Der sogenannte „Deadline-Day“ bringt nicht nur im Profifußball die Telefone zum Glühen. Auch im Amateurfußball dreht das Transferkarussell noch einmal ordentlich auf. Besonders beim FC Amberg bestand noch Handlungsbedarf. Der Saisonstart verlief holprig, die Verletztenliste ist inzwischen länger, als es Trainern und Verantwortlichen lieb sein dürfte, und mit den Abgängen der beiden Spielertrainer Friedrich Lieder und Mario Zitzmann entstanden zusätzliche Baustellen. Untätig war man beim FCA deshalb keineswegs. Ambergs Sportlicher Leiter Roman Reinhardt hat seine Hausaufgaben gemacht: Ertugrul Er (zuletzt DJK Gebenbach), James Bucher (SV Raigering) und Florian Knauer (TSV Bogen) wechseln an den Schanzl.
Hochkaräter mit Profierfahrung
Mit Ertugrul Er kommt ein echter Hochkaräter an die Vils. „Eto“ war zuletzt beim Bayernligisten DJK Gebenbach aktiv, sammelte bereits Erfahrung in der zweiten und dritten türkischen Liga und ist für das Amberger Mittelfeld somit ein echter Glücksgriff. Nicht nur fußballerisch sei „Eto“ ein wichtiger Baustein. „Seine ehemaligen Mitspieler sprechen nur positiv von ihm“, erklärt Reinhardt, und auch Trainer Erkan Kara freut sich über das Gesamtpaket, das zuletzt 20 Bayernliga-Spiele für die DJK Gebenbach absolvierte. „Ich bin absolut davon überzeugt, dass er fußballerisch und menschlich absolut in unser Gefüge passt“, sagt Kara.
Und nachdem aller guten Dinge drei sind, verpflichtete der Landesligist auch noch Nachwuchstalent James Bucher (SV Raigering) und den erfahrenen Florian Knauer (TSV Bogen). „Wir haben die letzten zwei, drei Wochen fast täglich von morgens bis abends daran gearbeitet, Spieler zu akquirieren, und am Ende des Tages würde ich sagen: Es hat sich gelohnt. Allein aufgrund der Tatsache, dass wir trotzdem noch immer im Amateurbereich unterwegs sind – heißt: Spieler haben auch einen Beruf oder Arbeit, werden krank oder haben private Anlässe –, war der Kader dann letztendlich zu klein. Dementsprechend war es enorm wichtig, jetzt noch mal was zu tun“, erklärt FC-Trainer Erkan Kara gegenüber Oberpfalz-Medien.
„Das sind Jungs, die uns helfen“, sagt Reinhardt. Der 18-jährige James Bucher machte bereits in seiner ersten Saison im Herrenbereich auf sich aufmerksam. Beim SV Raigering brachte er es auf vier Treffer und einen Assist in acht Spielen. Den Sprung von der Bezirks- in die Landesliga traut Kara dem jungen Stürmer durchaus zu. „Wir wollen ihn peu à peu heranführen, und ich bin mir sicher, dass James wenig Anlaufzeit braucht, um auch in dieser Liga zu funktionieren.
Alte Bekannte
Wichtig ist dabei natürlich immer die Geduld eines jungen Spielers. Beim einen geht es schneller, beim anderen dauert es ein bisschen länger, aber die Geduld ist erst einmal die Basis, und die muss man mitbringen“, erklärt er. Kara sei sich allerdings sicher, „dass James eines der größten Talente in der Umgebung ist“.
Florian Knauer hingegen bringt einiges an Erfahrung mit an den Schanzl. Der 30-jährige Regensburger war zuletzt beim TSV Bogen aktiv, erzielte 13 Tore in 32 Landesliga-Spielen. Er kickte unter anderem bereits für Burglengenfeld und Ettmannsdorf. FC-Trainer Erkan Kara ist damit natürlich ein alter Bekannter, und auch einige Mitspieler kennt Knauer bereits aus alten Zeiten. Insgesamt habe „das Gesamtpaket“ aber einfach gepasst, begründet Knauer seinen Wechsel.
Die angespannte Situation inklusive Trainerwechsel habe der Angreifer natürlich wahrgenommen, habe seine Entscheidung allerdings nicht beeinflusst. „Natürlich war der Saisonbeginn inklusive Trainerwechsel nicht optimal, aber ich glaube, dass wir uns jetzt immer besser finden und dann auch entsprechend Punkte holen können“, zeigt er sich optimistisch. Ziel sei natürlich der Klassenerhalt: „Persönlich möchte ich der Mannschaft so gut wie möglich helfen und meinen Teil dazu beitragen. Am Ende wollen wir eine erfolgreiche Saison spielen und schauen, was tabellarisch möglich ist, der Klassenerhalt steht aber im Vordergrund.“ Für die Offensive sei Knauer durchaus eine Bereicherung, das weiß auch der neue Coach: „Flo ist ein Spieler, der allein durch seine enorme Präsenz im Sechzehner weiterhelfen kann. Er ist ein Stürmer, der dahin geht, wo es weh tut.“
Mehr Qualität
Die Personalsituation habe sich dank der Neuzugänge noch einmal entspannt. Der Trainer sei deshalb „etwas beruhigter“. Auch die Qualität im Training steigere sich aufgrund des Konkurrenzkampfs noch einmal. „Dadurch kommt eine für mich sehr, sehr wichtige Eigendynamik in einer Mannschaft zustande, sodass sich jeder beweisen muss. Dementsprechend wird normalerweise auch die Trainingsqualität besser. Jeder muss ans Limit gehen, und jeder muss im Endeffekt in sich diesen Willen verspüren, unbedingt spielen zu wollen. Und wenn das jeder hat, dann haben wir eine hohe Trainingsqualität. Und eine hohe Trainingsqualität bedeutet, dass wir uns ja generell auch als Mannschaft verbessern.“ Inwiefern sich die Neuzugänge dann schließlich wirklich auswirken, wird die restliche Spielzeit zeigen.















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