16.08.2021 - 18:42 Uhr
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Gerd Müller in Amberg: "Bomber der Nation" ganz ohne Starallüren

Wer als Verteidiger gegen Gerd Müller, dem legendären Torjäger des FC Bayern München, spielen musste, hatte ein schweres Los. Peter Meßmann vom 1. FC Amberg erlebte im Juli 1973 den Ausnahmestürmer hautnah.

Der FC Bayern München kam am 28. Juli 1973 zum 1. FC Amberg, um ein Freundschaftsspiel anlässlich der Einweihung des neuen Stadions auszutragen. Der erst 19-jährige Peter Meßmann (Bild unten rechts) hatte die Aufgabe, Gerd Müller zu bewachen. 1,93 Meter maß Meßmann, Müller war mit 1,76 Meter klein dagegen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

An das Spiel kann sich Peter Meßmann (67) aus Freudenberg noch ganz genau erinnern – als er die Aufgabe hatte, den "Bomber der Nation" zu bewachen. "Er war ein Mensch wie du und ich. Ich habe mich mit ihm ganz normal unterhalten können, er hatte überhaupt keine Starallüren", erzählt Meßmann über sein Treffen am 28. Juli 1973. Ein Aufeinandertreffen mit Gerd Müller, der in der Saison zuvor 40 Tore erzielt und damit eine jahrzehntelange Bestmarke aufgestellt hatte. An diesem Tag im Sommer 1973 war der FC Bayern München zu Gast beim 1. FC Amberg anlässlich der Stadion-Einweihung.

"Du hast eine ganz schöne Länge"

19 Jahre war Meßmann damals alt, und seine Aufgabe fast nicht zu bewältigen: Den Torjäger der Bayern von dessen Lieblingsbeschäftigung abzuhalten, nämlich Tore zu schießen. "Wie alt bist du denn? Du hast eine ganz schöne Länge", habe Müller auf dem Platz zu ihm gesagt. 1,93 Meter maß Meßmann, und das nötigte dem "Bomber" ein bisschen Respekt ab. "Nur" zwei Treffer gelangen Gerd Müller bei der 2:12-Niederlage des 1. FC Amberg gegen Bayern München – auch ein Verdienst von Meßmann. "Ich bin an ihm geklebt. Aber bei seiner Erfahrung, die er hatte, war das schwierig. Er war bekannt dafür, sich mit den Ellbogen breit zu machen und sein Hinterteil rauszuschieben, so dass ich trotz meiner körperlichen Überlegenheit fast keine Möglichkeit hatte, ihm den Ball abzunehmen." Bei Kopfballduellen dominierte Peter Meßmann gegen den 1,76 Meter kleinen Müller, aber sobald der Ball flach gespielt wurde – "keine Chance", räumt der damalige Abwehrrecke des 1. FC Amberg ein. Beeindruckt hat ihn nicht nur Müllers sportliches Auftreten.

"Er wusste, wo er herkam"

"Ich habe in der Begegnung andere Spieler vom FC Bayern erlebt, die die Nase so hoch hatten, dass die Regentropfen reingefallen sind", erinnert sich Peter Meßmann an das Auftreten einiger Kicker aus dem Münchener Star-Ensemble, ohne Namen zu nennen. Aber nicht so Gerd Müller: "Er wusste, wo er herkam. Von einem kleinen Verein. Vom TSV Nördlingen, das hat er nie verleugnet. Er ist dieser Mensch geblieben. Da sind andere auf einer ganz anderen Ebene geschwebt." Mit 12:2 gewann der FC Bayern München das Freundschaftsspiel, der in einer Top-Besetzung kam mit Sepp Maier im Tor, Hansen, Schwarzenbeck, Dürnberger, Breitner, Beckenbauer, Hoffmann, Roth, Zobel, Schneider, Kapellmann, Gerd Müller, Uli Hoeneß, Gersdorff.

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"Er war bekannt dafür, sich mit den Ellbogen breit zu machen und sein Hinterteil rauszuschieben, so dass ich trotz meiner körperlichen Überlegenheit fast keine Möglichkeit hatte, ihm den Ball abzunehmen."

Peter Meßmann, damaliger Verteidiger des 1. FC Amberg

Peter Meßmann, damaliger Verteidiger des 1. FC Amberg

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