11.06.2019 - 16:53 Uhr
AmbergSport

Fische und Schwammerln statt Tennisschläger

Eine Ära geht zu Ende: Am Samstag ist eine feste Größe des TC Amberg am Schanzl unter lautem Applaus der Vorstandschaft und Mitglieder in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.

Abschied: Petr Strobl (links) und seine Weggefährten Dieter Heckmann, Markus Wagner und Vorsitzender Mario Neumann.
von Externer BeitragProfil
Jede Menge Mitglieder des TC Amberg am Schanzl waren zum Abschied von Petr Strobl gekommen.

Petr Strobl, Top-Trainer, hervorragender Spieler und ausgefuchster Stratege zugleich. Dieter Heckmann, der damalige Sportwart des Vereins, setzte 1968 eine spontane Idee in die Tat um. Er engagierte das tschechoslowakische Daviscup-Team für einen Schaukampf am Schanzl. Jan Kodes, Milan Holecek und der x-fache tschechische Juniorenmeister und tschechische Meister Petr Strobl legten auf ihrem Rückweg von der Daviscup-Begegnung Deutschland – CSSR in München einen Stopp in Amberg ein. Sehr zur Freude des Vereins. Wenige Wochen später – zwei Tage nach dem Einmarsch der Russen in die Tschechoslowakei – bekam Dieter Heckmann einen Anruf von Petr Strobl, der es irgendwie auf die deutsche Seite geschafft hatte. Heckmann holte Strobl kurzerhand nach Amberg und so begann die Erfolgsgeschichte des TC Amberg am Schanzl. Sein erstes deutsches Geld verdiente er sich mit Schaukämpfen. Er wurde Bayerischer Meister, führte die 1. Herrenmannschaft in die Oberliga (damals die höchste Spielklasse), wurde mit ihr Bayerischer Meister in der Oberliga und führte sie in die neu eingeführte Tennis-Bundesliga. Etliche Deutsche Meisterschaften folgten und der Schanzl war deutschlandweit bekannt. Zuletzt war Strobl Cheftrainer der Damen-Mannschaft, mit der er zweimal in die 2. Bundesliga aufstieg. „Ohne Petr wären wir sportlich nie so weit gekommen“, fasste Ehrenvorsitzender Dieter Heckmann anerkennend zusammen. Aus den vereinseigenen Jugendlichen formte er spielstarke Bundesliga-Spieler, wie die Geschwister Albert und Steffi Wagner, Christopher Patzanowski, Lena Ruppert und Mira Stegmann. Talentierte Jugendliche reisten regelmäßig von weit her an, um bei ihm zu trainieren. „Es war uns eine Ehre, dich in unseren Reihen zu haben“, sagte Vorsitzender Mario Neumann. Ein würdiger, denn zahlreiche Mitglieder, Freunde und Bekannte waren da, um sich für die geleistete Arbeit zu bedanken und Petr Strobl alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Dieser war sichtlich gerührt. Bald wird man Strobl nur noch an schönen Seen und in Wald und Wiese antreffen, wo er seinen anderen Leidenschaften nachkommen kann: dem Fischen und Pilzesammeln.

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