Bei den anderen läuft's, aber selbst steht man ein bisschen neben der Kappe. Oder auf dem Platz immer an der falschen Stelle. So ähnlich erging es auch Sascha Mölders und Dennis Dressel am Samstag beim Derby ihres TSV 1860 München gegen Türkgücü in den ersten 45 Minuten. Während sich aber der bullige Sturmführer am Samstag mit seinem Tor zum 2:1 kurz nach der Pause zurück ins Spiel katapultierte und fortan der wie immer ackernde und rackernde Kapitän war, "krönte" Dressel seinen Nachmittag mit einer Roten Karte (59.). Danach standen die "Löwen" mächtig unter Druck, am Ende holten die Giesinger mit dem 2:2 (1:1) gegen den aufstrebenden Neuling doch noch einen Punkt.
Für 1860 München war es das vierte sieglose Drittligaspiel (bei drei Remis) in Folge. Dennoch sagte Trainer Michael Köllner: "Ich bin mächtig stolz auf die Mannschaft. Kämpferisch und fußballerisch haben wir auch ein richtig gutes Gesicht gezeigt." Das taten aber auch die Gäste, die dafür sorgten, dass im Grünwalder Stadion auf dem Rasen richtige Derbyatmosphäre herrschte: Gift und Galle waren auch mit im Spiel. Die Fans beider Lager hätten ihre helle Freude daran gehabt. Die Löwenfans sicherlich auch an den Toren von Fabian Greilinger (22.) und eben Sascha Mölders (49.), die Anhänger von Türkgücü an den beiden Treffern von "Tormaschine" Petar Sliskovic (25./70.), der in dieser Saison schon zehn Mal getroffen hat.
Nicht zufrieden war Köllner allerdings mit Schiedsrichter Patrick Hanslbauer. "Er hat nicht in allen Situationen das gleiche Maß angewandt", formulierte es der Oberpfälzer vorsichtig. Ihm habe die Linie des Unparteiischen gefehlt, deswegen sei es auch so hektisch geworden. Mit der Roten Karte von Dressel, der vor drei Wochen beim 6:1 gegen Halle mit seinem Viererpack noch der gefeierte Mann, haderten sie bei den Sechzigern. Der Mittelfeldmann hatte Philipp Erhardt am Mittelkreis rüde erwischt. Zudem hätten die Gastgeber kurz vor der Pause gerne noch einen Elfmeter gehabt, als Stefan Stangl den Ball im Strafraum mit der Hand berührte. Türkgücü-Coach Alexander Schmidt, der auch eine Vergangenheit bei 1860 hat, stufte das 2:2 als "leistungsgerechtes Unentschieden" ein. "Mit einigen diskussionswürdigen Szenen", wie auch er hinzufügte.
Der Punktgewinn für den frechen Neuling war allemal verdient, weil er mit Sercan Sararer auch den absolut besten Fußballer auf dem Platz hatte. Der ehemalige Bundesligaprofi des VfB Stuttgart und von Greuther Fürth war kaum vom Ball zu trennen, narrte die Sechziger häufiger im Dribbling und legte auch die beiden Tore von Sliskovic blitzsauber auf. Am Ende war aber auch er ein bisschen frustriert - weil seinem Team in der langen Überzahl der Siegtreffer nicht mehr gelang.





















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