05.08.2020 - 15:50 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Dennis Kramer (FC Amberg)

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Torjäger des Bezirksliga-Spitzenreiters erzählt in unserer Serie, warum er während des Trainings öfter mal in die Kabine muss und bei welchem Thema er extrem abergläubisch ist.

Dennis Kramer (hinten) und Martin Popp bejubeln einen Treffer für den FC Amberg. Mit zusammen 37 Treffern sind die beiden das beste Sturmduo der Fußball-Bezirksliga Nord.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

16 Spiele, 22 Treffer – zusammen mit Nico Argauer vom SC Luhe-Wildenau (ebenfalls 22 Treffer) führt Dennis Kramer vom FC Amberg die Torschützenliste der Bezirksliga Nord an. Das Fußballspielen lernte er beim FSV Gärbershof, wechselte in der Jugend zum FC Amberg, für den er mit einem Jahr Unterbrechung beim SC Ettmannsdorf (Landesliga-Saison 2017/18) seit 2002 spielt und von der B-Klasse bis zur Bayernliga in allen Spielklassen zum Einsatz kam. Seit Anfang Juli ist der 29-Jährige, der Lehrer an der Mittelschule in Pirk ist, spielender Co-Trainer von Coach Karl Heinz Wagner beim Bezirksliga-Spitzenreiter.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruhte viele Wochen der Trainingsbetrieb. Gingen Sie Ihrer Freundin schon auf die Nerven?

Dennis Kramer : Ich habe sie gefragt. Ihre Antwort war: "Niemals"! Es ging eigentlich. Wir kommen sehr gut miteinander aus, auch wenn ich mehr zu Hause bin als sonst.

ONETZ: 2. Hatte das Wochenende ohne Fußball eine neue Struktur?

Dennis Kramer : Am Anfang war es schon sehr nervig. Besonders die Zeit, als man niemanden treffen durfte, war schlimm. Was ich viel gemacht habe: Ich habe Sachen ausgemistet. Klamotten, alte Unterlagen, alles so Dinge, auf die man normalerweise keinen Bock hat.

ONETZ: 3. Wann glauben Sie, dass Sie wieder bei einem Punktspiel auf dem Platz stehen?

Dennis Kramer : Ich bin allgemein sehr positiv eingestellt, deswegen hoffe ich, dass es im September wieder losgeht. Ich wünsche es mir auch, bei uns läuft es diese Saison ja super. Wir sind Erster, da wäre es extrem schade, wenn all das, was wir bis jetzt geleistet haben, für die Katz' gewesen wäre.

ONETZ: 4. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Dennis Kramer : Vor einem Spiel habe ich kein richtiges Ritual. Ich bin aber extrem abergläubisch, was Verletzungen angeht. Wenn jemand über eine Verletzung spricht, dann klopfe ich immer dreimal auf Holz, oder auf meinen Kopf – und ich will auch, dass jeder, der bei dem Gespräch dabei ist, das ebenfalls macht. Am besten auch all diejenigen, die das jetzt gerade lesen... (lacht)

ONETZ: 5. Welche Fußballregel ist überflüssig, welche fehlt?

Dennis Kramer : Mich nervt ein bisschen die Unantastbarkeit des Torwarts im Fünfmeterraum. Er darf einfach machen, was er will und wird mehr geschützt als ein Angreifer. Welche Regel fehlt? Interessant finde ich die effektive Spielzeit. Was mich am meisten beim Fußball ankotzt, ist das Zeitspiel. Da könnte ich ausflippen.

ONETZ: 6. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Dennis Kramer : Das liegt gar nicht so lange zurück. Das war das Spiel in dieser Saison in Kulmain. Da sind wir 0:1 hinten gelegen, haben zwar den Ausgleich geschossen, sind dann aber in Unterzahl geraten und haben das Spiel trotzdem noch relativ dominant 3:1 gewonnen. Das war so ein Spiel, da nimmst du nicht nur drei Punkte mit, es ist auch was für den Charakter der Mannschaft. Man sieht, was möglich ist, auch wenn es eigentlich schief läuft.

ONETZ: 7. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Dennis Kramer : Was gar nicht geht, sind Sachen, die unter die Gürtellinie gehen, oder ausländerfeindliche Rufe. Da sollte man auch eine absolute Null-Toleranz-Schiene fahren.

ONETZ: 8. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Dennis Kramer : Unser vorheriger Trainer konnte gar nicht leiden, wenn jemand im Training aufs Klo muss. Wer mich aber kennt, weiß, dass ich die Blase eines Fünfjährigen habe. Ich musste halt während des Trainings öfter mal auf die Toilette. Das war dann jedes Mal ein Zwickl, den ich zahlen musste.

ONETZ: 9. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Dennis Kramer : Lieblingsgegner sind Raigering und Hahnbach. Weil es Derbys sind, da ist die Stimmung gut, da sind immer gut Zuschauer da. Und das sind auch Mannschaften, die Fußball spielen. Das sind keine Mannschaften, die hintendrin stehen und den Ball rausschlagen. Weniger gerne bin ich in Kulmain. Da ging es mir danach nie wirklich gut. Körperlich. Das ist schon eine Mannschaft, die sehr, sehr physisch ist.

ONETZ: 10. Ihre Rückennummer ist die 16. Warum ?

Dennis Kramer : Als ich damals 2009/10 in die erste Mannschaft gekommen bin, wurde mir diese Nummer zugewiesen. Ich habe gute Erinnerungen an die 16 und würde sie auch nicht wieder hergeben.

ONETZ: 11. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt?

Dennis Kramer : Eigentlich das komplette Jahr 2015, weil ich damals drei Knie-Operationen hatte. Im Frühjahr habe ich mir in einem Vorbereitungsspiel in Rosenberg den Meniskus gerissen. Nach komplett verpasster Rückrunde habe ich mir in der Sommervorbereitung dann auf der anderen Seite den Meniskus gerissen. Das ließ ich leider nicht glätten, sondern nähen. Nach drei Monaten Pause bin ich das erste Mal wieder auf den Fußballplatz, trete einmal gegen den Ball, es macht zack – und der Meniskus war wieder gerissen.

Elf Fragen an Sandro Hösl (TSV Erbendorf)

Erbendorf
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.