Bei der Generalprobe ein 7:0-Kantersieg – da sollte man als Fußball-Trainer doch zufrieden sein. Bei Fabian Hirmer ist die Freude aber nur verhalten. Ja, man habe zuletzt bei der SG Plößberg/Schönkirch klar gewonnen, sagt der Coach der SpVgg Schirmitz. "Aber das ist ein Kreisklassist, und da erwarte ich schon so ein Ergebnis."
Nach drei Jahren Abstinenz sind die Schirmitzer zurück in der Bezirksliga Nord. Dass sie das Comeback schaffen, war so nicht unbedingt zu erwarten. Die Trümpfe im Aufstiegsjahr waren eine disziplinierte Spielweise und eine aggressive Defensive. "Wir müssen auch in der neuen Liga hinten wieder gut stehen", fordert Hirmer: "Nach vorne sind wir eigentlich immer gefährlich."
Abstieg nicht in den Köpfen
Auch wenn ein Aufsteiger meist nichts anderes als den Klassenerhalt im Sinn hat, will man sich in Schirmitz nicht auf dieses eine Saisonziel versteifen. "Von Beginn an gegen den Abstieg zu spielen, ist nicht in unseren Köpfen", meint Hirmer. Er sei guter Dinge, "dass wir zum Saisonstart zu Hause etwas holen." Mit dem SV Hahnbach gastiert allerdings am Sonntag, 20. Juli, ein dicker Brocken, ein Bezirksliga-Dino, der unter dem neuen Trainerduo Franz Geilersdörfer/Bastian Freisinger so manche Enttäuschung aus der vergangenen Spielzeit vergessen machen will.
Bevor Schirmitz und Hahnbach am Sonntag (Anstoß 15.30 Uhr) den 1. Spieltag beschließen, sind die restlichen Teams gefordert. Bereits am Freitagabend stehen drei Partien auf dem Terminplan. Eine Mannschaft, die dann im Einsatz ist, sind die Sportfreunde aus Ursulapoppenricht. Erstmals in der gut 50-jährigen Vereinsgeschichte ist man in der Bezirksliga vertreten, die Aufstiegseuphorie soll das von Sven Seitz trainierte Team durch die Saison tragen. "Für uns ist das eine komplett neue Spielklasse", sagt Abteilungsleiter und Sponsor Josef Nitzbon. "Es geht darum, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben."
Eine Niederlage in zwei Jahren
Upo, wie der Verein oft genannt wird, eilte in den vergangenen beiden Jahren von Erfolg zu Erfolg. In zwei Spielzeiten schaffte man den Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga, in diesem Zeitraum verlor man nur ein einziges Spiel. Kann man nun auch die neue Liga aufmischen? "Wir sind zunächst in jedem Spiel nur Außenseiter", wehrt Nitzbon zu viele Vorschusslorbeeren ab. Wie stark der Aufsteiger tatsächlich ist, wird womöglich gleich die Auftaktpartie zuhause gegen den FC Weiden-Ost zeigen.
Wer bei der Befragung zu den Saisonzielen "Oben mitspielen" angibt, macht sich schon mal verdächtig. Und wenn dieser Verein FC Amberg heißt und gerade erst mit Pauken und Trompeten, aber auch unter unglücklichen Umständen aus der Landesliga Mitte abgestiegen ist, dann ist für viele klar: Die Gelb-Schwarzen würden gerne zurück in den Spielbetrieb auf Verbandsebene.
Rückschlüsse auf die Amberger Ambitionen lässt natürlich auch die Besetzung des Trainerpostens zu. Mit dem Spielertrainer-Duo Friedrich Lieder und Mario Zitzmann setzt der FC auf geballte Erfahrung und viel Kompetenz. Für die Vilsstädter, die bei der Generalprobe dem Landesligisten ASV Burglengenfeld ein 2:2 abtrotzten, geht es ebenfalls am Freitagabend los. In einem Flutlichtspiel ist ab 20 Uhr die SG Chambtal der Gegner. Für Bezirksliga-Fans interessant: Ein paar Steinwürfe vom Schanzl-Stadion entfernt treffen eineinhalb Stunden vorher Inter Bergsteig Amberg und die SpVgg Vohenstrauß aufeinander. Da lohnt sich ein schneller Stadionwechsel.
Weiden II und Wernberg mitfavorisiert
Wer aber kommt noch für einen Spitzenplatz in Frage? Natürlich der amtierende Vizemeister SpVgg SV Weiden II. Die junge Elf vom Wasserwerk startet gegen den TSV Tännesberg und ist erneut weit vorne einzuschätzen. Was auch für den FC Wernberg gilt. Die Verpflichtung von Torgarant Bastian Lobinger (früher SpVgg Pfreimd) als Spielertrainer ist ein Pfund. Welche Qualität im Kader steckt, hatten die Wernberger ja bereits in der Rückrunde der Vorsaison angedeutet. Ein Heimsieg gegen den FC Raindorf könnte schon mal ein erstes Ausrufezeichen sein.
Ein Ex-Landesligist legt dagegen die Latte deutlich tiefer an. "Wir wollen in ein ruhigeres Fahrwasser als letzte Saison", sagt Michael Hartlich, der neue Trainer der SpVgg Pfreimd. "Da war es ja nach hinten ziemlich knapp." Allerdings blicken die Pfreimder auf eine starke Vorbereitung zurück. Süd-Bezirksligist TB/ASV Regenstauf wurde zuletzt mit 3:0 abgefertigt. Hartlich hält vor dem Auftakt gegen den 1. FC Schlicht dennoch den Ball flach: "Unser Ziel bleibt ein Mittelfeldplatz."














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