Reingestolpert
Von so einem Titelkampf würde man in der Bundesliga derzeit wohl nur träumen. Während der FC Bayern vorne einsam seine Kreise zieht, geht es in der Kreisklasse Süd deutlich enger zu. Gerade einmal ein Punkt trennt Tabellenführer SG Traßlberg-Poppenricht von der DJK Ensdorf. Nach diesem Wochenende hätten es drei sein können – oder eben auch gar keiner. Beim Gastspiel bei Germania Amberg kam der Spitzenreiter nämlich nicht über ein 1:1 hinaus und stolperte damit ein wenig in die Restrunde. Kurz vor der Pause brachte Simon Madl die Gastgeber in der 40. Minute sogar in Führung. Für einen Moment sah es so aus, als könnte Germania dem Tabellenführer richtig weh tun. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Philipp Hummel stellte nur zehn Minuten später den Ausgleich her und egalisierte die Amberger Führung wieder. Unterm Strich bleibt für die Trapo trotzdem ein Auftakt der Kategorie „geht vielleicht besser“. Der Vorsprung ist damit minimal – und Ensdorf im Rückspiegel jetzt ziemlich groß. Die DJK war am Wochenende noch spielfrei und steigt erst nächste Woche in die Restrunde ein. Klar ist schon jetzt: So ein Meisterschaftsrennen wäre auch für die Bundesliga ein echter Leckerbissen. In der Kreisklasse Süd gibt’s das Drama eben schon jetzt.
Ganz nah dran
Das wären sie gewesen – ein paar richtig dicke Big Points im Abstiegskampf. Für die SpVgg Windischeschenbach gab es in der Kreisklasse Ost aber stattdessen nur lange Gesichter. Das Schlusslicht verlor zu Hause gegen die SG Plößberg/Schönkirch mit 3:4. Zur Pause lagen die Gäste mit 2:0 vorne, Windischeschenbach verkürzte zwar, doch beim 1:3 und wenig später 1:4 wirkte die Sache endgültig entschieden. Haken dran, nächstes Spiel – so ungefähr sah es aus. Aber die Gastgeber hatten offenbar noch nicht fertig – um einen bekannten italienischen Trainer zu zitieren. Mit Treffern in der 65. und 82. Minute kämpften sie sich tatsächlich noch einmal auf 3:4 heran. Plötzlich war wieder richtig Leben in der Bude und der Ausgleich lag zumindest in der Luft. Doch der wollte nicht mehr fallen. Stattdessen gab es in der Nachspielzeit noch eine Zeitstrafe obendrauf – ein weiterer kleiner Stich in einem ohnehin bitteren Nachmittag. Wer einen Blick in den Spielticker wirft, findet dort eine ziemlich klare Diagnose: eine „sehr unnötige Niederlage aufgrund individueller Abwehrfehler“. Und genau die kann man sich im Abstiegskampf eben nur sehr begrenzt leisten. Für Plößberg ist es dagegen ein entspannterer Blick auf die Tabelle – mit drei Punkten mehr Abstand nach unten.
Kreisklassen-Primus
Wo wir vorhin schon beim FC Bayern waren – einen solchen gibt es gewissermaßen auch auf regionaler Ebene. In der Kreisklasse West hört er auf den Namen FC Dießfurt. Mit acht Punkten Vorsprung ist der Tabellenführer in die Rückrunde gestartet und hat gleich einmal unterstrichen, warum er ganz oben steht. Gegen den SV Hahnbach II, immerhin selbst Kreisliga-Absteiger mit ursprünglichen Ambitionen nach vorne, gab es ein deutliches 5:1. Und die Dießfurter bleiben damit weiterhin ohne Niederlage in dieser Saison. Auch in diesem Spiel ließ der Spitzenreiter nichts anbrennen – vor allem dank Miroslav Havel. Der schnürte einen Dreierpack in der 30., 50. und 71. Minute. Wenn man so will: das Kreisklassen-Pendant zu Harry Kane. Alle 20 Minuten schlägt der Havel zu. Mit seinen Treffern zwölf, dreizehn und vierzehn in dieser Spielzeit stellte der Torjäger die Weichen auf Sieg. Für Hahnbach war danach nicht mehr viel zu holen. Die Rechnung ist also recht simpel: acht Punkte Vorsprung, noch acht Spiele zu gehen. Da müsste schon einiges passieren, damit sich der FC Dießfurt – der FC Bayern der Kreisklasse West – diesen Titel noch nehmen lässt.
Meckern, Meckern, Meckern
In der Kreisklasse Nord hat der 1. FC Neunburg vorm Wald für eine kleine Überraschung gesorgt. Gegen den Tabellendritten aus Weihern gab es zu Hause einen 2:0-Sieg – ein Ergebnis, das so vorher nicht unbedingt auf der Hand lag. Die Gastgeber erwischten einen perfekten Start: Maximilian Baumgärtner brachte Neunburg früh in Führung. Die Gäste aus Weihern hatten danach allerdings die große Chance zum Ausgleich, als sie einen Elfmeter zugesprochen bekamen. Doch diese Möglichkeit blieb ungenutzt – der Strafstoß wurde vergeben, das 1:1 also verpasst. Und das sollte sich rächen. In der 67. Minute schlug erneut Baumgärtner zu und stellte mit seinem zweiten Treffer auf 2:0 – zugleich der Endstand. Danach wurde es weniger fußballerisch, dafür umso lebhafter im Spielbericht. Nur eine Minute später durfte Martin Sedera von der SG DJK Weihern erst einmal zehn Minuten über sein Foulspiel nachdenken. Und dann kam Sebastian Hergesell: erst Gelb fürs Meckern – und praktisch im gleichen Atemzug Gelb-Rot – ebenfalls fürs Meckern. Das dürfte nicht nur sportlich weh tun, sondern vermutlich auch in der Mannschaftskasse nachhallen. Ganz fertig war die Zehn-Minuten-Show damit übrigens noch nicht. In der 73. Minute durfte auch ein Neunburger wegen Foulspiels kurzzeitig runter. Am Ende blieb es aber beim 2:0 – und bei der Erkenntnis: Drei Punkte für Neunburg, aber vermutlich auch ein paar Euronen mehr in den jeweiligen Mannschaftskassen.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.