04.10.2018 - 11:01 Uhr

Der Wut im Bauch keine Chance

Mit einigen Strategien können wir es tatsächlich schaffen, Wut und Zorn in den Griff bekommen. Dazu kann auch in eine Chili-Schote gebissen werden, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Mehr Gelassenheit kann man tatsächlich lernen. Bild: contrastwerkstatt – stock.adobe.com
Mehr Gelassenheit kann man tatsächlich lernen.

"Was bildet der sich nur ein?!" "Ich bin so sauer!" "Das macht mich nun wirklich rasend!" "Ich könnte diesen Typ gegen die Wand klatschen." "Eine Frechheit ist das!" Na, wann waren Sie das letzte Mal so richtig wütend? Auf den unverschämten Kerl, der Ihnen den Vogel gezeigt hat? Auf den Verkehrsüberwacher, der Ihnen wegen dieser lächerlichen zehn Minuten den Strafzettel ausgestellt hat? Auf den intriganten Kollegen, der Sie schon wieder beim Chef schlecht gemacht hat? Oder vielleicht sogar auf sich selbst, weil Sie es wieder einmal nicht geschafft haben, einfach mal "Nein" zu sagen?

Wut, Zorn, Ärger, Rage ... Es gibt viele Begriffe für dieses Gefühl, das uns in bestimmten Lebenssituationen im wahrsten Sinne des Wortes überfällt, uns rasend macht und den Blutdruck unnötig in die Höhe treibt. "In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz", erklärte der Dalai Lama einmal. Tatsächlich tun wir von uns oft schwer, diese Wutausbrüche zu kontrollieren - egal ob diese nun gerechtfertigt sind oder nicht. Das kann uns nicht nur gehörig den Tag vermiesen und uns am logischen Denken hindern, sondern ebenfalls zu ernsthaften Problemen mit unserem Umfeld führen und uns manchmal sogar richtig krank machen.

Fest steht: Wut tut niemals gut. "Groll mit uns herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle in der Absicht, es nach jemandem zu werfen", soll Buddha einst gesagt haben. "Man verbrennt sich nur selbst dabei." Doch mit einigen Strategien können wir es tatsächlich schaffen, dass wir Wut und Zorn in Stresssituationen in den Griff bekommen. "Regelmäßig praktizierte Techniken zur Entspannung, wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Strategien der Achtsamkeit können dabei helfen, die Schwelle zu heben, bei der man mit starker Wut reagiert", sagt Psychologe Volkmar Höfer. "Diese Strategien können resistenter gegenüber Stress machen."

Mehr Gelassenheit kann man also tatsächlich lernen. Das funktioniert laut Höfer auch kurzfristig, also für die Situation selbst. Sein Tipp: Sich ablenken oder so verhalten, dass es mit der Wut nicht kompatibel ist. "Das ganze nennt man entgegengesetztes Handeln. Bei Wut ist der Handlungsimpuls, etwas zu zerstören oder etwas zu tun, was für mich oder andere schädlich sein könnte. Entgegengesetzt handeln würde bedeuten, dass ich ein Verhalten ausübe, das mit Wut eigentlich nicht kompatibel ist.

Zum Beispiel, indem ich, wenn die Wut über das Verhalten eines bestimmten Kollegen in mir aufsteigt, mit einem anderen Kollegen ein freundliches Gespräch zu einem ganz anderen Thema anfange." Ein wirksames Mittel gegen die Wut im Bauch kann es auch sein, starke Körperempfindungen auszulösen - zum Beispiel kaltes Wasser auf die Haut laufen lassen oder auf eine scharfe Chilischote beißen. Ja tatsächlich, Sie haben schon richtig gelesen. Sollten Sie keine Chilischote zur Hand haben, klappt es vielleicht damit, langsam bis zehn zu zählen, den Raum kurz zu verlassen und tief durchzuatmen. Versuchen Sie es, denn es lohnt sich.

Schon Konfuzius kannte den besten Weg, ein glückliches Leben zu führen: "Vergiss Kränkungen, doch vergiss Freundlichkeiten nie." (ewa)

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