05.05.2021 - 12:07 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Keine Mehrheit für "Landkreis Fichtelgebirge"

Einer Umbenennung des Landkreises Wunsiedel steht der Fichtelgebirgsverein (FGV) weiter sehr skeptisch gegenüber. Von einer Mehrheit, die sich für "Landkreis Fichtelgebirge" ausgesprochen habe, könne keine Rede sein.

Noch ist es eine Bildmontage: Soll der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge eines Tages Landkreis Fichtelgebirge heißen?
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Wie das Landratsamt vergangene Woche mitgeteilt hat, hätten sich bei einer Befragung 70 Prozent von rund 1000 Menschen für die Version "Landkreis Fichtelgebirge" statt wie bisher "Wunsiedel im Fichtelgebirge" ausgesprochen.

Wunsiedel

Aktionen zur Bürgerbeteiligung seien zwar elementare Mittel zur Einbeziehung der Bürger in politische Entscheidungen und zur Abfrage von Stimmungsbildern, schreibt der FGV in einer Stellungnahme. Allerdings erschließe sich nicht, inwiefern bei knapp 1000 befragten Menschen von einer Mehrheit gesprochen werden könne.

"Immerhin fehlt demnach die Äußerung von knapp 71.000 weiteren Bewohnern und Bewohnerinnen allein des Landkreises Wunsiedel", findet der FGV-Vorstand. Aufgrund der Tragweite der Entscheidung und der Zugehörigkeit zum Kultur- wie Naturraum Fichtelgebirge müssten auch die 103.000 Bayreuther, 95.000 Hofer und 72.000 Tirschenreuther in die Betrachtung einbezogen werden.

Der Fichtelgebirgsverein erkennt keinen signifikanten Wunsch einer breiten Mehrheit für die Umbenennung. Der Wunsch der befragten 1000 Personen werde auch im Hinblick auf eine bessere Außendarstellung der Region anerkannt. Doch man bleibe dabei, dass solche Argumente nicht die identitätsstiftende Einheit eines gewachsenen Kulturraums überlagern dürften. Im übrigen lägen viele der derzeit für die Tourismuswerbung genutzten Landschaftselemente wie Ochsenkopf und Waldstein nicht im „Landkreis Fichtelgebirge“.

Die Mitglieder des FGV setzten sich seit über 130 Jahren für den Fichtelgebirgsraum ein. Kritisiert werde die fehlende Information über die Abstimmung im Voraus sowie die nicht existente inhaltliche Begleitung. Aus einer Befragung von 1000 Menschen in einer Sache, die alles in allem 341.000 Personen betreffe, könne keine Handlungsanweisung für politische Aktivität abgeleitet werden. Die gewachsene Vielfalt des Kultur- und Naturraumes dürfe nicht dem schnelllebigen Erfolg von Marketingkampagnen geopfert werden. "Wenn es daher jemals einen Landkreis Fichtelgebirge geben sollte, müsste sichergestellt werden, dass er der Region in ihrer tatsächlichen Ausdehnung gerecht würde. In einer bloßen Umbenennung eines Teils des Ganzen erkennen wir keinerlei Vorteil."

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