11.08.2020 - 10:17 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Klassik und Romantik im Sommerwind

Vadim Chaimovich trat bereits bei vielen Festspielen und Konzerten in aller Welt auf. Unter anderem in der Carnegie Hall London. "Und heute in Wurz", ergänzte Dr. Rita Kielhorn die Vorstellung des Künstlers.

Kunstgenuss im Pfarrgarten. Die Zuhörer lauschen Vadim Chaimovich teils mit geschlossenen Augen
von Redaktion ONETZProfil

Das Klavier ist sein Leben. Schon als Siebenjähriger trat Vadim Chaimovich mit einem Kammerorchester in der Sowjetunion auf, mit 13 gewann er den ersten Preis bei einem internationalen Wettbewerb in Tschechien. Auftritte in USA, Deutschland, der Schweiz oder Litauen folgten. Zahlreiche Stipendien brachten ihn weiter. Und auch wenn der junge Mann, der die Naturbühne betrat, aussah wie höchstens 30 - er ist bereits 42 und ein international erfolgreicher Pianist.

Zum Konzert am Samstag hatte die Veranstalterin einen edlen Steinway-Flügel von einem Musikhaus bei Passau ausgeliehen, der auf der Steinbühne vor Pfarrhaus und Marstall aufgebaut wurde. Begeistert begann Chaimovich sein Programm "Von der Klassik zur Romantik", zunächst mit dem weniger bekannten Komponisten des Barock und Organisten Dietrich Buxtehude aus dem 17. Jahrhundert. Als Chaimovich die "Suite in D minor" anstimmte, mühte sich zum Vergnügen der Zuhörer ein Vogel im Pfarrgarten laut und eifrig, die Melodie mitzusingen. Überhaupt sind die Naturgeräusche das Besondere an diesen Konzerttagen in Wurz. So wie auch der leichte Sommerwind bei Edvard Griegs "Air".

Mit Beethovens 6 Variationen über das Duett "Nel cor più non mi sento" aus der Oper "La Molinara" sowie einer Suite im alten Stil des Komponisten Edvard Grieg leitete Chaimovich über zur Romantik. Und wer kommt da eher in Frage als Frédéric Chopin? Für Wurz hatte er die Mazurka ausgewählt, gefolgt von zwei Nocturnes. Ergriffen lauschte das Publikum den melancholischen Tönen. Zwischen den Nocturnes war zur Auflockerung jeweils ein Valse in f-Moll und e-Moll zu hören, deren schnelle Läufe und leichte Anschläge das Publikum zum Träumen brachten. Viele genossen mit geschlossenen Augen die hervorragende Akustik und den perfekten Vortrag.

Zum Abschluss hatte der Pianist noch zwei Stücke von Sergej Rachmaninow ausgewählt. Voller Inbrunst und Ausdruck spielte er die "Moments musicaux" in C- und DES-Dur. Der begeisterte Applaus lockte noch zwei Zugaben hervor. Die erste davon war die bekannte Nocturne op. 9, No. 2, von Chopin. Diese brachte Chaimovich vor sieben Jahren auf Youtube bereits mehr als 150 Millionen Aufrufe. Das zweite Stück, eine "Schlittenfahrt den Hügel hinunter", wie Chaimovich ankündigte, passte trotz der 30 Grad Hitze sehr gut.

Auch das Duo Adamus-Solcova brachte die Zuhörer im Pfarrgarten zum Träumen

Wurz bei Püchersreuth
Vadim Chaimovich und der Steinway-Flügel - ein perfektes Bühnenbild

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