22.08.2018 - 18:41 Uhr
AmbergSport

Bis zu 6000 Euro mehr für ein grünes Spielfeld

Die Trockenheit beschäftigt seit Monaten die Platzwarte der Fußballvereine. Manche Spielfelder gleichen einer Wüstenlandschaft, andere dagegen sind top gepflegt - mit viel, viel Wasser.Das kostet heuer einen Batzen Geld.

Die Sprinkleranlage läuft bei der DJK Ammerthal aufgrund der langen Trockenheit jeden zweiten Tag von in der Früh bis Abends. In der Nacht wäre es sinnvoller, erklärt Platzwart Reinhold Badura. Aber ein Anwohner hat etwas dagegen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Beim Bayernligisten DJK Ammerthal sorgt Reinhold Badura für sehr gepflegte Platzverhältnisse. "Ich mache das seit 30 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", stöhnt der "Greenkeeper", wie sie ihn in Ammerthal nennen, angesichts der extrem langen Trockenperiode. Rund 25 Kubikmeter Wasser, also 25 000 Liter, zapft Badura jeden zweiten Tag seit April aus dem vereinseigenem Brunnen, um zwei Plätze zu bewässern.

Die Anlage läuft dann den ganzen Tag - sehr zum Verdruss von Badura. Denn: "Viel effektiver wäre es nachts. Da bringt es wenigstens was." Aber er darf nicht so wie er will, denn ein einziger Anwohner hat sich über den Sprinkler aufgeregt und durchgesetzt, dass aus Lärmgründen nur tagsüber gewässert werden darf. "Von 6 Uhr bis 22 Uhr", sagt Badura. Und so baut er jeden zweiten Tag in der Früh auf - und am Abend wieder ab. Mit Unverständnis für den Anwohner: "Der ist selber Landwirt und weiß eigentlich, wann man gießt und wann nicht."

Der Platz des 1. FC Schlicht, Aufsteiger in die Kreisklasse Süd, ist in sehr guter Verfassung. Verantwortlich zeichnet sich hier Chef-Platzwart Franz-Josef Bummerl: "Bei uns laufen zwei Sprinkler fast jede Nacht von 20 Uhr bis 6 Uhr oder 7 Uhr in der Früh." Rund 25 Meter im Durchmesser schafft einer der Wasserspender, das Nass kommt aus einer normalen Leitung. Mit einem separaten Zähler. Das alles muss bezahlt werden. "Wir haben in den letzten drei Monaten 4000 Kubikmeter Wasser gebraucht, für den Hauptplatz und für den Trainingsplatz", erklärt Bummerl.

Bei Kosten von rund 1,50 Euro pro Kubikmeter ist das die satte Summe von 6000 Euro an Mehrkosten durch die Trockenheit. Es lohne sich aber, denn "die Spieler beschweren sich nicht." Anders als beispielsweise in Königstein, als der 1. FC Schlicht dort gastierte: "Da ist schon ein bisschen Grün vorhanden", sagt Bummerl. Mehr aber auch nicht. "Es ist halt alles eine Kostenfrage."

"Unsere Wasserkosten sind null Euro, gottseidank", sagt Hans Schlosser, Fußballabteilungsleiter des Neu-Bezirksligisten SSV Paulsdorf. Mittels eine unterirdischen Baches, der direkt am Sportgelände vorbei fließt, wird ein Gießwagen befüllt, der sich - mit einem Haken befestigt - von alleine übers das Spielfeld zieht. Momentan sechs Tage in der Woche, damit der Hauptplatz bespielbar ist.

"Ich hoffe, dass es bald regnet, denn so langsam trocknet der Bach aus." Das Wasser reicht aber nur für eine Rasenfläche, der berühmt-berüchtigte Paulsdorfer Trainingsplatz bekommt nichts ab: "Der ist wie eine Wüste und steinhart", erklärt Schlosser. "Hut ab vor den Spielern, wenn die da trainieren. Das hat mit Spaß nicht mehr viel zu tun."

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