07.08.2019 - 17:23 Uhr
Wutschdorf bei FreudenbergOberpfalz

Wildland-Stiftung renaturiert Fischteiche bei Wutschdorf

Mit der Renaturierung von Fischteichen ist die Wildland-Stiftung Bayern bereits seit 2003 in einem Weiherprojekt bei Freudenberg und Aschach aktiv. Jetzt wurde hier ein neues, bemerkenswertes Zukunfts-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Diese Biotop-Optimierung bei Wutschdorf am Hennenbach ist Teil des Verbundprojektes Naabgebirge im Landkreis Amberg-Sulzbach. Schwerpunkt ist es, Amphibien-Lebensräume zu verbessern.
von Klaus HöglProfil

Die Stiftung hat 2014 drei Teiche bei Wutschorf erworben, die nun nach umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen wieder als naturnahe Stillgewässer für seltene Tier- und Pflanzenarten dienen. Von solchen Gewässern profitieren einige stark bedrohte Arten wie Feuersalamander oder Kreuzotter.

Die Teiche sind wichtige Laichgewässer für Amphibien wie den Grasfrosch. Aber auch Libellen, Schwarzstorch und Fischotter können sich hier ansiedeln. Wolfgang Schiefer, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, und Geschäftsführer Eric Imm dankten Landrat Richard Reisinger für die großzügige Unterstützung. Die Fläche wie auch die Kosten der Renaturierung wurden über Ersatzmittel des Landkreises finanziert. „Wir haben aus einer eingewachsenen Teichanlage die Hässlichkeiten entfernt und neuen Lebensraum geschaffen“, betonte Schiefer. Insgesamt seien es rund 1,5 Hektar.

Geschäftführer Eric Imm (links) mit den Exkursions-Teilnehmern.

Dank galt auch Ruppert Schmid, dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Amberg im Landesjagdverband (BJV), durch dessen „ehrenamtliches Engagement der Ankauf erst möglich wurde“, sagte Schiefer. Der BJV-Regierungsbezirksvorsitzende, der Schwandorfer Landtagsabgeordnete Alexander Flierl („Ein guter Tag für die Natur“), gratulierte zum Projekt als wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt in der Kulturlandschaft. „Naturfachlich äußerst wertvoll“ stufte Landrat Richard Reisinger Erhalt und Schaffung von artenreichem Lebensraum ein. Alle Kräfte hätten hier in „hervorragender Art zusammengewirkt“. Reisinger berichtete von rund 80 000 Euro Kosten für Ankauf und Renaturierung, allein geschultert durch das Landratsamt aus Ausgleichsmitteln.

Peter Fröhlich (Wasserwirtschaftsamt Weiden) erläuterte, dass der Umbau abschnittsweise 2017 und 2018 erfolgt sei. Zunächst wurden die Gebäude der bestehenden Wochenend-Anlage zurückgebaut. Alle Dämme hatten altersbedingt und durch Biber-Aktivitäten mehrere Sickerstellen und waren daher teilweise bruchgefährdet. Die maroden Bereiche wurden gesichert und umgestaltet, Dämme mit Material aus der Baustelle der Umfahrung von Mertenberg verstärkt. Leitungen und Mönche wurden ertüchtigt, so dass die Teichanlage wieder bespannt werden konnte. Auch am vorbeiführenden Hennenbach wurde gearbeitet, um den Lebensraum für den stark bedrohten Feuersalamander zu erhalten.

Info:

Hintergrund

Die Wildland-Stiftung Bayern setzt auf Schutz, Erhalt und Neuanschaffung vielfältiger und intakter Natur- und Kulturlandschaften. Sie ist die Naturschutzorganisation des Bayerischen Jagdverbandes, Projekte werden über die örtliche Jägerschaft getragen. Ziel ist es, den Artenreichtum der bayerischen Tier- und Pflanzenwelt bewahren. Flächenerwerb ist dabei der sicherste Weg. So lassen sich biotopverbessernde Maßnahmen am besten umsetzen. Die Stiftung mit Sitz in Feldkirchen ist gemeinnützig und nur in Bayern tätig. Private Spenden sind wichtige Grundlage der Projektfinanzierung.

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