ausgangsorte für Wanderungen zu interessanten Zielen. Stellt man seinen fahrbaren Untersatz in Bad Berneck ab, kann man durch das schöne Ölschnitztal mit seinen Burgruinen wandern. Verlässt man in Bischofsgrün die B 303, kann man dem heilklimatischen Kurort einen Besuch abstatten und mit der Seilbahn auf den Ochsenkopf fahren. Am Seehausparkplatz trifft man auf Wanderwege, die zum Fichtelsee führen, zum FGV-Unterkunftshaus „Seehaus“ und weiter ins hohe Fichtelgebirge mit Nußhardt und Schneeberg.
Vom großen Wanderparkplatz am Silberhaus führen vom Fichtelgebirgsverein (FGV) markierte Wanderwege zum aussichtsreichen Gipfel der Platte oder zu den Prinzenfelsen und zur Girgelhöhle. In Tröstau-Leupoldsdorf kommt man zum Segelflugplatz der Luftsportvereinigung Wunsiedel oder zum Naturpark-Infozentrum Leupoldsdorfer Schloss. In Tröstau-Fahrenbach kann man die Golfspieler beobachten oder dem Wanderweg zur Kösseine folgen.
Nach der Abfahrt Luisenburg gelangt man zum Felsenlabyrinth, zur Luisenburg oder kann die Sechsämterstadt Wunsiedel besuchen. Bei der Abfahrt Bad Alexandersbad bietet sich ein Ortsrundgang an, der unter anderem zum Markgrafenschloss und zum Eisensäuerling führt. Nimmt der Besucher die Abfahrt Marktredwitz, kommt er in die Einkaufsstadt, und bei der Abfahrt Hohenberg-Schirnding kann man die gut erhaltene Burganlage von Hohenberg an der Eger besuchen. Und es gibt noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten beiderseits der Fichtelgebirgsstraße, die auf die Besucher warten.
Das Fichtelgebirge
- Das Fichtelgebirge ist ein beliebtes Feriengebiet.
- Die wald- und gesteinsreiche Region erhebt sich hufeisenförmig auf bis zu 1051 Meter. Höchster Gipfel ist der Schneeberg.
- Zu den markantesten Zielen gehört der Ochsenkopf.
- 1971 wurde auf einer Fläche von 1020 Quadratkilometern der Naturpark Fichtelgebirge geschaffen. Insgesamt umfasst das Fichtelgebirge eine Fläche von rund 1600 Quadratkilometern.















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