28.07.2020 - 09:46 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Frivole Klänge im Pfarrhof

"Wie wär's mit einer Nacht voller Seligkeit? Sind Sie auf Liebe eingestellt? Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst? " Die Stimme aus dem "Off" leitete geheimnisvoll über zu einem lockeren Nachmittag bei den Wurzer Sommerkonzerten.

Eine Nacht voller Seligkeit...
von Redaktion ONETZProfil

Dr. Rita Kielhorn freut sich zu Beginn des Wurzer Sommernkonzerts mit Peter Wittmann und seinem Ballhausorchester über gutes Wetter: "Offenbar haben unsere Gebete zur Heiligen Corona geholfen." Die Sonne strahlte, die Gäste fühlten sich sichtlich wohl. Edel gekleidete Herren mit Lackschuhen an den Füßen bevölkerten die Bühne vor dem Pfarrhaus. Mit fein-erotischer Falsettstimme und blasiert-lebendiger Mimik sang Peter Wittmann die beliebten Chansons aus den 20-er und 30-er Jahren. Doch vielleicht lag es an den leicht erotisch angehauchten Texten, dass sich der Himmel plötzlich verdunkelte? Oder an dem angedeuteten "Striptease" mit keckem Knöchelblitzer von Werner Schreml? Jedenfalls gab es über Wurz urplötzlich einen lauten Donnerknall. Und augenblicklich entluden sich Gewitterwolken über der bis dahin noch idyllischen Veranstaltung.

Umzug ins Trockene

Doch die Veranstalterin hatte vorgesorgt. Der Marstall war bereit, die Gäste flüchteten ins Trockene, und innerhalb kürzester Zeit wurde in der vorgezogenen Pause das Equipment der Musiker aufgebaut. Das Publikum nahm die nummerierten Plätze ein und freute sich weiter über die Evergreens von Zarah Leander, Hans Albers oder Gustav Gründgens. "Fühlen Sie nicht auch, wie für Sie hier im Pfarrhof der Himmel voller Geigen hängt?" Wittmann als erfahrener Conferencier hatte schnell alles wieder im Griff. "Wer hätte auch ahnen 'coronen', dass es so 'covid' "? wortspielte er jovial. Er sang von der schönen Isabella, forderte Petronella auf, sich auszuziehen, oder beklagte den roten Mohn, der so schnell welkte. "Was macht der Mayer am Himalaya?" fragte er in die Runde, um gleich darauf zu jammern: "Ich geh ins Wasser" - was einem halt so einfällt, wenn man eine Dame verführen will.

Dass eine längere Beziehung ihm Sorgen bereiten könnte glich er mit guten Ratschlägen aus: "Klonen kann sich lohnen", Viagra soll auch helfen. Der Tango "Evelyn" war sogar eine Mordanleitung mitsamt der Überzeugung, dass eine Frau in Terpentin ewig schön sei. Makaber-ironisch brachte Wittmann sein Publikum zum Lachen. Auch ein ruhigerer Teil, nur begleitet von Horst Plössner auf dem Piano, gehörte zum Programm. Und wer es noch nicht wusste: "Für einen richtigen Mann gibt es keinen Ersatz!"

Der alte Ufa-Tonfilmschlager "Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche" sollte das Ende der Show sein, doch Zugabe-Beifall lockte noch den "kleinen grünen Kaktus" hervor und den Ratschlag: "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da!" Nach all diesen Weisheiten zeigte sich sogar wieder die Sonne im Wurzer Pfarrgarten.

Ein Interview mit der Initiatorin der Sommerkonzerte

Wurz bei Püchersreuth
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