07.07.2026 - 21:35 Uhr

Ägyptens Schiedsrichter-Frust nach Achtelfinal-Aus

Das dramatische Aus bei der Fußball-WM sorgt bei den Ägyptern für viel Frust. Der frühere Schiedsrichter Patrick Ittrich erklärt, warum der Ärger auf die Referees durchaus berechtigt ist.

Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan hat nach dem dramatischen Achtelfinal-Aus gegen Argentinien mit strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen schwere Vorwürfe erhoben. „Ich glaube, die Auswirkungen dieses Ergebnisses reichen weit über die Niederlage selbst hinaus, denn wir haben weder Respekt noch Fairplay erfahren“, sagte der 59-Jährige: „Es schien, als habe die argentinische Seite Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich kann den Ärger der Ägypter nachvollziehen. „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden“, sagte der MagentaTV-Experte: „Die negativen Emotionen, die da herauskommen, die sind nachvollziehbar.“

Ittrich: Es hätte Strafstoß für Ägypten geben müssen

Unmittelbar vor dem 3:2-Siegtreffer der Argentinier durch Enzo Fernández in der Nachspielzeit (90.+2) hatte dessen Teamkollege Alexis Mac Allister den Ägypter Hamdi Fathi beim Eindringen in den argentinischen Strafraum am Trikot gezogen. „Für mich, und da bin ich relativ deutlich, ist das eigentlich ein Strafstoß“, sagte Ittrich: „Er macht nichts, als das Trikot zu ziehen. Der Impuls ist da, den Spieler dadurch zu hindern, eventuell an den zweiten Ball zu kommen.“

ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner erklärte, dass es ein „sehr uncleveres Verhalten“ von Mac Allister gewesen sei. „Da hat Argentinien sehr viel Glück gehabt.“

So gab es aber statt Elfmeter und einer Riesenchance auf das 3:2 für Außenseiter Ägypten kurze Zeit später den Siegtreffer für Weltmeister Argentinien. Das erhitzte bei den Spielern um Offensivstar Mohamed Salah, Trainern und Betreuern der Nordafrikaner die Gemüter, es hagelte Gelbe Karten.

Warum schritt der VAR nicht ein?

Warum der Videoschiedsrichter nicht eingriff, blieb zunächst unklar. Vermutlich habe dieser das Vergehen nicht als eingreifwürdig erachtet, „anders kann ich es mir nicht erklären“, sagte Ittrich. Insgesamt seien die Abläufe im Schiedsrichterteam um Hauptschiedsrichter Francois Letexier aus Frankreich an sich „korrekt“ gewesen. Es habe wohl die „letzte Überzeugung gefehlt, um auf einen glasklaren Fehler zu kommen“, sagte Wagner.

© dpa-infocom, dpa:260707-930-349582/1

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