29.05.2020 - 13:25 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Udo Hagerer (TSV Königstein)

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Der Top-Torjäger der Kreisliga Süd verrät in unserer Serie, welches Ritual er vor einem Spiel hat und warum seine Mannschaftskollegen auf einen verschossenen Elfmeter anstießen.

Udo Hagerer.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Im Schnitt trifft er alle 111 Minuten: Udo Hagerer gehört seit vielen Jahren zu den besten Torschützen in der Region. Das Fußballspielen lernte er beim TSV Königstein, von dem er – nach einem kurzen Abstecher bei der DJK Ammerthal (Bezirksoberliga) – zum SV Sorghof kam. Genau zehn Jahre spielte er für die „Indianer“, stieg mit ihnen von der Bezirksliga bis in die Landesliga auf. Vor zwei Jahren schloss sich der Kreis dann wieder: Hagerer kehrte zum TSV Königstein zurück, für den er in der aktuellen Kreisliga-Saison in 15 Spielen schon wieder 22 Mal getroffen hat. Der 32-Jährige arbeitet als Projektleiter bei der Firma AKW in Hirschau und wohnt mit Frau und Tochter im Örtchen Kürmreuth (Markt Königstein).

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gehen Sie Ihrer Frau schon auf die Nerven?

Udo Hagerer: Wir ergänzen uns da relativ gut. Unter der Woche bin ich in der Arbeit, meine Frau dann am Wochenende. Sie ist Krankenschwester in Amberg. Lagerkoller haben wir nicht. Außerdem gibt es im Garten immer etwas zu tun. Von dem her funktioniert das eigentlich ziemlich gut.

ONETZ: 2. Spaziergang statt Torejagd im Strafraum: Hat das Wochenende ohne Fußball schon eine neue Struktur?

Udo Hagerer: Wir gehen wirklich oft spazieren mit unserer kleinen Tochter. Statt auf dem Fußballplatz sind wir jetzt sonntags in der Umgebung zum Wandern unterwegs. Ich gehe zudem oft laufen, es bleibt ja nichts anderes übrig. Aber eine richtige Struktur? Mit einem kleinen Kind bekommt man keine Struktur rein, da muss man immer sehr spontan sein. (lacht)

ONETZ: 3. Wann glauben Sie, dass Sie wieder bei einem Punktspiel auf dem Platz stehen?

Udo Hagerer: Ich bin ehrlich gesagt schon froh, wenn der Ball wieder rollt. Und ich bin guter Dinge, dass wir tatsächlich im September wieder spielen – und vorher schon vernünftig trainieren können. Bei den Auflagen, die es momentan gibt, macht es derzeit keinen Sinn zu trainieren. Vor allem vier Monate vorher... Da ist ja dann schon wieder komplett die Luft raus, weil keiner mehr Lust hat. Deswegen haben wir gesagt, das lassen wir lieber und warten noch ab.

ONETZ: 4. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Udo Hagerer: Den ersten Schritt auf das Spielfeld mache ich immer erst mit dem rechten Fuß. Da achte ich wirklich drauf. Und wenn ich nicht hinkomme, mache ich einen kleinen Zwischenschritt. So verrückt bin ich dann schon. Ich habe keine Ahnung warum.

ONETZ: 5. Welche Fußballregel ist überflüssig, welche fehlt?

Udo Hagerer: Meine Mitspieler sagen gerne mal, dass man für mich die Abseitsregel abschaffen sollte, weil ich doch relativ oft im Abseits stehe. Die neue Regel mit der Gelben Karte für Trainer halte ich allerdings für überzogen. Bei uns im Amateurbereich braucht man nicht noch mehr Regeln. Je mehr es gibt, desto komplizierter wird's. Man sollte das Spiel so einfach wie möglich halten.

ONETZ: 6. Haben Sie einen Spitznamen?

Udo Hagerer: Nein, Gott sei Dank nicht. Da mein Vorname so kurz ist, bin ich davor gefeit.

ONETZ: 7. Was ist das Gesprächsthema im Auto beim Auswärtsspiel?

Udo Hagerer: Bei uns ist es bisschen in Alt und Jung aufgeteilt. Hauptsächlich geht es um Fußball, um die Bundesliga. Bei dem ein oder anderen ist natürlich der Vorabend Thema, speziell bei den Jüngeren, da wird schon mal nachgefragt, was auf der Kirwa nachts um 3 passiert ist. Zu sehr ins Detail gehen kann ich da jetzt aber nicht. (lacht)

ONETZ: 8. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Udo Hagerer: Das war definitiv das letzte Spiel in der Bezirksliga-Saison 2015/16, als wir mit dem SV Sorghof die Meisterschaft gefeiert haben. Mit dem 2:1-Sieg haben wir den Aufstieg perfekt gemacht, bei uns daheim vor den eigenen Zuschauern – und dann auch noch gegen den Ortsrivalen Vilseck. Da hat alles gepasst. Es war eine richtig geile Truppe damals, mit einem tollen Zusammenhalt. Schon länger zurück liegt ein zweites besonderes Spiel. Da war ich noch in der Jugend und habe in der Relegation bei den Herren in Königstein ausgeholfen. Wir haben im Elfmeterschießen gewonnen und sind in die Kreisliga aufgestiegen. Als Jugendspieler war das eine Riesensache.

ONETZ: 9. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Udo Hagerer: Emotionen gehören grundsätzlich dazu, da wird schon mal was reingeschrien. Was aber gar nicht geht, wenn es unter die Gürtellinie geht und man persönlich angegangen wird.

In der letzten Folge unserer Serie beichtete Matthias Götz, was unter der Dusche absolut verpönt ist, und erzählte, wie er seine Frau kennengelernt hat.

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ONETZ: 10. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Udo Hagerer: Womit ich immer dabei bin, ist "Gelb" wegen Meckerns. Das kostet dann einen Fünfer und eine Kiste Bier. Der Mannschaftsrat hat sich beim Strafenkatalog einiges einfallen lassen. Ein verschossener Elfmeter zum Beispiel kostet ebenfalls eine Kiste. Da hat es mich auch mal getroffen. In einem Freundschaftsspiel! Da gibt's keine Gnade. (lacht)

ONETZ: 11. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Udo Hagerer: Am liebsten sind mir die Derbys in der Nachbarschaft. In Sorghofer Zeiten war das Vilseck, oder Hahnbach. Da bin ich gerne hingefahren, weil man die Jungs alle kennt und nach dem Spiel noch zusammensitzt. Gar nicht gerne bin ich nach Kulmain gefahren. Eine schwierig zu spielende Mannschaft, die körperlich sehr robust ist. Ähnlich war es bei Detag Wernberg.

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