29.07.2020 - 18:46 Uhr
AmbergSport

Fußball-Boss Graml nach Testspiel-Erlaubnis: "Auf diesen Tag haben wir gewartet"

Am Dienstag war die Stimmung bei den bayerischen Amateurfußballern am Boden. Sie zeigten der Politik die Rote Karte. Am Mittwochabend durfte endlich wieder gejubelt werden. Der Steilpass kam aus dem Innenministerium.

Solche Testspiele, wie im vergangenen Jahr zwischen der DJK Ursensollen (rote Trikots) und der SpVgg SV Weiden, sind ab sofort wieder erlaubt. Der Druck auf die Politik war wohl zu stark.
von Josef Maier Kontakt Profil

Der Satz ist so einfach, und war in den vergangenen Wochen der Corona-Pandemie so schwer zu verwirklichen: "Endlich dürfen wir wieder Fußball spielen." Thomas Graml, Chef des Oberpfälzer Fußballverbandes, konnte es anfangs gar nicht glauben, was da aus dem bayerischen Innenministerium am Mittwochabend digital verbreitet wurde. Ab sofort sind wieder Testspiele der bayerischen Amateurfußballmannschaften möglich. Zuschauer sind bei diesen Spielen aber nicht erlaubt.

Am Dienstag war auch Graml noch grantig, wie er am Mittwochabend sagte. Das bayerische Kabinett hatte kein Wort über eine mögliche Fortsetzung der Fußballsaison verloren, nachdem die Verbandsvertreter, Vereinsfunktionäre und vor allem Fußballer die Tage zuvor noch große Hoffnungen hatten. 4500 Amateurvereine im Freistaat standen wieder ratlos da. "Wir fühlten uns da schon ein bisschen verschaukelt, dass dazu nichts gesagt wurde", gab der Bezirksvorsitzende die allgemeine Stimmung im Fußball-Lager wieder. Die Fußballer hätten immer Verständnis gezeigt und es sei auch klar, dass die Gesundheit vorgehe, aber rundherum um Bayern werde schon gespielt.

Der Ärger ist verraucht. "Auf diesen Tag haben wir gewartet", jubelte Graml. Die Entscheidung lässt den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) jetzt hoffen, die unterbrochene Saison wie geplant ab dem September wieder aufnehmen zu können. Allerdings sind solche Langzeitprognosen in den aktuellen Zeiten sehr schwierig, weil sämtliche Entscheidungen stets an die Infektionslage gekoppelt werden.

Am Donnerstagabend steht beim BFV eine Vorstandssitzung an. "Da werden wir sicherlich mehr erfahren, auch was die Hygienevorschriften für diese Spiele betrifft." In der nächsten Woche sollen dann wieder mit den Klubs Online-Webinare stattfinden, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Am Mittwochmorgen hatte Verbandschef Rainer Koch mit einem Post für Aufsehen gesorgt. "Wer ein Trainingsspiel Olympique Marseille gegen den SV Heimstetten erlaubt, der sollte auch Trainingsspiele für die bayerischen Amateurvereine erlauben." Mit diesen Worten eröffnete er sein emotionales Statement: "Probleme bereiten bei der Bekämpfung des Virus im Moment am allerwenigsten die Menschen, die nicht ins Ausland in Urlaub fahren, sondern zu Hause bleiben und im August gerne unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen Fußballspiele zur Vorbereitung des Wettkampfspielbetriebs austragen wollen." Natürlich gelte auch für den BFV, wie für die Staatsregierung, bei allem Tun die Devise: "Gesundheit zuerst." Doch die Nicht-Berücksichtigung angesichts ausgearbeiteter Hygienekonzepte konnte Koch nicht länger nachvollziehen.

Am Mittwochabend war aber auch beim Verbandschef der Ärger verraucht. BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher verriet zudem ein bisschen, wie der Sinneswandel bei der Politik zustande kam: "Es hat sich gelohnt, dass wir im Sinne unserer Vereine noch einmal bei der Politik vorgesprochen und unsere Interessen klar zum Ausdruck gebracht haben. Und so konnte Bezirkschef Graml am Mittwoch doch noch entspannt seinen 49. Geburtstag feiern: "Das ist wirklich ein schönes Geschenk."

Die Enttäuschung von Rainer Koch vor der Testspiel-Erlaubnis

München
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