22.10.2018 - 14:19 Uhr
AmbergSport

"Brutales Foul" und Knochenbruch

In einem "kuriosen Spiel" schlägt der SV Hahnbach II schlägt die "Unbezwingbaren" aus Ursulapoppenricht. Deren Spielertrainer sieht Rot nach einem "brutalen Foul" - wie Hahnbachs Trainer Hefner sagt.

Symbolbild
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

"Es ist eigentlich saudumm losgegangen. Das 1:0 hatte schon einen faden Beigeschmack", räumt Helmut Hefner, der Trainer des SV Hahnbach II ein. Wohl gemerkt, ein Tor für Hahnbach - beim 2:0-Sieg in der Kreisklasse Süd über die eigentlich "Unbezwingbaren" der SG Ursulapoppenricht - die 37 Spiele am Stück nicht verloren hatten. Aber: "Das war ein recht kurioses Spiel, und die Freude über den Sieg war nicht so groß, denn wir haben eine schwere Verletzung mit Schien- und Wadenbeinbruch durch ein grobes Foul. Das Spiel war dann zweitrangig", sagt Hefner.

Ursulapoppenricht lag zu diesem Zeitpunkt schon mit 0:2 auf eigenem Platz hinten, die Stimmung unter den Zuschauern kochte. Auch wegen des ersten Treffers: Denn Michael Pozywio schoss aus rund 30 Metern ins leere Tor, obwohl SF-Torwart Johannes Ritter am Boden lag. "Mein Spieler hat gesagt, er hat das nicht gesehen. Der Schiedsrichter hat auch nicht abgepfiffen." Ritter war vorher mit einem eigenem Abwehrspieler zusammengestoßen. "Aus meiner Sicht hat er kurz hochgeschaut, gesehen, dass wir im Ballbesitz sind und eine gute Konterchance haben, dann hat er sich wieder hingelegt", erklärt Hefner. Der Schiedsrichter sei dafür da, dass er abpfeife. Das tat Siegmund Weber nicht - und die Zuschauer hatten schon einen Grund gefunden, ihren Unmut kund zu tun. "Das war schon heftig, was da von draußen kam", sagt Hefner. "Man weiß ja nicht, wann man den Ball rausspielen soll. Das geht ja bis in die untersten Klassen, die Spieler sehen es bei den Profis. Konter verhindern, dann lege ich mich wieder hin." Der Hahnbacher Trainer gesteht aber auch ein, dass der Treffer einen Beigeschmack hatte. "Das muss man ehrlich zugeben", so Hefner. Das Tor sei aber nicht entscheidend gewesen, denn es fiel in der 5. Minute - und Upo hätte genügend Zeit gehabt, zu egalisieren.

Die Hahnbacher Mannschaft legte sich nicht hin, sondern sofort nach, und Alexander Sollfrank machte nach einer Standardsituation das 2:0 (11.). "Wir waren die bessere Mannschaft, und hatten keine Verstärkung aus der Ersten." Der Tabellenführer habe kein Mittel gefunden und es nur mit langen Bällen probiert.

Dann die 20. Minute: Korbinian Graf wurde vom Spielertrainer des Tabellenführers, Erdal Izmire, "grob fahrlässig" (Hefner) attackiert. Izmire sah daraufhin von Schiedsrichter Siegmund Weber die Rote Karte. "Ich hatte selbst ein paar Kreislaufprobleme, als ich bei meinem Spieler war. Wenn du siehst, wie die Knochen wegstehen." Erdal Izmire habe sich zwar hinterher entschuldigt, aber es war schon "ein brutales Foul" (Hefner). "Ich weiß nicht, ob er jemals wieder Fußball spielen kann."

Obwohl die Partie dann relativ fair weiterlief, verwies Schiri Weber noch zwei Zuschauer vom Sportgelände - weil sie durch Beleidigungen auffielen. Gelbe Karten zeigte er auch noch, unter anderem sah Cengiz Izmire (61.) eine. Wegen eines Segelfluges im Hahnbacher Strafraum. "Sie probierten es mit ein paar Schwalben, weil sie einfach nicht wussten, wie sie in Unterzahl uns beikommen sollten", erklärt Hefner.

Helmut Hefner, der Trainer des SV Hahnbach II.

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