Im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt wird in der ersten Bauphase auch der General-Stephan-Platz neu gestaltet und durch einen Brunnen des örtlichen Künstlers aufgewertet. Die Präsentation des ersten Entwurfs lockte eine Reihe interessierter Bürger ins Gasthaus Gillitzer. Bürgermeister Maximilian Beer blickte kurz auf den bisherigen Verlauf der Baumaßnahme: Die Firma Seebauer arbeite sehr flott, bereits am 22. Mai könne die Tragschicht aufgebracht, und am 23. Mai mit dem zweiten Abschnitt - vom Marktplatz bis zum Anwesen Kallmünzer - begonnen werden.
"Unbändige Kreativität"
Der neue Brunnen werde "ein kleines, feines Detail" darstellen. Die Gemeinde sei stolz, einen weithin anerkannten Künstler vor Ort zu haben. Bei der Frühjahrssitzung des Kulturförderkreises habe es die ersten Gedankenspiele zum Brunnen gegeben, nun gehe es in eine Zwischenstufe und später an den Feinschliff. Beer attestierte Künstler Vasilij Plotnikov eine "unbändige Kreativität".
Der Künstler bedankte sich zunächst für das Vertrauen, er sei stolz darauf, den neuen Brunnen für die Gemeinde machen zu können. Inspiriert hätten ihn die Natur und die Menschen, die hier seit je her mit Steinen und Holz zu tun hatten; ebenfalls der Viehhandel, der eine große Rolle in der Geschichte gespielt habe, aber auch die Schwarzach, die sich in Mäandern durch die Gemeinde schlängelt. Ihrem Lauf seien viele wichtige Handelswege gefolgt. Bei der Gestaltung des Brunnens verwende er einheimische Materialien wie Granit und Bronze. Viele Personen und Firmen aus der Gegend werden am Bau beteiligt sein, damit könne der Brunnen als nachhaltiges Kunstwerk bezeichnet werden.
Tierische Wasserspeier
Das Brunnenbecken besteht aus alten Granit-Pflastersteinen. Der Sockel aus Schwarzhofener Granit kommt aus dem Steinbruch Seebauer und als Brunnenschale wird ein Granit-Findling aus dem Steinbruch Tischler verwendet. In ihrer Mitte befindet sich eine viereckige Säule aus rotem Granit mit vier wasserspeienden Tierköpfen (Pferd, Schwein, Ziege, Stier). Die Tierköpfe stehen für die einst traditionellen Viehmärkte.
Auf der Säule steht schließlich ein "Gemeindebaum" aus Bronze, die Krone misst 40 x 50 Zentimeter im Durchmesser. Er soll eine Linde darstellen, die seit Urzeiten als heiliger Baum gilt. Sechs kräftige Wurzeln tragen den Stamm mit einer ausgeprägten Krone. Das Wurzelwerk steht für die früheren sechs Altgemeinden, die sich seit 40 Jahren zum Markt Schwarzhofen vereinigt haben. Die 24 Äste des Baumes symbolisieren die Anzahl der Ortsteile. Das Wasser aus den Tierköpfen fließt in die Brunnenschale, von dort gelangt es in das Brunnenbecken und fließt in einer Kaskade in ein Schwarzach-Mäander. Dieses ist aus einzelnen roten Granitplatten gefertigt (etwa 90 bis 100 Zentimeter breit). Der Flusslauf wird etwa 5 Zentimeter tief und 15 bis 20 Zentimeter breit aus dem Granit herausgearbeitet.
Am Ende des Brunnens fließt das Wasser in eine Brunnenstube, von dort wird es wieder zurückgepumpt. Bei Dunkelheit soll der Wasserspender durch Strahler beleuchtet sein, die in die Pflasterfläche daneben integriert sind.
Der Brunnen soll in das historische Ambiente des Altorts integriert werden, Ziel sei eine Belebung dieses "oberen Marktplatzes". Nicht nur die Bewohner sollen sich an ihm erfreuen, der Brunnen soll auch Besucher von außerhalb einladen, einen Moment in Schwarzhofen zu verweilen.
Brunnen-Details
Das Brunnenbecken (Durchmesser 2,30 Meter) besteht aus alten Granit-Pflastersteinen. Der Brunnensockel (Höhe 50 cm, Durchmesser 50 cm) ist aus Schwarzhofener Granit. Als Brunnenschale (100 x 100 Zentimeter) dient ein Granit-Findling aus dem Steinbruch Tischler. In ihrer Mitte steht eine viereckige Säule aus rotem Granit (30 x 30 x 100 Zentimeter) mit vier wasserspeienden Tierköpfen aus Bronze. Abschluss der Säule ist ein "Gemeindebaum" aus Bronze (90 cm hoch). Die Gesamthöhe des Brunnens beträgt 2,60 Meter.













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