Hier der Platzhirsch, der seit Jahren in der Bezirksliga Nord etabliert ist, dort der Aufsteiger, dessen Durchmarsch von der Kreisklasse in die höchste Oberpfälzer Spielklasse für Furore gesorgt hat. Schon diese Konstellation allein wäre vielen Fußballfans das Eintrittsgeld wert. Wenn dann beide Kontrahenten auch noch aus der gleichen Marktgemeinde kommen, dann ist Feuer unterm Dach. SV Hahnbach kontra SF Ursulapoppenricht – mehr Derby geht nicht.
Weil der Nachbarschlager noch dazu Premierencharakter hat, redet Thorsten Baierlein gar nicht erst um den heißen Brei herum. "Es ist ein besonderes Spiel, eines, das schon eine gewisse Brisanz hat", sagt der Sportliche Leiter des SV Hahnbach. Dazu passt, dass das Derby aus gutem Grund bereits am Freitagabend um 18.30 Uhr angepfiffen wird. Die Marktgemeinde Hahnbach feiert am Wochenende ihr großes Marktfest. Das Spiel ist quasi der Startschuss.
Nitzbon als Erfolgsfaktor
Noch vor wenigen Jahren schienen 90 Pflichtspielminuten zwischen beiden Vereinen undenkbar. Zu groß schien der (sportliche) Abstand. Baierlein selbst hatte das Hahnbacher Team lange trainiert, unter ihm scheiterten die Gelb-Schwarzen zweimal nur knapp in der Landesliga-Relegation (21/22 und 22/23). Dass Upo irgendwann zu einem Ligakonkurrenten emporsteigen könnte, war lange Zeit überhaupt kein Thema. Dann aber stieg Josef Nitzbon als Abteilungsleiter und Sponsor bei den Sportfreunden ein, packte selbst mit an und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.
"Dieser rasante Aufstieg war ja zuletzt abzusehen", erkennt Baierlein die Leistung der Sportfreunde an. "Es ist ja immer positiv, wenn es in einer Liga viele Derbys gibt. Das ist für alle eine schöne Sache." Grundsätzlich, so Baierlein, sei das Verhältnis zwischen beiden Vereinen "in Ordnung". Was vor allem für den Jugendbereich zutrifft. Hier bildet man gemeinsam mit der DJK Gebenbach quer durch alle Altersklassen eine Spielgemeinschaft. "Da wird gut zusammengearbeitet", betont Baierlein. Bei den Herren sieht's durchwachsener aus: "Da gab es bislang ja wenig Berührungspunkte."
Gute Rolle spielen
Vor dem Derby will Baierlein aber weniger über den Gegner reden, sondern lieber über die eigene Mannschaft. "Wir haben zu Saisonende einige Leistungsträger verloren und befinden uns im Umbruch", erklärt der Sportliche Leiter. Aber das Vertrauen in das durch mehrere Eigengewächse verjüngte Team unter dem neuen Trainerduo Franz Geilersdörfer/Bastian Freisinger ist groß: "Wir wollen in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen".
Der Saisonstart ist schon mal geglückt. Beim Bezirksliga-Rückkehrer SpVgg Schirmitz gewann der SV Hahnbach vergangenes Wochenende mit 3:1. "Das war völlig verdient. Wir waren die bessere Mannschaft", sagt Baierlein. Allerdings hält er im Derby eine Leistungssteigerung für unumgänglich. "Upo ist kein normaler Aufsteiger", warnt er. "Die haben erfahrene Spieler und einen ausgeglichenen Kader." Man werde aber "alles reinwerfen, das wird ein richtig tolles Spiel".
Fifty-fifty-Spiel
Das glaubt auch Sven Seitz. Der Gästetrainer erwartet ein "Fifty-fifty-Spiel, in dem Tagesform und auch das Spielglück mitentscheiden werden". Dass die Sportfreunde keine Lust auf eine Derbyniederlage haben, ist für Seitz selbstredend. "Jeder meiner Spieler wird hochmotiviert in das Spiel gehen. Wir sind gut vorbereitet und wollen natürlich punkten."
Das 1:1 zum Saisonauftakt gegen den FC Weiden-Ost hat laut Seitz die Moral noch einmal gestärkt. "Wir waren gegen ein Spitzenteam der Liga ebenbürtig und hätten sogar siegen können", meint er. Sein Fazit: "Wir sind in der neuen Spielklasse absolut konkurrenzfähig."
In den drei weiteren Freitag-Partien der Bezirksliga Nord treffen ausnahmslos Mannschaften aufeinander, die zum Saisonauftakt ohne Sieg blieben. Die SpVgg Schirmitz würde gerne beim FC Furth die ersten Saisonpunkte einfahren, was auch für Inter Bergsteig Amberg bei der SG Chambtal gilt. Zwei ambitionierte Mannschaften treffen mit dem FC Weiden-Ost und FC Wernberg aufeinander. Im einzigen Samstag-Spiel hat der TSV Tännesberg die SpVgg Pfreimd zu Gast. Einen Tag später will die SpVgg Vohenstrauß dem letztjährigen Vizemeister SpVgg SV Weiden II auf den Zahn fühlen. Der 1. FC Schlicht pocht gegen die DJK Arnschwang auf den Heimvorteil. Wie stark der FC Amberg tatsächlich ist, muss er beim FC Raindorf beweisen.




















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.