11.02.2019 - 16:53 Uhr
AmbergSport

ERSC Amberg: Trainer Dirk Salinger verärgert über Spielabsage des ESV Buchloe

Die Spielabsage am Sonntag ärgert ERSC-Trainer Dirk Salinger so richtig. Der Zeitpunkt stößt sauer auf - die Mannschaft saß schon fast zwei Stunden im Bus Richtung Buchloe. Angeblich hätte die Info einen Tag früher kommen können.

Salinger war "not amused" über die späte Spielabsage aus Buchloe.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Dirk Salinger ist angefressen: "Ich habe schon eine Menge erlebt, aber so knapp war es noch nie. Und ich bin schon lange dabei", regt sich der ERSC-Coach auf. Vier Stunden vor Spielbeginn der Partie des ERSC (Platz fünf) beim ESV Buchloe (Platz vier) in der Bayernliga-Qualifikationsrunde kam die Absage. Als "höhere Gewalt" bezeichnet der Verein aus dem Allgäu, rund 250 Kilometer von Amberg entfernt, die Magen-Darm-Grippe, die etliche der ESV-Spieler ereilt hat. Der ERSC-Trainer sieht das ein bisschen anders.

ONETZ: Es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Magen-Darm-Geschichte eine Mannschaft stoppt. Sind da Eishockeyspieler besonders empfindlich?

Dirk Salinger: Na ja, eigentlich nicht. Meine Information war, dass die schon am Samstag Abend Probleme hatten, eine Mannschaft zusammen zu stellen. Angeblich waren sie knapp an der Mindestspielstärke neun plus eins. Also neun Feldspieler und ein Torwart. So ist mir das zugetragen worden. Ich weiß aber nicht, ob das stimmt. Ich habe mich gewundert, warum sie nicht von der U20 Spieler abgezogen haben. So hätten wir es gemacht. Also das U20-Spiel absagen und die erste Mannschaft auffüllen.

ONETZ: Erzählen Sie: Wie sind Sie informiert worden?

Dirk Salinger: Wir sind schon um halb zwölf losgefahren. Um 17 Uhr wäre das Spiel gewesen. Wir essen immer unterwegs. In der Holledau haben wir angehalten. Und da haben wir es erfahren. Das ist schon brutal. Vier Stunden vorher, so gegen 13 Uhr. Vor allem, wenn man weiß, dass es einigen Spielern besch... geht. Da wird ja auch keine Wunderheilung eintreten. Da muss ich als Verein reagieren. Das hat schon einen schlechten Beigeschmack.

ONETZ: Es geht nebenbei auch um die Kosten, die dem ERSC Amberg entstanden sind?

Dirk Salinger: Ja. Die Buskosten etc. Ich weiß nicht, was die Statuten dazu sagen. Buchloe legt es als "höhere Gewalt" aus. So wie beim Spiel von Dorfen in Vilshofen, als es so geschneit hat, dass nicht gespielt werden konnte. Wenn das als "höhere Gewalt" ausgelegt wird, dann bleiben wir auf den Kosten sitzen.

ONETZ: Was haben Sie als erstes gedacht, als Sie die Absage hörten?

Dirk Salinger: Mein erster Gedanke war: Wichtige Spieler sind krank. Aber das ist eine böse Unterstellung (lacht).

ONETZ: Wie haben Ihre Spieler im Bus reagiert?

Dirk Salinger: Die waren sauer, ganz klar. Die stehen in der Früh auf, richten den ganzen Tagesablauf danach aus. Dann sind sie schon im Modus "Spiel". Dann kommt diese Meldung. Das kann ja wohl nicht sein, das ist eine absolute Frechheit.

ONETZ: Wann muss man normalerweise absagen? Wie lange vorher?

Dirk Salinger: Ich habe nicht alle hundert Seiten der BEV-Statuten im Kopf. Aber man muss 72 Stunden vorher absagen. Jetzt mal im Ernst: Wenn man dieses Spiel so kurzfristig absagen kann, dann kann man sich seine Durchführungsbestimmungen schenken. Das ist das Gleiche, wenn eine Mannschaft nach Amberg kommt und ich sage: Oh, jetzt haben fünf Mann aus der gleichen Trinkflasche getrunken. Denen ist aktuell schlecht, ich muss die ins Krankenhaus fahren. Was passiert dann? Wird das Spiel auch wiederholt?

ONETZ: Was sagen Sie zum Nachholtermin am 1. März? Freitag statt Sonntag?

Dirk Salinger: Es gibt einen Nachholtermin, der vorletzte Spieltag. Der ist schon fest terminiert. An einem Sonntag hast du normalerweise alle Spieler zur Verfügung, an einem Freitag musst du nach Buchloe schon um 13 Uhr abfahren. Da müssen einige Urlaub nehmen. Wer weiß, ob wir das dann hinkriegen. Das ist schon ein brutaler Tausch.

Hintergrund:

BEV: Das ist höhere Gewalt

Der Anruf im Bus erreichte den stellvertretenden ERSC-Obmann Sebastian Gassner am Sonntag um 12.40 Uhr. Am Telefon: Frank Butz, BEV-Obmann. Dieser informierte den ERSC-Verantwortlichen, dass der ESV Buchloe das Spiel abgesagt hatte. „Das war genau vier Stunden und 20 Minuten vor Spielbeginn. Bei höherer Gewalt oder nicht vorhersehbaren Ereignissen gilt, dass eine Absage spätestens vier Stunden vor Beginn erfolgen muss“, erklärt ERSC-Obmann Christoph Spanger. „Da kann man natürlich darüber streiten, ob das ein nicht vorhersehbares Ereignis war“, sagt Spanger. Aber er und der ERSC Amberg müssen das akzeptieren, denn Frank Butz habe ihn am Montag in einem weiteren Telefonat darüber informiert, dass der ESV Buchloe Atteste der erkrankten Spieler vorgelegt habe. „Am Sonntag vormittag hatte Buchloe noch zehn Spieler und einen Torwart. Danach haben sich noch drei weitere Spieler krank gemeldet. Da können wir nichts machen“, gibt Spanger die Info weiter, die er von Butz erhalten hat. „Das ist dumm gelaufen, aber wenn die wirklich alle krank sind, können wir nur gute Besserung wünschen“, sagt Gassner.

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