17.07.2020 - 20:23 Uhr
AmbergSport

Bernhard Keil: Sein Herz schlägt für die Familie und den ERSC Amberg

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Der Eishockeyspieler spricht über seine Kindheit, seine Tattoos – und die Bergkirche in Amberg: Kein Wunder, dass seine Oma dachte, er wird mal Pfarrer. Ebenfalls ein Thema: Seine Zukunft bei den Löwen.

Familienmensch Bernhard Keil trägt ein Kreuz mit den Geburtsdaten seiner Eltern am Bizeps. Nach dem Motto: Familie macht stark.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Eishockey: Ein manchmal knüppelharter, körperbetonter Sport, nichts für Warmduscher. Bernhard Keil hat so ziemlich alle Seiten kennengelernt. Der heute 28-Jährige fing im Alter von sechs Jahren beim ERSC Amberg an, wechselte nach Regensburg und ging anschließend als Jugendlicher nach Mannheim ins Eishockey-Internat.

Ein Jahr in Kanada

Eine hoffnungsvolle Karriere zeichnete sich ab, als er bei den Straubing Tigers einen Vertrag bekam und zur Ausbildung ein Jahr in Kanada bei den Kamloops Blazers in British Columbia verbrachte. "Das ist die Juniorenliga für Spieler im Alter von 15 bis 20 Jahre. Aus solchen Ligen kommen dann die Superprofis", erklärt Keil. In Straubing hatte er einen Vertrag für die DEL erhalten, musste aber dann aus gesundheitlichen Gründen mit dem Profisport aufhören.

Spielerkarriere beendet?

Im Dezember 2017 kehrte er zum ERSC Amberg zurück zu seinen Wurzeln - und wird hier seine Spielerlaufbahn beenden. "Ich hatte in der vergangenen Saison schon Probleme und unter anderem einen Innenbandriss", erklärt Keil. Sein letztes Spiel bestritt er im Januar, dann war Schluss. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich noch spiele. Ich könnte dem Coach helfen, wenn er Hilfe braucht", sagt Keil, der bereits den Trainerschein erworben hat. "Beim Heimatverein die Karriere ausklingen zu lassen, das ist doch eine schöne Sache."

Alle Tattoos auf der Herzseite

Drei Tattoos zieren seinen linken Arm, alle haben eine Bedeutung - und alle harmonieren zusammen. "Links ist die Herzseite, deswegen ist alles links", sagt Keil. Das älteste auf der Innenseite des Bizeps ist ein Kreuz mit den Geburtsdaten seiner Eltern Christine und Bernhard. "Ich hatte immer ein Kreuz an einer Kette, auch beim Spielen. Aber durch den intensiven Körperkontakt beim Eishockey, und dadurch, dass ab und zu die Fäuste fliegen, ist die Kette immer gerissen. Ich habe dann eine neues geholt und hatte drei Stück. Das hat mich irgendwann so aufgeregt, und ich habe mir gesagt: Das lasse ich jetzt tätowieren. Dann kann es mir keiner herunterreißen."

Mit Oma zur Krippe

Die erste Kette war ein Geschenk seiner Eltern, und Bernhard Keil war früher mit Oma Dorothea immer in der Kirche. "Sie hat gedacht, ich werde mal Pfarrer. Ich wollte als Kind immer hoch in die Bergkirche. Da gab es diese kleine Krippe. Man konnte zehn Pfennig reinwerfen, und dann hat man den Segen Jesu bekommen. Das war für mich immer ein Highlight. Am liebsten wäre ich fünfmal am Tag hoch in die Kirche."

Das zweite Tattoo befindet sich auf seiner Schulter. Ein Eishockeyspieler mit einem Löwen im Hintergrund. "Der Löwe steht für Amberg, weil ich hier mit dem Eishockey begonnen habe", erklärt Keil. "You dont't know if you dont't try" ist als Schriftzug darunter eintätowiert: "Du weißt es nicht, wenn du es nicht probierst." Sieben Stunden am Stück - ohne Schrift - dauerte die Sitzung. "Das war am Ende schon sehr zäh, aber es ist eine wunderschöne Arbeit", erinnert sich Keil.

Zwei Motive, die für das stehen, was Bernhard Keil geprägt hat: 22 Jahre Eishockey, der Beginn und das Ende seiner Karriere - bei den Wild Lions, den Amberger ERSC-Löwen.

Ein Einspruch

Der Plan war ursprünglich, von allen Vereinen, bei denen er gespielt hat, ein bisschen etwas auf der Haut zu verewigen. Aber sein Tätowierer erhob Einspruch: Das werde sonst zu viel, man könne dann kaum erkennen, worum es sich handle.

Ein Eishockeyspieler und ein Löwe zieren den linken Arm.

Mit DNA-Zeichen

Nummer drei zeigt an der Innenseite des linken Armes einen Familienbaum mit dem DNA-Zeichen am unteren Ende. "Ich bin ein Familienmensch. Die Familie ist das Wichtigste, das man hat", bekennt Keil. Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil des Tattoos ist der Turm der Bergkirche im Hintergrund. "Das ist meine Kirche. Ich gehe jetzt immer noch gerne hoch, dort haben auch meine Frau Lisa-Marie und ich geheiratet."

Bergfest-Fan

Seine Oma sei leider früh verstorben, sein Vater Bernhard sen. auch. Die Oma, an die er gerne denkt, hat damals am oberen Ende der Jahnstraße gewohnt. "Da ging es nur kurz und steil hoch zum Berg", sagt Keil. Klar, dass er auch in einer bestimmten Woche im Jahr sehr gerne und oft hochsteigt: "Das Bergfest gefällt mir sehr gut. Heuer ja leider nicht", sagt Bernhard Keil und lacht.

Ein Spieler des ERSC Amberg und seine Tattoos: Vier Buchstaben, die richtig wehtun

Amberg
Familienbaum mit DNA-Symbol und der Turm der Amberger Bergkirche im Hintergrund.
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