Amberg
03.07.2026 - 17:09 Uhr

Fehlpass-Special: Der Oberpfälzer Fußball-Netzwerker

Bernd Heinisch spricht über die verpasste Chance, Profi zu werden. Über den FC Amberg, die SpVgg SV Weiden, Geld in der Kreisklasse – und über Manuel Neuer, ein Telefonat mit Phil Collins sowie Wolfgang Hesls geplatzten Wechsel zu Fulham.

Bernd Heinisch, so erzählt er es, hat in der Jugend einen besonderen Spitznamen erhalten. „Der Bomber“, so habe man ihn damals genannt, sagt Heinisch. Der heute 41-jährige Amberger habe damals mal 80 Tore in einer Saison geschossen, erzählt er im Fehlpass-Podcast. Den Spitznamen, der untrennbar mit Gerd Müller verbunden ist, habe er allerdings nicht nur wegen der Tore bekommen. „Auch wegen der Oberschenkel“, sagt Heinisch und lacht. Und freilich: Viel gelaufen sei er auf dem Fußballplatz auch nicht, aber oft richtig gestanden, und dann habe er das Ding halt reingemacht.

Obwohl er in der Jugend Angebote von Profivereinen erhalten habe, sei es mit einer Profikarriere nichts geworden. Sein Weg führte ihn dann über den FC Amberg, die DJK Ammerthal und den SV Raigering zum 1. FC Schwarzenfeld, bei dem er die längste Zeit seines aktiven Fußballerlebens verbrachte. Seinen Weg in den Zirkus des Profifußballs hat er dann aber doch gefunden – als Netzwerker.

Heinisch, der hauptberuflich als Abgeordneter im Landtag arbeitet, hat Kontakte bis ins höchste Regal des deutschen Fußballs. Mit Jetzt-zum-zweiten-Mal-Ex-Nationaltorwart Manuel Neuer sei er befreundet, man treffe sich immer wieder in München auf einen Kaffee. Mit Fredi Bobic habe er viel zu tun, mit Lutz Pfannenstiel, mit Christian Keller. Auch Felix Magath sei einer seiner Kontakte. Mit ihm habe er, erzählt Heinisch, sogar mal an einem Transfer gearbeitet: Wolfgang Hesl – ehemaliger Bundesligatorhüter, später jahrelanger Keeper beim SC Ettmannsdorf und seit dieser Saison Spieler bei Upo – hätte vor Jahren mal zum von Magath trainierten FC Fulham nach England wechseln sollen. Geklappt habe der Transfer dann aber doch nicht. Hesl, so Heinisch, kenne er bereits seit der Jugend.

Heinisch kann etliche solcher Geschichten erzählen. An einem Freitagnachmittag etwa habe er einen Anruf erhalten – am anderen Ende der Leitung sei Phil Collins gewesen, der Sänger, der versucht habe, seinen Sohn Matthew bei einem Profiverein unterzubringen. „Ich habe mich da erst einmal gefragt: Wo ist die Kamera, wo ist der Joke“, sagt Heinisch, der bis heute nicht wisse, wie Collins an seine Handynummer gekommen sei.

Wie er selbst sein Netzwerk aufgebaut habe, könne Heinisch gar nicht mehr sagen, sagt er. Er habe halt immer gern mit den Leuten gesprochen, schon als aktiver Spieler. Mit der Zeit habe er immer mehr Menschen gekannt, und die ihn. Und irgendwann habe er dann halt ein Netzwerk gehabt, mit dem man „was anfangen kann“, wie Heinisch selbst sagt.

Der 41-Jährige ist aber auch weiterhin im Oberpfälzer Amateurfußball aktiv – zwar nicht mehr auf dem Rasen, sondern hinter den Kulissen. Etliche höherklassige Vereine würden sich noch immer bei ihm melden und fragen, ob er denn nicht einen Linksverteidiger kenne oder einen Torwart. „Dann rattert es bei mir im Kopf“, sagt Heinisch, der dann Kontakte weitergebe. „Das ist halt meine Leidenschaft.“

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