18.06.2018 - 14:39 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Lust auf Luisenburg-Theater

Diese Kostproben machen Lust auf mehr. Der Vorgeschmack auf die neue Luisenburg-Saison überzeugt 1500 Besucher. Zu den Überraschungsmomenten zählt ein Regisseur, der sich selbst versteigert.

Auktionator Paul Kaiser versteigerte das Kleid der Grizabella aus Cats, das Nikola Norgauer präsentierte.
von Autor FPHProfil

(fph) Da kommt etwas auf die Zuschauer zu: Schnell ist beim Theaterfest der Luisenburg am Sonntag klar gewesen, dass die am Freitag beginnende Saison keine gewöhnliche sein wird. Erstmals in ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte in Wunsiedel wird die Schauspielkunst auf der Bühne die Handschrift einer Frau tragen.

Birgit Simmler folgt als künstlerische Leiterin der Festspiele so renommierten Vorgängern wie Michael Lerchenberg, Pavel Fieber oder Hans Peter Doll. Und Birgit Simmlers Premierensaison fiebern die Menschen weit über die Region hinaus entgegen. So strömten trotz des WM-Auftakts der deutschen Nationalmannschaft mehr als 1500 Besucher hinauf zum Luisenburg-Theater und ließen sich auf die kommenden Wochen einstimmen.

Die Künstler standen naturgemäß im Mittelpunkt des Geschehens. Stets mit einem Augenzwinkern moderierte Birgit Simmler Szenen aller Stücke, die in den kommenden Wochen aufgeführt werden. Naturgemäß sind die Schauspieler unterschiedlich weit in den Proben fortgeschritten. Während die Haudegen im Premierenstück Andreas Hofer bereits eine große Bühnenschlacht zeigten, die sie x-mal geübt haben, sind die vier Protagonisten des letzten Stücks "Sherlock Holmes - der Tod des Bayernkönigs" erst seit einigen Tagen in Wunsiedel. Dennoch legten sie am Sonntagnachmittag einen furiosen, wortgewaltigen Auftritt hin, dem so mancher Zuschauer nur noch hinter dem Schleier der Lachtränen folgen konnte. Schwungvoll hingegen war die Tanzchoreografie aus dem Stück "My Fair Lady".

Die Luisenburg bietet seit Jahren auch außerhalb der Naturbühne begeisternde Kunst. Im Theaterhof gibt es auch dieses Jahr das immer beliebter werdende "Luisenburg-Xtra". In der Begleitung von Philipp Riedel am Klavier brillierte Peter Hohenecker mit den schrägen Sound-Variationen von Tom Waits. Völlig anders die Klänge, mit denen ein Sänger der Landesbühne Sachsen erfreute. Er gab eine umjubelte Kostprobe aus der Oper "La Traviata" von Giuseppe Verdi.

Angesichts der prall präsentierten Bühnenkunst war es kein Wunder, dass viele Besucher die Gelegenheit nutzten, Theaterkarten zum Sonderpreis für Stücke an ausgewählten Terminen zu kaufen. Die Kinder konnten sich unter anderem von Maskenbildnerinnen schminken lassen. Vielleicht darf ein Mädchen oder Junge sogar schon bald den Affenfelsen aus dem "Dschungelbuch" sein Eigen nennen. Er wurde ebenso versteigert wie andere Requisiten und Anatol Preissler. Preissler? Versteigert? Ja, der Regisseur des Stücks "Sherlock Holmes" wird einen Abend lang bei einem der Theaterfest-Besucher Kostproben seines Stücks geben.



Mächtig Spaß hatten die Akteure auf der Bühne (wie hier das „Dschungelbuch“-Ensemble) ebenso wie die Zuschauer.
Peter Hohenecker (links) begeisterte mit seinen Tom-Waits-Interpretationen, die von Philipp Riedel am Klavier begleitet wurden.
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