22.10.2020 - 17:47 Uhr
AmbergSport

Fußball-Ligapokal bei steigenden Corona-Zahlen: „Wir spielen nicht um jeden Preis“

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Der Ligapokal im Fußballkreis Amberg/Weiden läuft. Kreisspielleiter Albert Kellner erklärt im Interview, warum es am ersten Wochenende nur ein Spiel gab – und warum dieses vielleicht nur ein Freundschaftsspiel war.

Im Punktspiel der Kreisliga Süd vor knapp vier Wochen besiegte der ASV Haselmühl (links Contrill Smith) den 1. FC Rieden (Pascal Hirteis) mit 4:1. Im Ligapokal-Wettbewerb am vergangenen Sonntag drehte Rieden den Spieß um und entschied die Partie mit 2:1 für sich.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Liga geht vor Ligapokal: Weil möglichst viele der seit dem Re-Start ausgefallenen Spiele im Fußballkreis Amberg/Weiden in diesem Jahr nachgeholt werden sollen, wurde der Ligapokal verschoben. Ein Spiel gab es am ursprünglich für den Auftakt des neu eingeführten Wettbewerbes vorgesehenen Wochenende doch. Dabei besiegte der 1. FC Rieden am vergangenen Sonntag den ASV Haselmühl mit 2:1. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien gibt Kreisspielleiter Albert Kellner einen Überblick über Änderungen im Ligapokal, den neuen Zeitplan und die Auswirkungen der steigenden Corona-Zahlen.

ONETZ: Herr Kellner, im Fußballkreis Amberg/Weiden standen am Wochenende Nachholspiele an. Warum eröffneten Haselmühl und Rieden den Ligapokal?

Albert Kellner: Beide Mannschaften hatten keine Nachholspiele und hätten zwei Wochen warten müssen. Da haben sie ihr Ligapokal-Duell vorgezogen. Aber unter der Prämisse, dass es ein Freundschaftsspiel war, sollte der Ligapokal-Wettbewerb eingestampft werden.

ONETZ: Ursprünglich hätte der Ligapokal am 17./18. Oktober beginnen sollen. Warum wurde – bis auf diese Partie – nicht gespielt?

Albert Kellner: Wir müssen zunächst die Nachholspiele über die Bühne bringen. In den vier Wochen seit dem Re-Start sind von der Kreisliga bis zur B-Klasse 35 Spiele abgesagt worden. Zwei wegen der Toto-Pokal-Einsätze des SV 08 Auerbach, das Spiel Vilseck II gegen Illschwang wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung – der Rest wegen Corona-Verdachtsfällen. Deshalb wurde der Auftakt des Ligapokals verschoben.

ONETZ: Wie sieht der neue Zeitplan genau aus?

Albert Kellner: Die Hinrunde soll am 7., 14. und 21. November, die Rückrunde am 6., 13. und 20. März 2021 gespielt werden. Das Viertelfinale ist dann für den Ostersamstag, 3. April, geplant. Halbfinale und Finale sollen beide an einem Tag und an einem Ort ausgetragen werden. Termin ist Ostermontag, 5. April 2021.

ONETZ: Wie viele Verein nehmen im Kreis Amberg/Weiden teil?

Albert Kellner: Von den rund 120 Vereinen von der Kreisliga bis zur B-Klasse sind im Moment noch knapp 80 dabei. Bislang haben aufgrund der aktuellen Corona-Situation rund 40 Mannschaften abgesagt.

ONETZ: Sie sagen „noch“. Rechnen Sie mit weiteren Absagen?

Albert Kellner: Da wird sicherlich noch die eine oder andere kommen. Ich sage aber ganz klar: Wenn Vereinen das Risiko zu groß ist, dürfen sie selbstverständlich zurückziehen. Ohne Kosten. Gesundheit geht vor. Wir sind mit den Vereinen in engem Kontakt und werden nicht um jeden Preis spielen, wenn die Corona-Zahlen weiter so nach oben gehen.

ONETZ: Wird der Wettbewerb denn überhaupt stattfinden?

Albert Kellner: In der Form, wie wir ihn geplant haben, wird es schwierig. Ich vermute, dass wir noch einmal nachjustieren müssen. Angesichts der Entwicklung der Corona-Zahlen muss man auch einen Plan B oder C haben.

ONETZ: Welche Alternativ-Pläne gibt es?

Albert Kellner: Wenn die Zahlen weiter nach oben gehen, werden wir eventuell dieses Jahr nicht mehr spielen. Plan B ist, auf die Rückrunde zu verzichten.

ONETZ: Und Plan C?

Albert Kellner: Da müssten wir darüber nachdenken, ob wir den Wettbewerb überhaupt stattfinden lassen.

Wenn Vereinen das Risiko zu groß ist, dürfen sie selbstverständlich zurückziehen. Ohne Kosten.

Albert Kellner

Albert Kellner

Hintergrund:

Der Ligapokal

  • Die Idee dahinter: Die laufende Saison wurde beim Corona-Lockdown nur unterbrochen und soll bis zum 30. Juni 2021 fertig gespielt werden. Da dadurch eine komplette Saison entfällt und monatelange Pausen entstehen könnten, gibt es als "Zusatzangebot" den Ligapokal.
  • In jeder Spielklasse ein eigener Wettbewerb: Anders als beim Toto-Pokal wird nur innerhalb einer Spielklasse gespielt. Im Kreisliga-Ligapokal wird in Amberg/Weiden, Regensburg und Schwandorf/Cham je ein Sieger ausgespielt. Diese drei Mannschaften treten in einem separaten Turnier gegeneinander an. Der Gewinner steigt auf. In der Kreisklasse, A- und B-Klasse gibt es pro (!) Kreis einen Ligapokalsieger, der aufsteigt.
  • Der Sieger steigt auf: Die Vereine durften entscheiden. Soll der Ligapokalsieger an der Relegation teilnehmen dürfen, oder soll er direkt aufsteigen dürfen. Bei der Abstimmung waren laut Kreissspielleier Albert Kellner 80 Prozent der Vereine für den direkten Aufstieg.

Absagen bei Gesundheitsbedenken

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