Es ist dunkel und riecht modrig in dem kleinen Kästchen. Sie kann sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen und liegt eingerollt zwischen Urin und Kot – an dem Deckel über ihrem Kopf befindet sich Schimmel. Wenn sie nicht in Gefangenschaft wäre, würde sie sich gerade anmutig durch einen Tropenwald schlängeln. Doch im Fichtelgebirge ist ihr das nicht vergönnt. Hier lebt sie in einem Haus – eingesperrt in einer beengten Schublade. 53 weitere Artgenossen erleiden das gleiche Schicksal. Und jedes Mal, wenn der Mensch die Schübe öffnet, fühlt es sich für die hilflosen Lebewesen an wie ein Erdbeben.
Im Jahr 2023 entdecken Polizisten bei einer Razzia bei einem Schlangenzüchter im Landkreis Wunsiedel 54 Königspythons, die in Schubladen eingesperrt sind. Die Behörden beschlagnahmen die Schlangen, doch der Mann will den Strafbefehl wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nicht akzeptieren. Der Fall beschäftigt die Gerichte mehrere Jahre – und nimmt ein ungewöhnliches Ende.
Das Format „Short Crimes“
Mit diesem Fall und dem Phänomen „Animal Hoarding“ beschäftigt sich das Gerichtsteam von Oberpfalz-Medien in der neuen Folge von „Short Crimes“. Im Gegensatz zu den regulären Folgen im Podcast „Crime Daheim“ geht es in diesem Format nicht vorrangig um Mord und Totschlag. Hier sprechen die Redakteure über skurrile und spannende Episoden aus dem Gerichtsalltag. Es geht also nicht um schwerwiegende Straftaten, sondern um alltägliche Delikte, kleine Vergehen, manchmal auch humorvolle Episoden oder einfach darum, etwas über die Justiz zu lernen.
Der Podcast ist auf allen bekannten Podcast-Playern und auf der Webseite von Onetz zu hören. Viele weitere spannende Aspekte rund um die Arbeit des Gerichtsteams gibt es außerdem in den sozialen Medien, zum Beispiel auf Instagram unter crimedaheim_podcast.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.