14.09.2020 - 17:49 Uhr
AmbergSport

Damit manche Fußballvereine nicht ins Bodenlose fallen

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Bezirksvorsitzender Thomas Graml äußert sich zum Corona-Paragrafen des Bayerischen Fußballverbandes – und stellt zwei Dinge klar, die nicht so klar in diesem Paragrafen verankert sind.

Thomas Graml, der Bezirksvorsitzende des Fußballbezirks Oberpfalz.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Ein Paragraf sorgt für Verwirrung: Einige Vereinsvertreter hatten sich in einem Artikel kritisch über den Corona-Paragrafen (§94) des Bayerischen Fußballverbandes geäußert. Was Bezirksvorsitzender Thomas Graml überhaupt nicht versteht: "Dieser Paragraf ist geschaffen worden, damit manche Vereine nichts ins Bodenlose fallen. Alle Mannschaften, die wegen Corona nicht mehr spielen können, wären im Normalfall B-Klassisten, sie wären in die unterste Liga eingruppiert worden. So fangen wir sie auf und sie steigen nur eine Liga ab", erklärt Graml.

"Alle wären Absteiger"

Wenn nun aber zwei oder drei Mannschaften wegen Corona nicht antreten könnten, müssen dann alle zwei oder drei absteigen? "Ja, natürlich. Alle wären dann Absteiger. Wir können ja nicht sagen: Einen lassen wir drinnen", sagt Graml. Nach der alten Regelung wären die betreffenden Mannschaften in die B-Klasse abgestiegen – bei schuldhaftem Nichtantritt. Das gilt natürlich nicht, wenn der Spielleiter einen Ersatztermin benennt oder das Spiel auf des Gegners Platz verlegt.

Absage auch bei Verdachtsfall

Zwei Punkte will der Bezirksvorsitzende klarstellen: Wenn in einer Mannschaft auch nur ein Verdachtsfall bestehe, könne diese Mannschaft ein Spiel absagen. "Das steht zwar explizit so nicht im Paragraf 94, aber der Menschenverstand sagt das. Dann geht das ans Sportgericht. Und das muss im begründeten Fall keine Wertung aussprechen."

Wenn sich aber herausstellen sollte, dass alles "erstunken und erlogen" ist, dann kann das Sportgericht es als schuldhaftes Nichtantreten werten. Aber wenn der Verein ein Corona-Testergebnis vorlegen sollte, auch ein negatives, könnte ein Sportgericht von einer Wertung absehen. "Das vermute ich, aber ich kann ja dem Gericht nicht vorgreifen." Bei drei bestätigten Fällen muss ein Spielleiter eine Partie absagen, da sei das Ganze anders gelagert und gehe nicht vom Verein aus.

Sperre nicht wegen Corona

Punkt zwei betrifft eine Passage, die Verwirrung gestiftet hat: "Die während einer Sperre eines Vereins nicht ausgetragenen Spiele sind auch als schuldhafter Nichtantritt zu werten." Das, so Graml, beziehe sich - obwohl im Corona-Paragrafen verankert - nicht auf Corona: "Rechtlich verwirrt alles immer, aber bei so etwas könnten die Vereine ja bei uns nachfragen."

Denn dieser Satz betreffe Vereine, die ihre Strafgebühren beim Verband nicht regelmäßig bezahlen oder die Beiträge zum BLSV nicht entrichten. "Das hat mit Corona überhaupt nichts zu tun", erklärt Graml. Aber zur Klarstellung müsse der BFV das regeln.

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Alle Mannschaften, die wegen Corona nicht mehr spielen können, wären im Normalfall B-Klassisten, sie wären in die unterste Liga eingruppiert worden. So fangen wir sie auf und sie steigen nur eine Liga ab,

Thomas Graml

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