"Die Entscheidung des Bayerischen Fußballverbandes ist absolut richtig und nachvollziehbar", sagt Tobias Bernklau, Trainer der SpVgg Pfreimd. "Es wäre kompletter Unsinn, die Schulen zu schließen und gleichzeitig den Fußball weiterlaufen zu lassen." Beim Schlusslicht der Landesliga Mitte wollten die Verantwortlichen am Freitagabend die Lage beraten. "Es ist eine schwierige Situation. Wir müssen jetzt sehen, wie wir das handhaben." Das Freitag-Training wurde schon mal abgesagt, Bernklau geht von weitergehenden Maßnahmen aus. "Die Spieler sind zwar alles andere als begeistert, aber wir werden das Training wohl drastisch einschränken", kündigt der Coach an. Als mögliche Alternativen, um sich einigermaßen fit zu halten, nennt er individuelle Laufeinheiten und Krafttraining: "Wir haben einen Fitnessraum im Sportheim. Da können die Spieler vielleicht etwas machen."
"Was das Ganze für eine Entwicklung genommen hat, ist einfach Wahnsinn." Andreas Scheler, Coach des Landesligisten SpVgg SV Weiden, stand am Freitag noch ganz unter dem Eindruck, wie schnell plötzlich weitreichende Entscheidungen gefällt werden müssen. "Wenn es in so schwierigen Zeiten, Richtlinien gibt, dann muss man die auch umsetzen", lautet sein Credo. "Wir müssen kühlen Kopf bewahren. Die Gesundheit steht über allem." Die SpVgg SV Weiden wird laut Vorsitzendem Michael Kurz konsequent den Vorgaben des BFV folgen. "Wir haben zunächst bis 23. März komplett dicht gemacht. Das gilt für alle Mannschaften, auch für das gesamte Nachwuchsleistungszentrum." Wie und ob es danach weitergeht, kann Scheler nicht beurteilen. "Ich hoffe auf Lösungen, um nicht mit dem vorzeitigen Saisonende konfrontiert zu werden", sagt der Coach des Aufstiegsaspiranten. "Das wäre für uns der absolute worst case."
Noch am Donnerstagabend hat Bezirksligist SV Kulmain ein Trainingsspiel beim FC Tremmersdorf (4:2) bestritten. "Da hatten schon alle Spieler beim Begrüßen und Abklatschen ein blödes Gefühl", hat Thomas Kaufmann beobachtet. Der Trainer wollte zwar nicht der Sondersitzung des Vereinsvorstandes am Freitagabend vorgreifen, aber seine Einschätzung lautet: "Ich denke, wir werden den Trainingsbetrieb vorerst einstellen." Die BFV-Entscheidung hält Kaufmann für "richtig", allerdings stört ihn der verkündete Zeitrahmen: "Das Datum 23. März macht überhaupt keinen Sinn. Das muss und wird auch länger gehen." Sollte es bis Ende der Osterferien kein grünes Licht geben, glaubt Kaufmann an den harten Schnitt: "Dann beenden sie die Saison, auch wenn es Härtefälle geben wird."
Auch beim Nord-Landesligisten SV Mitterteich ruht bis auf weiteres der Ball. "Ich habe der Mannschaft mitgeteilt, dass der Trainingsbetrieb eingestellt ist", sagte Trainer Andreas Lang am Freitagmittag. "Wir dürfen kein Risiko eingehen." Mit dem vom BFV vorläufig festgelegten Zeitraum bis 23. März kann Lang aber wenig anfangen. "Ich vermute es, und würde es auch für richtig finden, wenn die Saison beendet wird." Roland Eckert, der Vorsitzende des SV Mitterteich, bestätigte, dass auch der Nachwuchs der JFG FC Stiftland das Training einstellt. "Wir müssen die Entwicklung abwarten, aber ich befürchte, dass sich die Lawine nicht mehr aufhalten lässt", sagt der Apotheker.
Karl-Heinz Wagner, Trainer des Bezirksligisten FC Amberg, möchte eigentlich den Trainingsbetrieb aufrechterhalten. "Ich muss mich aber noch mit unserem Abteilungsleiter und den Kollegen absprechen, aber ich meine, dass es sinnvoll ist, weiter zu trainieren. Die Jungs müssen ja fit bleiben. Wir können nicht vier Wochen nichts tun, und dann auf einmal wieder ein Punktspiel bestreiten."
Am kommenden Wochenende ruht aber zunächst der Trainingsbetrieb beim FC Amberg, Wagner hat für Dienstag, 17. März, ein Treffen angesetzt, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.













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