23.05.2018 - 22:16 Uhr
RiedenOberpfalz

Riedener Volleyballprofi wechselt zum TSV Herrsching, bei dem der Hallensprecher ein König ist Lukas Bauer zieht die Lederhose an

Lukas Bauer, Volleyballprofi aus Rieden, wechselt zum TSV Herrsching. Beim selbsternannt "Geilsten Club der Welt" ist der Hallensprecher ein König - und die Spieler in einem ganz speziellen Outfit auflaufen.

Lukas Bauer kehrt nach Bayern zurück. Bild: United Volleys/Gregor Biskup
von Julian Trager Kontakt Profil

Freilich mag er Lederhosen, Lukas Bauer kommt ja aus der Oberpfalz. Trifft sich gut, in der kommenden Bundesligasaison wird der Volleyballprofi aus Rieden (Kreis Amberg-Sulzbach) jedes Spiel eine Lederhose tragen. Zumindest schaut es so aus, seine zukünftigen Mannschaftskollegen spielen in Trikots in Trachtenoptik: unten Lederhose, oben blau-weiß kariertes Hemd.

Nicht das einzig Ausgefallene beim neuen Verein von Lukas Bauer, dem TSV Herrsching - der sich selbst als "Geilsten Club der Welt" bezeichnet. Da trampen die Spieler schon mal zum Auswärtsspiel nach Berlin. Und der Hallensprecher, ein Schauspieler, sorgt als König verkleidet für Stimmung. "Das ist schon cool", sagt Bauer. Jedes Heimspiel ist ein Ereignis, die kleine - für die Liga eigentlich zu kleine - Halle ist immer voll. "Da ist es eng, heiß und laut. Ich freu mich drauf."

Geschickte Vermarktung

Seit drei Jahren mischt der Verein aus dem 10 000-Einwohner Ort am Ammersee die Bundesliga auf - mit einem kleinem Budget, dafür aber mit jeder Menge Kreativität und einer geschickten Vermarktung. Und ab August mit Mittelblocker Lukas Bauer. Nach mehreren Jahren in Friedrichshafen und Frankreich sowie zuletzt drei Jahren bei den United Volleys in Frankfurt zieht es den 29-Jährigen zurück nach Bayern.

Die Zeit am Main bleibt Bauer in guter Erinnerung. "Das war ein super geiles Projekt, ein neuer Ansatz, einen Verein zu gründen." Eine Art Volleyball-Start-Up, das es erst seit 2014 gibt. "Das war spannend, beim Aufbau mitzuhelfen." Jetzt aber Herrsching. "Nach drei Jahren wollte ich etwas Neues machen - und in den Süden." Seinen Lebensmittelpunkt sieht der 21-malige deutsche Nationalspieler in München. Dort will er sesshaft werden, dort lässt sich das professionelle Volleyballspielen mit dem Studium am besten vereinbaren, gerade bereitet er seine Master-Arbeit vor. Täglich wird er die 40 Kilometer zwischen den zwei Orten pendeln. Vormittags Krafttraining in München, nachmittags Studium, abends Mannschaftstraining in Herrsching.

Bauer schaut mit einem Auge bereits auf die Zeit nach dem Leistungssport, auch deswegen geht's nach München. "Hier sind die besten Job-Voraussetzungen für mich." Sein Vertrag in Herrsching läuft - branchenüblich - ein Jahr. Ob danach Schluss ist mit dem Profi-Volleyball? Nicht klar, obwohl er immer gesagt hat, dass er mit 30 aufhören möchte. "Wenn's Spaß macht und sich gut mit dem Job vereinbaren lässt, mache ich weiter." Dann macht's auch nichts, dass der 29-Jährige im Februar Geburtstag hat.

Führungsrolle für Bauer

Jetzt aber will der Riedener, der zweimal deutscher Meister wurde, noch einmal Gas geben. "Wir wollen die Großen ärgern." Der TSV Herrsching ist zwar "der geilste Club der Welt", aber trotzdem immer noch der Underdog der Liga - vor allem finanziell. Sportlich läuft's gut, in der vergangenen Saison schmetterten sich die Herrschinger auf den fünften Ligaplatz, im Pokal bis ins Halbfinale. Bauer selbst soll eine Führungsrolle übernehmen, seine Erfahrung an die Jungen weitergeben, vorangehen. "Ähnlich wie in Frankfurt."

Nur optisch ändert sich was. Bauer freut sich aufs Lederhosen-Dress. "Eine geile Idee, das wird geil." Scheint, als würde das passen mit dem Oberpfälzer und dem TSV Herrsching.

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