11.09.2019 - 15:00 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabSport

Mit 560 PS aufs Podium

Sechs Rennwochenenden. Zwölf Starts. Zweimal Totalschaden am Auto. Aber in all den Wochen haben die beiden Mercedes-Piloten auch Grund zum Jubeln. Deshalb steigt Dominik Schraml nach dem letzten Lauf am Nürburgring mit einem Lächeln aus seinem 560 PS starken Mercedes GT aus.

Der gebürtige Wiesauer Dominik Schraml (rechts) hatte in dieser Saison nach einigen Rückschlägen auch Grund zum Jubeln. In Italien standen er und Partner Jan Rehnig ganz oben auf dem Podest und in der Gesamtwertung freuten sie sich über Rang drei.
von Armin Eger Kontakt Profil

"Ich habe eigentlich von Anfang an gesagt, das wird eine Saison zum Lernen", sagte der 32-jährige. Aber es kam ganz anders. Denn trotz Höhen und Tiefen stand nach den letzten beiden Rennen am Nürburgring fest, dass Dominik Schraml und Jan Rehnig in der GT4-European-Serie in der Gesamtwertung als Dritte auf dem Podest stehen. Das Team von Schwede Motorsport startete in der Klasse Pro AM. Das heißt, ein Profi und ein Amateur wechseln sich bei den Rennen ab.

Schraml war schon vergangene Saison in dieser Serie unterwegs, sein Partner hatte damals vorzeitig aufgehört. Mit dem Frankfurter Studenten Jan Rehnig wollte der gebürtige Wiesauer heuer richtig durchstarten. "Er ist einer der besten Amateure, die ich je getroffen habe", sagte Schraml vor der Saison über Rehnig. "Er hat einen super Job gemacht", blickt der 32-Jährige nach den zwölf Rennen zurück, bei denen es nicht immer nach Plan lief.

"Wir hatten im Vorfeld viel investiert", sagt der Altenstädter. Bei vielen Tests wurde der 560 PS starke Mercedes perfekt eingestellt. Und es lief ganz gut. Den ersten Rückschlag mussten die beiden auf dem Kurs Paul Ricard in der Nähe von Le Castellet in Frankreich einstecken. "Bei einem Überholmanöver wurde Jan behindert, das Auto blieb quer auf der Strecke liegen und ein nachfolgendes Fahrzeug rasierte dem Mercedes das gesamte Heck weg", erzählt Schraml. Während der Student unverletzt blieb, war der Mercedes Totalschaden. "In 300 Stunden haben die Mechaniker das Auto wieder komplett aufgebaut", sagt der Altenstädter. "Alles war wieder perfekt, einfach top."

Das machte sich beim Rennen in Misano (Italien) bemerkbar. Zum ersten Mal in dieser Saison standen Schraml/Rehnig in der Pro Am als Sieger auf dem Podest. "Es war eine kleine Entschädigung und wir machten in der Meisterschaft in der Gesamtwertung einen riesigen Sprung nach vorne", sagt der 32-Jährige. "Nach dem Höhepunkt holte uns aber der nächste Rückschlag ein." Die Strecke in Zandvoort beschreibt der Oberpfälzer Mercedes-Pilot als extrem schwierig. "Ein kleiner Fehler, und du landest im Kiesbett oder an der Leitplanke." Aber das war es gar nicht. Denn der 23-jährige Rehnig wurde unverschuldet beim Start in eine Massenkarambolage verwickelt. Wieder mussten die Mechaniker ran und das Auto nach dem Totalschaden in zig Stunden aufbauen. Beim abschließenden Heimrennen am Nürburgring wollte das Duo Platz drei in der Pro-Am-Meisterschaft sichern. "Wir waren bis dahin Vierter und mussten 16 Punkte aufholen", sagt Schraml. "Aber wir waren gut drauf und positiv eingestellt." Die Zähler von Platz 13 im ersten und zweiten Rennen reichten, um Rang drei im Gesamtklassement der AM-Pro-Serie in einem Starterfeld von 24 Fahrzeugen festzumachen.

Am Nürburgring herrschte an dem Wochenende allerdings auch bedrückte Stimmung da der tödliche Unfall von Anthoine Hubert in der Formel 2 in Spa schnell die Runde machte. "Es war ein Schock für uns alle", sagt Schraml. "Es ist das Schlimmste, was es gibt. Aber im Auto muss man, wenn es auch schwerfällt, das alles ausblenden, sonst ist man selbst gefährdet, einen Fehler zu machen. Ein Restrisiko fährt trotz aller Vorsicht aber immer mit."

Schraml kann die Saison noch nicht ganz abhaken, denn schließlich steht noch die ganz große Siegerehrung an - in Las Vegas, wenn die dortige Rennserie zu Ende ist. Und wie geht es weiter? "Wir fahren nochmal nach Spanien zum Testen. Die Kombo mit Jan bleibt. Aber in welcher Serie, das muss sich erst noch zeigen."

Es ist das Schlimmste, was es gibt. Aber im Auto muss man, wenn es auch schwerfällt, das alles ausblenden, sonst ist man selbst gefährdet, einen Fehler zu machen.

Dominik Schraml über den tödlichen Unfall in der Formel 2

Beim Fahrerwechsel geht es um jede Sekunde und jeder Griff muss passen.
Die Sektdusche auf dem Podest gehört dazu.
Mit ein Mercedes AMG GT 4 waren Dominik Schraml und Jan Rehnig in dieser Saison erfolgreich.
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