16.09.2020 - 17:19 Uhr
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Fußball: Spielabsetzung schon bei einem Corona-Verdachtsfall

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Vor dem ersten Anpfiff nach der monatelangen Zwangspause hat der Bayerische Fußball-Verband seinen "Corona-Paragrafen" überarbeitet. Für eine Spielabsage ist nun kein positiver Test mehr notwendig.

Der Ball rollt wieder, bei den Fußballern geht es am Wochenende nach langer Wartezeit endlich um Punkte. Wenn nicht Corona erneut dazwischengrätscht...
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Wenige Tage vor dem Re-Start der Amateurfußballer hat der Bayerische Fußball-Verband den „Corona-Paragrafen" (§94) angepasst. „Für eine Spielabsetzung durch den Verband waren bisher drei positiv getestete Spieler notwendig, von denen wir ein ärztliches Attest gebraucht hätten", sagt Bezirksvorsitzender Thomas Graml. Allein aus Datenschutzgründen sei dies jedoch nicht umsetzbar. "Wir haben uns außerdem gefragt, was passiert, wenn ein Verdachtsfall am Donnerstag oder Freitag auftritt. Der Spieler bekommt nie und nimmer ein Testergebnis bis zum Spiel am Samstag."

Deshalb, so Graml, "haben wir im Vorstand beschlossen, das Ganze zu vereinfachen." In der neuen Fassung von Paragraf 94 der Spielordnung wurde die Anzahl der betroffenen Personen von 3 auf 1 verringert. Weiter heißt es in der am späten Dienstagabend auf der Homepage des Verbandes veröffentlichten Mitteilung: "Es wird auch nicht mehr nur auf einen positiven Test abgestellt, sondern auch schon der Verdacht einer Erkrankung berücksichtigt."

Der Fußballverband und die Coronakrise

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"Nachweis, dass er getestet wurde"

Heißt konkret: Treten bei einem Spieler Symptome auf, kann auf Antrag des betroffenen Vereins das Spiel abgesetzt werden. "Uns reicht in diesem Fall aus, wenn wir im Nachhinein eine Bescheinigung bekommen, dass sich dieser Spieler testen hat lassen", sagt Graml. "Wir wollen nur den Nachweis, dass er getestet wurde. Ohne Ergebnis natürlich. Ich denke, so eine Bestätigung vom Arzt bekommt man ohne Probleme."

Im Paragraf 94 "neu" wird außerdem darauf hingewiesen, dass den Spielleitern ein "hohes Maß an Ermessen" eingeräumt wird, das "mit Augenmaß und Angemessenheit" ausgeübt werden solle. "Es werden auch sehr kurzfristige Absagen möglich sein", bekräftigt Thomas Graml, der an die Vereinsverantwortlichen appelliert, "unbedingt vorher mit dem zuständigen Spielleiter in Kontakt zu treten".

Ausrede für taktische Ausfälle?

Dass Corona als faule Ausrede für taktische Spielausfälle herhalten wird, hofft der Bezirksvorsitzende nicht. "Ich meine, dass 98 Prozent unserer Vereine sehr vernünftig und sehr sensibel mit dieser Sache umgehen."

Sollte aber herauskommen, dass "Corona nur vorgeschoben war und mit uns Schindluder getrieben wurde, geben wir das zur Überprüfung ans Sportgericht."

Hintergrund:

Kostenfreie Verlegungen am Re-Start-Wochenende

Bei Problemen mit der Umsetzung des Hygienekonzeptes dürfen Vereine ihre am Re-Start-Wochenende, 19./20. September, angesetzten Spiele kostenfrei verlegen. Laut Finanzordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes sind normalerweise für Verlegungen von der B-Klasse bis zur Kreisliga 31,59 Euro fällig, in der Bezirksliga 41,74 Euro, in der Landesliga 51,92 Euro, in der Bayernliga 63,12 Euro.

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