12.08.2020 - 09:59 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Leise Gitarrenklänge umschmeicheln Zuhörer wie laue Sommerluft

Das Münchner Gitarrentrio beendet mit spanischen Klängen das längste Konzertwochenende dieser Saison bei den Wurzer Sommerkonzerten. Trotzdem ist die Nachfrage nach Tickets ungebrochen groß.

Feinfühlig und perfekt aufeinander abgestimmt spielte das Münchner Gitarrentrio.
von Redaktion ONETZProfil

Die Zuschauerarena im Pfarrgarten war gut gefüllt, "fast wie zu Vor-Corona-Zeiten", freute sich die Veranstalterin Rita Kielhorn. Er spielt eine siebensaitige Gitarre. "Mit der zusätzlichen G-Saite haben wir mehr Möglichkeiten im Bass-Bereich", erklärte Thomas Etschmann. Er ist nicht nur einer der drei Gitarristen, sondern auch Komponist von Kammer- und Filmmusik.

Noch bis kurz vor Konzertbeginn standen die Leute Schlange für die extra angefertigten "Coronatickets" für das Wurzer Sommerkonzert.

Etschmann studierte Gitarre am Mozarteum Salzburg. Der mehrfache Preisträger internationaler Wettbewerbe wirkte unter anderem mit bei der Münchner Biennale und bei Konzertreisen nach Japan. Zusammen mit Alexander Leidolph, Mitglied unter anderem der Yehudi Menuhin Stiftung, sowie Mikhail Antropov aus St. Petersburg bilden sie das Münchner Gitarrentrio.

Mit dem Concerto D-Dur von Antonio Vivaldi begann das Gitarrentrio seinen Vortrag. Pünktlich nach dem Largo und wie als Startzeichen für das Allegro schlug wieder einmal die Wurzer Kirchturmuhr. Schmunzelnd setzten die Künstler ihren Vortrag fort. Zwischendurch erkärte Thomas Etschmann, dass fast sämtliche Stücke Arrangements seien, weil kaum eines für drei Gitarren komponiert wurde, mit Ausnahme des "Carnaval" von Patrick Roux. Alexander Leidolph kündigte drei Stücke von Enrique Granados an. "Geschrieben für Klavier, doch es schreit fast danach, auf Gitarre gespielt zu werden".

Melancholisch und gefühlvoll spielte das Trio drei Kompositionen aus den "12 spanischen Tänzen", gefolgt von der "Danza Espanola No.1" des Spaniers Manuel De Falla. Dass auch ein Stück von Chick Corea dabei war, einem Jazz-Pianisten, war das Überraschungsmoment vor der Pause. Modernere Kompositionen gab es nach dem erneuten Glockenschlag.

Erfreut lauschte das Publikum den Kompositionen von Etschmann. Zwischendurch waren störende Umgebungsgeräusche leider unvermeidbar: Aufgrund der Erntezeit und des heißen Wetters fuhren mehrmals schwere Traktoren am Pfarrhaus vorbei, die die leisen Gitarrentöne unterdrückten. Doch die Musiker ließen sich nicht stören. "Gegen die Hitze" spielten sie Astor Piazzollas "Invierno porteno" – Invierno heißt Winter.

Begeistert applaudierten die Musikkenner, so dass das Trio weitere zwei Zugaben anhängte: den Torero-Marsch aus der Oper Carmen und den Tango "La Cumparsita" von Carlos Gardel.

Auch ein Weltklassepianist macht in Wurz heuer Station

Wurz bei Püchersreuth
Sanfte Gitarrenklänge auf der Naturbühne des Wurzer Pfarrhofs.

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