Wunsiedel
07.11.2021 - 11:40 Uhr

Netzwerk bietet Hilfe bei Demenz

Demenz fordert auch die Angehörigen der Erkrankten. Der Landkreis Wunsiedel bietet Schulungen an. Mit dabei sind die Diakonie, die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken in Hof und die Volkshochschule Fichtelgebirge.

Wo ist denn nur schon wieder...? Vergesslichkeit kann – muss aber nicht – auf Demenz hindeuten. Für pflegende Angehörige bietet der Landkreis Wunsiedel in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen Schulungen an. Symbolbild: Christin Klose/dpa
Wo ist denn nur schon wieder...? Vergesslichkeit kann – muss aber nicht – auf Demenz hindeuten. Für pflegende Angehörige bietet der Landkreis Wunsiedel in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen Schulungen an.

Bayernweit sind aktuell rund 240.000 Menschen von Demenz betroffen, davon werden rund drei Viertel zu Hause betreut und versorgt. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der demenziell Erkrankten voraussichtlich auf über 300.000 steigen, informiert Anke Rieß-Fähnrich, Medienbeauftragte des Landkreises Wunsiedel, in einer Pressemitteilung. Der Landkreis Wunsiedel bietet nun Hilfe für Pflegende an.

Oberfranken ist flächenmäßig der kleinste Regierungsbezirk in Bayern und hat zudem die geringste Einwohnerzahl. Allerdings leben hier vergleichsweise viele ältere Menschen und der Anteil von Pflegebedürftigen und Menschen mit Demenz sei überdurchschnittlich hoch, so Anke Rieß-Fähnrich. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken hat als eine ihrer Hauptaufgaben das Thema Hilfen für Menschen mit Demenz. Um Menschen mit Demenz die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen, sei es notwendig, den gesellschaftlichen Bewusstseinswandel im Umgang mit der Krankheit und den Betroffenen voranzutreiben.

Als eine Maßnahme zum Thema Demenz hat die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken zum Ziel, sogenannte Demenz-Partner-Schulungen in Oberfranken auszubauen. Im Mittelpunkt steht die Aufklärung über Demenz mittels 90-minütigen kostenfreien Kompaktkursen, die vor Ort oder online angeboten werden.

Im Landkreis Wunsiedel suchte die Fachstelle für Demenz und Pflege in Kooperation mit der Seniorenkoordinatorin Michaela Haberkorn Partner, die diese Schulungen anbieten. Dazu gehören nun die Volkshochschule Fichtelgebirge, die Fachstelle für pflegende Angehörige, die Alzheimer-Gesellschaft Regionalgruppe Hof/Wunsiedel und die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken selbst. Weitere Netzwerkpartner seien natürlich willkommen.

Das Kurskonzept informiert über das Krankheitsbild, über den Umgang und die Kommunikation mit Betroffenen, über Hilfsangebote der Region und entsprechende Anlaufstellen, berichtet Anke Rieß-Fähnrich. "Je nach Zielgruppe wird das Konzept entsprechend angepasst und mit Fallbeispielen erweitert. Das Team möchte flächendeckend Schulungen anbieten." Es sollen nicht nur pflegende Angehörige erreicht werden, die bereits Menschen mit Demenz betreuen, sondern eben besonders Menschen, die zum Beispiel in ihrer Umgebung bei Personen Veränderungen im Verhalten, in der Persönlichkeit und erste mögliche Anzeichen einer Demenz bemerken. Das kann in der Familie, im Bekanntenkreis, aber auch im Vereinsleben sein.

Die VHS hat bereits Termine und Zielgruppen für 2022 festgelegt, die im Veranstaltungskatalog veröffentlicht werden. Margit Schubert von der Fachstelle für pflegende Angehörige wird speziell Mitarbeitende der Diakonie schulen. Die Alzheimer-Gesellschaft Regionalgruppe Hof/Wunsiedel sowie die Fachstelle für pflegende Angehörige Oberfranken können direkt für Schulungswünsche angefragt werden.

Wer weiterer Netzwerkpartner werden möchte oder wer Interesse an Schulungen hat, kann sich bei Koordinatorin Michaela Haberkorn unter Telefon 09232/80-388 melden.

OnetzPlus
Wunsiedel26.10.2021
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.